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Wir gestalten Landwirtschaft und Ernährung zukunftsfähig
- Die Bundesregierung lässt die Landwirtschaft im Stich: Sie blockiert Lösungen für Tier-, Umwelt- und Klimaschutz, gesunde Ernährung und faire Einkommen auf den Höfen. Stattdessen wird wieder Klientelpolitik betrieben.
- Statt Verlässlichkeit und Planungssicherheit gibt es Kürzungen, Rückschritte und fehlende Transparenz für Verbraucher*innen.
- Mit unserem Antrag legen wir konkrete Maßnahmen für eine krisenfeste, gerechte und nachhaltige Land- und Lebensmittelwirtschaft vor.
Was derzeit schiefläuft
Wir stehen an einem entscheidenden Punkt: Ob wir in Zukunft gute, gesunde Lebensmittel für alle haben, sauberes Trinkwasser sichern und Höfe in Deutschland eine Perspektive behalten, hängt maßgeblich von den politischen Entscheidungen heute ab. Die Lösungen dafür liegen längst auf dem Tisch: wissenschaftlich belegt und bereits gesellschaftlich breit diskutiert.
Doch die Bundesregierung geht den entgegengesetzten Weg. Sie baut Umwelt-, Tier- und Arbeitsstandards ab und verkauft das als Entlastung und Bürokratieabbau. Sie streicht Förderungen für bessere Tierhaltung, obwohl viele Betriebe darauf vertraut und investiert haben. Sie redet von Innovation, steckt aber Milliarden in alte fossile Technologien. Sie spricht von mündigen Verbraucher*innen, verweigert ihnen aber klare Kennzeichnungen beim Einkauf.
Auch bei gesunder Ernährung versagt die Regierung: Prävention wird beschworen, doch gesundes Essen ist vielerorts weder einfach noch bezahlbar verfügbar. Junge Landwirt*innen werden offiziell gelobt, gleichzeitig werden Existenzgründungen, Quereinsteiger*innen und neue Betriebsmodelle benachteiligt. In den ländlichen Räumen fehlt es an abgestimmter Politik, die Infrastruktur, Arbeit und Lebensqualität zusammendenkt.
Diese Politik begünstigt wenige große Konzerne, schwächt regionale Strukturen und gefährdet langfristig unsere Ernährungssouveränität. So wird wertvolles Vertrauen in die Demokratie verspielt.
Was wir erreichen wollen
Es geht auch anders: wir wollen eine Land- und Lebensmittelwirtschaft, die krisenfest ist und unsere natürlichen Lebensgrundlagen schützt. Unser Ziel sind faire Einkommen für Landwirt*innen, mehr Tierschutz, sauberes Wasser, gesunde Böden, lebendige Wälder und eine Ernährung, die für alle zugänglich ist, sowohl in der Stadt, als auch auf dem Land.
Unser Antrag: Konkrete Lösungen statt Stillstand
Die Konzeptionslosigkeit von Schwarz-Rot gipfelt daran, dass sie sich nicht einmal zur Internationalen Grünen Woche auf einen Antrag zur Ernährungs- und Agrarpolitik einigen konnten. Anders die Grüne Bundestagsfraktion. Mit unserem Antrag fordern wir die Bundesregierung auf, endlich Verantwortung zu übernehmen und die Agrar- und Ernährungspolitik zukunftsorientiert auszurichten und formulieren, wie das geht. Das wollen wir umsetzen:
- EU-Agrargelder neu ausrichten: Mindestens die Hälfte der EU-Agrarmittel soll an Umwelt-, Klima- und Tierschutz gebunden werden. Öffentliches Geld soll langfristig nur noch für öffentliche Leistungen fließen.
- Faire Preise und starke Regionen: Wir wollen Marktmacht im Handel begrenzen, regionale Verarbeitung stärken, unfaire Handelspraktiken stoppen und mit mehr Preistransparenz faire Erzeugerpreise sichern.
- Gesunde Ernährung für alle: Kostenfreies Mittagessen für Kinder, bessere Verpflegung in Kitas, Schulen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sowie weniger Zucker, Fett und Salz in Lebensmitteln.
- Echter Tierschutz: Verbindliche Mindeststandards für alle Tierarten, eine verlässliche Finanzierung des Stallumbaus, ein Ende qualvoller Tiertransporte und eine umfassende Tierhaltungskennzeichnung.
- Klima- und Umweltschutz stärken: Moore wiedervernässen, Wälder umbauen, Pestizide reduzieren, Grundwasser schützen und den Ökolandbau deutlich ausbauen.
- Ländliche Räume voranbringen: Regionale Wertschöpfungsketten fördern, das Lebensmittelhandwerk stärken und gemeinsam mit den Ländern eine Gemeinschaftsaufgabe „Ländliche Räume“ schaffen.
Wir akzeptieren keine Neuauflage der Agrar- und Ernährungspolitik von vorgestern, die unsere Landwirtschaft in die Sackgasse geführt hat. Unser Antrag zeigt: Eine andere Politik ist möglich – sozial gerecht, ökologisch verantwortungsvoll und wirtschaftlich tragfähig. Jetzt ist die Zeit, gesunde Ernährung und unsere Lebensgrundlagen zu sichern.
Weitere Texte und Dokumente zu diesem Thema
Die Bundesregierung baut Standards ab, streicht Förderungen und verweigert Transparenz. Aber es geht auch anders: Unser Antrag legt konkrete Maßnahmen für gute Lebensmittel, faire Preise und eine nachhaltige Landwirtschaft vor.
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