Blick in einen Hörsaal mit vielen Studentinnen und Studenten

Hochschule

Für eine Hochschulpolitik, die einen breiten Zugang zu Bildung ermöglicht

  • In Deutschland ist der Zugang zum Studium noch immer stark von der Herkunft abhängig. Drei von vier Akademikerkindern studieren, nur eines von vier Arbeiterkindern. Und noch immer brechen viel zu viele das Studium ab.
  • Wir wollen gute Studien- und Arbeitsbedingungen an den Hochschulen und ein auskömmliches BAföG. Nur wenn die Lehre gut und der Lebensunterhalt sicher ist, können alle erfolgreich studieren.
  • Wir setzen uns ein für eine sofortige Erhöhung des BAföG und dessen automatische Koppelung an die Entwicklung der Lebenshaltungskosten. Wir wollen den Hochschulpakt verstetigen, damit zukunftsweisend geforscht, gelehrt und gelernt werden kann.

Wir Grüne im Bundestag sagen: Nicht Geld und "Familientradition", sondern Lust aufs Lernen und Aufstiegswille sollen das Studieren ermöglichen.

BAföG: Bildungsgerechtigkeit verbessern

Das BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz) ist das Bildungsgerechtigkeitsgesetz Nummer eins. Die derzeitige Bundesregierung ist damit nicht gut umgegangen. Zwischen 2010 und 2016 gab es keine Erhöhung. In diesen sechs Jahren haben insgesamt rund 130.000 Schüler, Schülerinnen und Studierende den Zugang zur BAföG-Förderung verloren, weil ihre Eltern geringfügig höhere Einkommen hatten. Deswegen wollen wir noch 2017 weitere Verbesserungen erreichen: Damit das BAföG auch in Zukunft attraktiv bleibt, wollen wir die Lücken sofort schließen und das BAföG dann automatisch den steigenden Kosten anpassen.

Wir fordern:

Hochschulfinanzierung: Studienbedingungen verbessern

Nur wenn auch die Lehre und die Lernbedingungen gut sind, können alle erfolgreich studieren und aus sich rausholen, was in ihnen steckt. Deswegen wollen wir die Bologna-Reform erfolgreich für mehr Studienqualität umbauen, damit möglichst viele Studierende das Lernen und Leben im Ausland erfahren können. Den Hochschulpakt wollen wir aufstocken und verstetigen: pro Studienanfänger wird mehr Geld bereitgestellt. Der bisherige Ansatz ist so kalkuliert, dass er nur in den Massenfächern die tatsächlichen Kosten abdeckt. Außerdem brauchen die Hochschulen Planungssicherheit, um in gute Lehrqualität und Betreuung für das gesamte Studium zu investieren. Sonst werden sie weiterhin darauf hoffen, dass viele ihr Studium abbrechen.

Wir fordern:

Hochschulmodernisierung: Bauten und Ausstattung fördern

Die Bildungsexpansion im Westen Deutschlands liegt mehr als 40 Jahre zurück, der Aufbau im Osten rund 20 Jahre. Die Hochschulen kommen also überall in die Jahre. Mit der Föderalismusreform 2006 haben Union und SPD die Gemeinschaftsaufgabe Hochschulbau abgeschafft und damit die gemeinsame Finanzierung von Sanierung und Ausbau von Hochschulbauten beendet. Ohne eine neue gemeinsame Anstrengung sind weder die konstant hohen Studierendenzahlen noch neue Aufgaben wie die Digitalisierung in Lehre und Forschung zu schaffen. Deswegen wollen wir eine Initiative des Bundes mit den Ländern für moderne "Infrastrukturen des Wissens".

Wir fordern:

Wissenschaftlicher Nachwuchs: Mehr Chancen und Aufgaben

Wissenschaft als Beruf ist noch immer kein "Normalarbeitsverhältnis". Zwar sind die Zeiten vorbei, als man in Deutschland noch bis Mitte 40 als "wissenschaftlicher Nachwuchs" galt. Die rot-grüne Juniorprofessur hat viel verbessert. Trotzdem ist die Zeit bis zu einer unbefristeten Stelle noch immer lang. Promotionsstellen mit ausreichend Zeit für die eigene Arbeit sind noch immer Mangelware, gleiches gilt für Post-Doc-Stellen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr. Damit wird das Potenzial, das diese Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für die Belebung und Verbesserung von Forschung und Lehre in sich tragen, für die Hochschulen kaum nutzbar. Zwar hat das Wissenschaftszeitvertragsgesetz bei den reinen Befristungsregeln die gröbsten Mängel beseitigt, aber es hat noch keine guten Arbeitsbedingungen geschaffen. Auch das Bund-Länder-Nachwuchsprogramm schafft weder klare Perspektiven noch Planbarkeit für eine ausreichend große Zahl von Nachwuchskräften. Nach Jahren und Milliarden der Exzellenzinitiative stehen nun tausende vor ungewissen Perspektiven.

Wir fordern:

  • Die Verbesserung der Personalstrukturen, indem zusätzliche unbefristete Beschäftigungsmöglichkeiten jenseits der Professur geschaffen werden.
  • Durch gemeinsame Anstrengungen von Bund und Ländern z.B. in Hochschulpakt, Qualitätspakt Lehre, Exzellenzinitiative und den anderen Pakten für insgesamt mehr Dauerstellen mit verlässlichen Verträgen und klaren Karrierepfaden zu sorgen.