Pressemitteilung vom 10.07.2021

Weltbevölkerungstag mahnt zu Gerechtigkeit

Zum Weltbevölkerungstag am 11.07.2021 erklärt Ottmar von Holtz, Obmann im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

Die Zahl der Menschen auf der Erde wächst weiter und daraus ergeben sich verschiedene Probleme, die wir in Angriff nehmen müssen. Darauf macht der  Weltbevölkerungstag aufmerksam. Eine gute Nachricht: Die Weltbevölkerung wächst heute wesentlich langsamer als noch vor 30 Jahren. Die bloße Anzahl der Menschen auf unserem Planeten ist denn auch das geringere Problem. Gravierender sind die Übernutzung der Ressourcen und besonders der steigende Energieverbrauch. Denn der wachsende ökologische Fußabdruck jedes einzelnen Menschen drängt die Welt an den Rand ihrer Kapazitätsgrenzen. Die Lasten, die sich daraus ergeben, sind global sehr unterschiedlich verteilt: Während die Industrieländer zum Großteil den Klimawandel befeuern, sind seine Folgen überproportional stärker in den ärmeren Ländern des globalen Südens spürbar. Um dieses Ungleichgewicht zu bekämpfen, brauchen wir eine gerechtere Verteilung der planetaren Ressourcen und nachhaltige und klimafreundliche Formen des Wirtschaftens.

Außerdem spielt die Gleichstellung der Geschlechter eine erhebliche Rolle. Eine gut ausgebildete, erwerbstätige Frau entscheidet sich in der Regel für gezielte Familienplanung. Allerdings geraten die sexuellen und reproduktive Rechte der Frauen weltweit wieder verstärkt unter Beschuss. Die internationale Gemeinschaft muss diese Rechte stärken und die Aufklärung und Unterstützung über selbstbestimmte Geburten- und Familienplanung ins Zentrum ihrer Bemühungen stellen. Jede Frau sollte das Recht und die Freiheit haben, selbst zu entscheiden wann und wie viele Kinder sie bekommen möchte. Dieses Recht darf nicht von ultrakonservativen oder ethno-nationalistischen Strömungen unterbunden werden.