Pressemitteilung vom 24.06.2021

Internationaler Jugendaustausch sollte weiterhin global stattfinden können

Zur heutigen Eröffnung des Deutsch-Afrikanischen Jugendwerkes erklärt Ottmar von Holtz, Sprecher für Zivile Krisenprävention:

Die Einrichtung eines Deutsch-Afrikanischen Jugendwerkes (DAJW) mit starkem Fokus auf echten Austauschformaten zwischen Deutschland und afrikanischen Staaten sowie der Umsetzung der Agenda2030 und den Sustainable Development Goals (SDG) ist grundsätzlich begrüßenswert. Für eine echte Partnerschaft mit Ländern des Globalen Südens sind Austauschprogramme, in denen sich Jugendgruppen gegenseitig besuchen und Projekte umsetzen oder junge Fachkräfte aus Deutschland sowie afrikanischen Staaten die Möglichkeit bekommen, über Tandemprogramme die Arbeitswelt des jeweils anderen Landes kennenzulernen, eine gute Idee.

Leider geht mit der Eröffnung des DAJW eine Überführung der Förderlinie „weltwärts-Begegnungen“ in das Programm TeamsUp! einher, was eine Beschränkung der internationalen, außerschulischen Austausche von Jugendgruppen auf den afrikanischen Kontinent bedingt. Andere Länder des Globalen Südens, in denen ebenfalls in den letzten fünf Jahren erfolgreich Austausche unter dem Programm „weltwärts-Begegnungen“ durchgeführt wurden (u.a. in Mexiko, Nicaragua, Costa Rica, Bolivien, Kolumbien, Kuba und Indien), werden von dieser Förderung in Zukunft ausgeschlossen. Bereits bestehende oder im Aufbau befindliche Programme müssen nach 2021 beendet oder können nicht umgesetzt werden. Weite Teile des Globalen Südens werden so systematisch von einem erfolgreichen Instrument des Globalen Lernens ausgeschlossen und wichtige zivilgesellschaftliche Kontakte über Organisationen und Partnerschaften gehen verloren. Dies steht sowohl dem Gedanken der Nachhaltigkeit als auch der globalen Nachbarschaft und dem internationalem Verantwortungsgefühl entgegen.

Anstatt einer Begrenzung der Austauschprogramme auf den afrikanischen Kontinent braucht es eine Ausweitung und stärkere finanzielle Unterstützung dieser weltweit. Zivilgesellschaftliche Organisationen wissen am besten, welche Partner in Frage kommen und wie ein nachhaltiger Austausch entstehen kann – die Länderauswahl sollte in ihrer Zuständigkeit verbleiben. Nur so erreichen wir eine echte internationale Verantwortungsübernahme, die für die weltweite Umsetzung der SDGs und des Pariser Klimaabkommens gebraucht wird.