Grüne Umweltpolitik im Bundestag in 5 Jahrzehnten

Parlamentarischer Abend

Veranstaltungsdetails

18:00 - 23:00 Uhr
Deutscher Bundestag, Marie-Elisabeth-Lüders-Haus (Anhörungssaal 3.101) Adele-Schreiber-Krieger-Str. 1 10117 Berlin
Zur Anmeldung
bis

Über die Veranstaltung

200 Teilnehmer waren zur Umweltkonferenz “Grüne Umweltpolitik im Bundestag in fünf Jahrzehnten” gekommen, um mit uns zu diskutieren, was wir aus fünf Jahrzehnten grüner Umweltpolitik im Bundestag lernen können – viele Grüne und Umweltbewegte, darunter aus der ersten grünen Bundestagsfraktion Heidemarie Dann (Feminat) und Axel Vogel, ehemalige Bundestagsabgeordnete wie Ulrike Höfken, Sylvia Kotting-Uhl, Hans-Josef Fell und Peter Hettlich, die ehemalige Ministerin für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Ernährung Renate Künast und viele aktuelle Abgeordnete wie die Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge sowie die Naturschutzgranden Michael Succow und Hubert Weiger.

Seit ihrem erstmaligen Einzug1983 gestaltet die grüne Fraktion im Deutschen Bundestag maßgeblich die deutsche Umweltpolitik. Diese fünf Jahrzehnte sollten unter der Fragestellung beleuchtet werden, wie die Voraussetzungen waren, was wir erreicht haben (und was nicht), was wir mitnehmen aus den 80er-, 90er-, 00er-, 10er-, 20er-Jahren. Was hat sich bewährt und was müssen wir anders machen, um (noch) erfolgreicher zu werden? 

Nach der Begrüßung und Einführung durch die Fraktionsvorsitzende Britta Haßelmann diskutieren die für den Arbeitskreis Ökologie der Fraktion im Zeitraum von 1998 bis heute verantwortlichen politischen Koordinator*innen Franziska Eichstädt-Bohlig, Prof. Dr. Reinhard Loske, Bärbel Höhn, Oliver Krischer, Dr. Julia Verlinden und die beiden ehemaligen Bundesumweltminister*innen Steffi Lemke und Jürgen Trittin.

Die Diskussion war keine grüne Selbstbeweihräucherung, sondern eine engagierte und kritisch ehrliche Analyse. Die Panelteilnehmer*innen erinnerten an die Anfänge, als sich durch den Bericht an den Club of Rome „Grenzen des Wachstums“ und andere prominente Veröffentlichungen erst allmählich ein Bewusstsein für die Endlichkeit unserer planetarischen Ressourcen bildete – und welch kraftvolle Bewegung sich daraus entwickelte, die schließlich auch die grüne Partei hervorbrachte. Nach der Phase der Aufklärung und der Professionalisierung der politischen Ökologie folgte zwangsläufig der Wille zur Übernahme politischer Verantwortung und zum Mitregieren, was dann zunehmend in den Bundesländern und dann erstmals 1998 auch im Bund gelang.

Was lernen wir für heute und die Zukunft? Natürlich gab es unterschiedliche Einschätzungen, aber alle waren sich einig darin, dass es heute angesichts der Gefährdung der Demokratie von rechts und der voranschreitenden Klima- und Biodiversitätskrise für uns Grüne darauf ankommen muss, neue Bündnisse zu schmieden und wieder mehr gesellschaftlichen Druck zu entwickeln. Und dazu müssen wir eng zusammenarbeiten mit der aktiven Zivilgesellschaft. In den elf Millionen Mitgliedern der im Deutschen Naturschutz-Ring zusammengeschlossenen Verbände zum Beispiel steckt noch viel Potenzial. Und wir wollen uns angesichts des demografischen Wandels generationenübergreifend unterhaken, um allen Mut zu machen, durchs Mitmachen, durch gute funktionierende Beispiele aus der Praxis wie z. B. jüngst die Volksentscheide für Klimaschutz und Klimavorsorge in Hamburg und Berlin.

Bei allem Backlash, der zurzeit von Schwarz-Rot in Berlin und Brüssel organisiert wird : Umweltbewegung und Grüne können auch stolz sein auf das Erreichte. Dabei dürfen wir nie vergessen, auf wessen Schultern wir stehen, beispielhaft erinnerte Steffi Lemke daran, welche Veränderungen damals die Umweltbewegung in der DDR ausgelöst hat und wie viel dort mit der Einrichtung von Biosphärenreservaten und Umweltschutzgebieten bis heute gelungen ist. 

Nach vorne blickte der Fraktionssprecher für Umwelt- und Naturschutz, Dr. Jan-Niclas Gesenhues, der noch einmal unterstrich, welch epochemachender Durchbruch mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz gelungen ist, um überall in Deutschland Ökosysteme zu erhalten, zu stärken und wiederherzustellen. Und um das umzusetzen und auszugestalten braucht es gemeinsame Anstrengungen, braucht es Verbündete und Bündnisse.

Der Abend klang aus mit der Verabschiedung des langjährigen wissenschaftlichen Koordinators des Arbeitskreises Ökologie der Fraktion Arnd Grewer, der an den Schluss ein Zitat von Winfried Kretschmann stellte: „In Wissenschaft und Wirtschaft wird von Ökosystemen gesprochen. Da haben Menschen etwas vom Wirkungsgefüge der Natur verstanden. Wenn viele zusammenarbeiten, hat das eine ganz andere Kraft als die eines Individuums. Das zeigt: Die Ökos liegen einfach richtig!“

 

  • Veranstalter
    FB 2-Koordinationsbüro (Ökologie)
    Platz der Republik 1, 11011 Berlin
    TEL 030/227 59406
    fachbereich2@gruene-bundestag.de

Programm

Begrüßung und Einführung

Britta Haßelmann MdB 
Fraktionsvorsitzende
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

18:00 Uhr

Diskussionsrunde der aktuellen und ehemaligen politischen Koordinator*innen des Arbeitskreises/Fachbereichs 2

Franziska Eichstädt-Bohlig

Prof. Dr. Reinhard Loske

Bärbel Höhn

Oliver Krischer

Dr. Julia Verlinden MdB

 

Erfahrungen aus der Regierungsperspektive

Jürgen Trittin

Steffi Lemke MdB


Moderation: Arnd Grewer

18:15 Uhr

Fazit und Ausblick

Dr. Jan-Niclas Gesenhues MdB
Leiter der AG Umwelt, Klima und Naturschutz
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

19:15 Uhr

Get-Together

19:30 Uhr

Mit dabei aus der Fraktion

Britta Haßelmann
 

Fraktionsvorsitzende

Dr. Julia Verlinden
 

Stellvertretende Fraktionsvorsitzende

Dr. Jan-Niclas Gesenhues
 

Sprecher für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Steffi Lemke
 

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