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Geothermie beschleunigen und dabei die Umwelt schützen

  • Geothermie birgt erhebliches Potenzial für die klimaneutrale Wärmeversorgung und sollte beschleunigt ausgebaut werden.
  • Kritisch sehen wir, dass der Trinkwasserschutz nicht eindeutig geregelt ist. Damit wird die Umsetzung gefährdet. In Trinkwasserschutzgebieten ist Geothermie auszuschließen.
  • Es mangelt an einer Unterscheidung zwischen hydrothermaler Geothermie, Geothermie in geschlossenen Systemen und petrothermaler Geothermie durch Fracking – letztere kann die Umwelt gefährden, findet vor Ort keine Akzeptanz und sollte daher von der Beschleunigung ausgeschlossen werden. 

Grundsätzlich bieten die verschiedenen Formen der Geothermie (tief- und oberflächennah) ein erhebliches, aber bisher wenig genutztes Potential für der Wärmewende. Um die Wärmeversorgung bis 2045 klimaneutral zu gestalten, sollte die Geothermie als zentraler Bestandteil der Wärmewende beschleunigt ausgebaut und besser gefördert werden.

Das Geothermie-Beschleunigungsgesetzes (GeoBG) basiert auf einem Entwurf der Ampelregierung und ist grundsätzlich zu befürworten. Leider hat die schwarz-rote Koalition aber an einigen Punkten verschlimmbessert.

Konkrete Ausbauziele sind aus dem Gesetz verschwunden. Im Ampel-Entwurf waren die Vorhaben von zehn TWh Geothermie und mindestens 100 zusätzliche geothermische Projekte bis 2030 hinterlegt. Ohne konkrete Ziele ist auch die Zielerreichung für eine klimaneutrale Wärmeversorgung schwer messbar. 

Trinkwasserschutz muss oberste Maxime sein

Besonders kritisch sehen wir die Abschwächung beim Trinkwasserschutz. Für uns Grüne im Bundestag muss sauberes Trinkwasser immer die oberste Maxime sein. Es muss klar und unmissverständlich im Gesetz stehen, dass Geothermie in den Schutzzonen I und II ausgeschlossen wird. 

Außerdem braucht es eine klare Unterscheidung zwischen hydrothermaler Geothermie, geschlossenen Systemen und petrothermaler Geothermie durch Fracking. Diese Technologien funktionieren unterschiedlich und haben unterschiedliche Risiken. Petrothermale Geothermie mit Fracking kann erhebliche Umweltauswirkungen haben und muss daher ausgeschlossen werden. 

Zusätzlich wurden im Gesetz die Wärmeleitungen aufgenommen. Hier wäre eine Differenzierung nach Energiequelle wünschenswert, sodass nur Leitungen von Wärme aus erneuerbaren Energien beschleunigt ausgebaut werden dürfen. 

Für den Ausbau und die Dekarbonisierung der Wärmenetze braucht es vor allem mehr Förderung. Die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) sollte auf 3,5 Milliarden Euro jährlich aufgestockt werden. Das Sondervermögen steht bereit. 

Grundsätzlich gilt: Geothermie ist eine großartige Sache, denn sie ist verlässlich, klimafreundlich, regional und unabhängig von fossilen Importen. Sie darf aber nicht zulasten von Trinkwasserschutz und Umweltschutz beschleunigt ausgebaut werden. Und damit diese Wärme auch bei den Menschen ankommt, brauchen wir leistungsfähige Wärmenetze.

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