Statement vom 03.09.2019

Harald Ebner zu Bayer/Glyphosat

Zu den aktuellen Ankündigungen von Bayer auf Glyphosat-Kritiker zugehen zu wollen, erklärt Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik:

„Bayer fürchtet um die Glyphosat-Zulassung. Darum deutet der Konzern jetzt einen Kuhhandel wie bei der Gentechnik an. Offenbar um den EU-Staaten 2022 eine weitere EU-Genehmigung für den Pflanzenvernichter abzuhandeln, will Bayer es ihnen ganz gönnerhaft freistellen, dafür national die Verwendung aus sogenannten „politischen Gründen“ einschränken zu dürfen. Das ist ganz und gar widersinnig, denn Glyphosat muss aus Gründen des Gesundheits- und Umweltschutzes vom Markt. Ganz abgesehen davon, dass derartige Zugeständnisse eine mehr als fragwürdige Basis für Entscheidungen souveräner demokratischer Staaten sind.

Bezeichnend ist auch, dass statt der zuständigen Ministerinnen Klöckner und Schulze jetzt die Konzerne Bayer und Bahn versuchen, Deutschlands Glyphosat-Kurs vorzugeben. Die Ministerinnen müssen jetzt endlich einen eigenen Plan für den Glyphosatausstieg vorlegen, wie ihn die Kanzlerin zuletzt für „spätestens September“ versprochen hat.

Dass sich endlich auch bei Bayer etwas bewegt, ist grundsätzlich begrüßenswert. Allerdings geht es dem Konzern erklärtermaßen darum, sein Glyphosat-Geschäft zu retten. Ein Umdenken in der Sache ist das keineswegs. Im Gegenteil: Bayer verfolgt sein Ziel jetzt nur mit anderer Strategie. Die Haltung, mit der Bayer es Staaten ganz gönnerhaft freistellen will, auch mal etwas weniger Glyphosat einzusetzen, grenzt schon an Größenwahn. Es gibt übrigens auch noch andere Glyphosat-Hersteller – hat Bayer die eigentlich alle gefragt, ob sie mit diesem Kurs einverstanden sind?“

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Harald Ebner
Sprecher für Waldpolitik Sprecher für Gentechnik und Bioökonomiepolitik