Ein Moor erwacht zu neuem Leben: Klimaschutz an der Ostseeküste
Mecklenburg-Vorpommern, das Claudia Müller als einzige grüne Abgeordnete im Bundestag vertritt, gehört zu den moorreichsten Bundesländern Deutschlands. Rund 13 Prozent der Landesfläche bestehen aus Mooren. In früheren Zeiten wurden viele von ihnen entwässert, um sie land- oder forstwirtschaftlich zu nutzen. Die Folgen wirken noch lange nach: Trockengelegte Moore stoßen jedes Jahr Millionen Tonnen CO₂ aus. In Mecklenburg-Vorpommern sind sie allein für mehr als ein Drittel aller klimaschädlichen Emissionen verantwortlich.
Stefanie Auer
Direkt vor meiner Haustür in der Nähe von Barth und damit nur einen kräftigen Steinwurf von der Ostseeküste entfernt, verwandelt sich gerade die Landschaft: Auf rund 850 Hektar bekommt hier ein Moor sein Wasser zurück. Die Initiative gehört zum Projekt „Moorklimaschutz an der Ostseeküste“. Es ist Teil des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK), das wir Grünen im Bundestag in der letzten Legislaturperiode durchgesetzt haben.
Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den moorreichsten Bundesländern Deutschlands. Rund 13 Prozent der Landesfläche bestehen aus Mooren. In früheren Zeiten wurden viele von ihnen entwässert, um sie land- oder forstwirtschaftlich zu nutzen. Die Folgen wirken noch lange nach: Trockengelegte Moore stoßen jedes Jahr Millionen Tonnen CO2 aus. In Mecklenburg-Vorpommern sind sie allein für mehr als ein Drittel aller klimaschädlichen Emissionen verantwortlich.
Genau hier setzt das Projekt an. Wasser wird zurück in die Landschaft gebracht, Deiche werden zurückgebaut, Gräben geschlossen. Die Natur bekommt die Chance, sich selbst zu regenerieren. Das Moor wird wieder nass. Landschaftsbilder, die ich seit Jahren kenne, verändern sich Stück für Stück. Neue, lebendige Ökosysteme entstehen, unscheinbare Böden verwandeln sich in echte Klimaschützer. Denn intakte Moore sind natürliche Kohlenstoffspeicher. Nach Schätzungen der Wissenschaftler*innen, die das Projekt begleiten, wird die Fläche etwa 24.000 Tonnen CO2 pro Jahr binden. Doch nicht nur das: Moore sind echte Alleskönner. Tiere und Pflanzen finden hier Lebensräume und auch der Wasserhaushalt in der Region verbessert sich. Moore helfen bei Starkregen und Überflutungen ebenso wie bei Hitze und Dürre.
Für mich macht dieses Projekt Klimaschutz sehr konkret. Denn Klimaschutz ist eben mehr als ein Kasten Bier für den Regenwald – er spielt sich auch hier ab, direkt vor unserer Haustür.