Tourismus
- Wir wollen möglichst allen Menschen einen Zugang zu Naherholung und Auszeiten vom Alltag ermöglichen. Gleichzeitig müssen auch die Probleme, wie Naturzerstörung, Ressourcenraub, unfaire Arbeitsbedingungen und hohe Emissionen angegangen werden.
- Wir Grüne im Bundestag sind überzeugt, dass Klimaneutralität und ressourcenschonendes Wirtschaften die Grundlagen für einen verträglichen und damit zukunftsfähigen Tourismus sind, der sowohl für Reisende als auch für die Bevölkerung vor Ort einen Mehrwert bedeutet.
- Deshalb setzen wir auf einen vollständig klimaneutralen Tourismus bis 2045, bessere Infrastrukturen und Anbindung für nachhaltige Reisen und faire Arbeitsbedingungen, besonders in ländlichen Regionen.
Unsplash/Tom Jur
Darum machen wir das:
Reisen und Naturerleben sind wertvolle Gegenpole zu unserem oft stressigen Alltag. Sie bieten Räume für Begegnung mit Neuem, Lernmomente, Entspannung und Zeit für Aktivitäten, die uns wichtig sind und aus denen wir Kraft schöpfen. Der Tourismus hat sich zu einem wichtigen Wirtschaftszweig entwickelt. Allerdings ist er auch insbesondere durch An- und Abreisen für knapp neun Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich (Stand 2019), Tendenz steigend. Der Massentourismus ist zudem häufig verantwortlich für die Zerstörung von Naturlandschaften und regionaler Besonderheiten.
Wir Grüne im Bundestag sind davon überzeugt, dass es gelingen kann, den Tourismus nachhaltig und klimafreundlich aufzustellen. Das dient unserem Planeten, Verbraucher*innen, Unternehmen und Destinationen. Dazu wollen wir insbesondere bezahlbare Angebote und nachhaltige Mobilitätsformen und Wirtschaftsmodelle im Inland fördern. Denn mit seinen vielfältigen Regionen, Kultur- und Sportangeboten und der Verbindung von Moderne und Historie hat Deutschland als Reiseland viel zu bieten. Bereits jetzt haben ein Drittel aller Urlaubsreisen ein Ziel im Inland.
Das haben wir umgesetzt:
Dass Tourismus mehr ist als nur ein Wirtschaftszweig haben wir während der Ampel-Regierungszeit mit der Entwicklung einer neuen Nationalen Tourismusstrategie gezeigt. In Zusammenarbeit mit zahlreichen Verbänden, Wissenschaftler*innen und anderen Tourismusakteuren ist es uns gelungen, für einen breiten Austausch zu sorgen und zukunftsweisende Initiativen unter anderem zu den Themen CO2-Reduktion, Fachkräftesicherung und Digitalisierung anzustoßen. Mit der Einführung von Praxischecks in der Gastronomie und der Abschaffung des Hotelmeldescheins für Gäste aus dem Inland haben wir zudem unnötige Bürokratie abzubauen. Wir haben Hürden bei der Einwanderung von Fachkräften durch ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz und ein Chancenaufenthaltsrecht abgebaut und mit dem Deutschlandticket das Reisen quer durch Deutschland bezahlbar gemacht.
Das wollen wir anpacken:
Wir nehmen gezielt die Verbraucher*innen in den Blick und machen Druck auf die Bundesregierung, sich auf EU-Ebene gegen den Abbau von Verbraucherrechten einzusetzen. Dazu wollen wir Urlaub insbesondere für junge Menschen erschwinglich machen und unterstützen klimafreundliche Formen der Anreise sowie der Mobilität vor Ort. Wir wollen die Bahn zum Reisemittel Nummer 1 in Europa machen: Durch den gezielten Ausbau grenzüberschreitender (Nachtzug-)Verbindungen sollen künftig Kurz- und Mittelstrecken vom Straßen- und Flugverkehr auf die Schiene verlagert werden. Aber auch vor Ort wollen wir durch eine gute Finanzausstattung der Tourismusziele nachhaltige touristische Infrastrukturen fördern und einen echten Mehrwert für die Bevölkerung und lokale Unternehmen schaffen: Durch den Ausbau von Rad- und Wanderwegen, die attraktive Gestaltung von Innenstädten und die Förderung nachhaltiger Geschäftsmodelle bereiten wir den Weg dafür, dass Deutschland zu einem nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Tourismusziel wird.
Weitere Texte und Dokumente zu diesem Thema:
Mit dieser Bundesregierung bleibt die Förderung von Gas und Öl in Meeresschutzgebieten möglich – es droht ein Strudel, der den Schutz des Wattenmeers nach unten zieht und dem Klima schadet.
Das Deutschlandticket ist ein echter Game Changer für eine klimafreundliche Mobilität. Es weiter zu verbessern, ist deswegen ein Gebot der Stunde.
Es braucht eine klimagerechte und krisenfeste Aufstellung unseres Tourismus-Standorts. Doch die neue Koalition setzt lieber auf rückwärtsgewandte Maßnahmen wie ziellose Subventionierung der Gastronomie und des Luftverkehrs.
Künftig müssen Reisende beim Einchecken nicht mehr direkt den Stift zücken, denn der sogenannte "Hotelmeldeschein" ist für Inländer bald Geschichte.
Mit dem Fortschrittsbericht gibt es erstmals ein umfassendes Konzept, um die Herausforderungen im Tourismus anzugehen.