Kindergesundheit

Verlässliche Akutversorgung von Kindern

Kinderärztin hört Baby mit Stetoskop ab.
Für uns und unsere Koalitionspartner in der Ampel steht fest: Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder zu jeder Jahreszeit bedarfsgerecht versorgt werden. unsplash/CDC
20.12.2022
  • Aktuell leiden sehr viele Kinder insbesondere an akuten Atemwegserkrankungen.
  • Viele Eltern klagen über Engpässe bei Fiebermitteln. Kinderarztpraxen und Kinderkliniken sind überlastet.
  • Von der Arzneimittelversorgung bis zur Kinderklinik: Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die zu einer verlässlicheren Versorgung führen.

Vor allem das so genannte Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) sorgt bei vielen Kindern aktuell für Atemwegserkrankungen. Es verbreitet sich, ähnlich wie das Grippevirus, vermehrt in der kalten Jahreszeit. Säuglinge und Kleinkinder sind besonders stark betroffen.

Deshalb berichten Arztpraxen und Kinderkliniken über eine starke Belastung des Personals und knappe Bettenkapazitäten. In manchen Ballungsräumen mussten Kinder wegen Bettenknappheit in andere Krankenhäuser verlegt werden. Seit Monaten kommt es auch zu Einschränkungen bei der Versorgung mit Arzneimitteln wie Fiebersäften oder Antibiotika.

Wichtige Reformen für Kinderkliniken im speziellen wie für Krankenhäuser allgemein, hat die Ampel-Koalition bereits auf den Weg gebracht. Eine große Krankenhausreform wird im kommenden Jahr folgen. Doch diese Reformen wirken nicht sofort, deshalb sind auch kurzfristige Maßnahmen nötig, um in dieser Situation zu helfen. Für uns und unsere Koalitionspartner in der Ampel steht fest: Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder zu jeder Jahreszeit bedarfsgerecht versorgt werden.

Arzneimittelversorgung sicherstellen

Die Möglichkeiten für Apotheken, bei einem Lieferengpass zum Beispiel Fiebersäfte als Rezeptur auch selbst herzustellen und abzurechnen, sollen erweitert werden. Die Meldepflichten für Großhandel und Industrie sollen ausgebaut werden, um frühzeitig auf einen drohenden Lieferengpass reagieren zu können. Die Bevorratungsvorgaben für den Großhandel sollten erweitert werden auf alle Medikamente, die von der WHO als unentbehrlich gelistet werden.

Familien entlasten

Derzeit müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bereits ab dem 1. Tag ein Attest über die Erkrankung ihres Kindes gegenüber dem Arbeitgeber bzw. ihrer Krankenkasse vorlegen. Der Nachweis sollte wie bei Erwachsenen erst ab dem vierten Tag erfolgen. Das entlastet nicht nur die Familien, sondern auch die Kinderärztinnen und Kinderärzte. Die elektronische Arbeitsunfähigkeitbescheinigung (eAU) sollte künftig auch für die Bescheinigung von Kinderkrankentagen gelten.

Versorgung in allen Praxen und Kliniken

Die bestehenden Budgetbegrenzungen für Kinderärztinnen und Kinderärzte sollen entfallen. Das heißt, dass alle kinderärztlichen Leistungen unabhängig von ihrer Menge voll vergütet werden. Darüber sind wir uns mit dem Gesundheitsministerium bereits einig. Zudem schlagen wir vor, dass Kinderärztinnen und Kinderärzte in unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten Regionen einen Vergütungsaufschlag erhalten. Wenn nötig, sollten Eltern ohne Vorabgenehmigung auch rein privatärztliche Praxen aufsuchen können und die Kosten hierfür im Rahmen der vertragsärztlichen Vergütung erstattet bekommen. Um die akute Personalknappheit in der Pflege in Kliniken abzufedern, sollten Leasingkräfte befristet auch über das Pflegebudget abgerechnet werden können. Spezialkliniken sollten kleinere Kinderkrankenhäuser fachlich unterstützen, um alle verfügbaren Kapazitäten zu nutzen.