Brisantes im Tegernsee

Der Tegernsee in Oberbayern zählt zu den bekanntesten Urlaubsregionen Deutschlands. Jedes Jahr kommen zahlreiche Gäste zum Wandern in die traumhafte Landschaft. Industrie gibt es kaum und die Landwirtschaft beschränkt sich auf Grünland mit sehr hohem Bio-Anteil. Doch selbst in dieser von Natur und Tourismus geprägten Region wird inzwischen eine problematische Chemikalie im Wasser nachgewiesen. Karl Bär, stellvertretender Vorsitzender im Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, hat die Wasserqualität in seinem Wahlkreis getestet.

Im Tegernsee wurde Trifluoracetat (TFA), in einer Konzentration von 0,65 Mikrogramm pro Liter (μg/l) gemessen. Ähnliche Werte fand man im Leitungswasser der Kreisstadt Miesbach (0,78 μg/l) sowie in der Mangfall, die aus dem Tegernsee nach Rosenheim fließt (0,56 μg/l). TFA gehört zu den sogenannten Ewigkeitschemikalien. Es entsteht unter anderem beim Abbau fluorierter Pestizide oder Kühlmittel, gelangt über Regen und Flüsse in die Umwelt, in Böden und Grundwasser, und baut sich dort praktisch nicht mehr ab.

Ich selbst habe die Wasserproben im bayerischen Oberland genommen und zur Analyse an ein spezialisiertes Labor geschickt. Dass TFA sogar rund um den Tegernsee nachgewiesen wird, finde ich erschreckend. Es zeigt, dass unsere Böden und Gewässer inzwischen flächendeckend mit Ewigkeitschemikalien belastet sind. Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen von TFA müssen uns alarmieren. Neue Untersuchungen der Firma Bayer zeigen beispielsweise, dass schon kleinste Mengen die Entwicklung ungeborener Kinder beeinträchtigen können, etwa zu Leber- und Augenschäden führen können.

Noch sind die Werte im Trinkwasser gering, doch sie steigen und TFA baut sich nicht wieder ab. Mit zunehmenden Erkenntnissen über Gefahren des Stoffs muss die EU den Grenzwert senken. Auf die Wasserversorger kommen damit aufwendige und teure Reinigungsverfahren zu. Als Bundestagsabgeordneter setze ich mich mit meiner Fraktion dafür ein, dass alle Pestizide und Kühlmittel, die zu TFA zerfallen, endlich vom Markt genommen werden. Im Rahmen einer Kampagne zum Thema Wasser werden wir einen Antrag in den Bundestag einbringen, um die Freisetzung von Ewigkeitschemikalien umfassend zu verbieten.

„Ewigkeitschemikalien müssen weg, wollen wir die Natur und unser Trinkwasser bewahren!“
Karl Bär, stellv. Vorsitzender im Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat

Bundesland: Bayern
Wahlkreis: Bad Tölz-Wolfratshausen – Miesbach