Niedrigwasser in Brandenburg: Vor Ort mit Andrea Lübcke
Der Wasserpegel der Schwarzen Elster in Brandenburg ist diesen Sommer so niedrig, dass unsere Abgeordnete Dr. Andrea Lübcke den Fluss zu Fuß überqueren konnte. Ein ernstes Warnsignal, das zeigt, wie stark die Region unter Trockenheit und einem veränderten Wasserhaushalt leidet.
Die Probleme von heute sind menschengemacht: Vor ihrem kanalartigen Ausbau und der Begradigung im 19. Jahrhundert hatte die Schwarze Elster einschließlich ihrer Altarme eine Länge von über 500 Kilometern. Heute sind von der Quelle bis zur Mündung in die Elbe nur noch knapp 180 Kilometer geblieben.
"Die Schwarze Elster wurde über Jahrzehnte begradigt und von großen Teilen ihrer Aue getrennt. Das rächt sich in Zeiten von Hitze und Dürre besonders deutlich“, sagt Andrea Lübcke.
Denn über lange Zeit wurde abgepumptes Grundwasser aus den Lausitzer Braunkohletagebauen in die Schwarze Elster abgeleitet. Mit dem Rückgang dieser Einleitungen verändert sich auch die Wasserführung des Flusses. In den vergangenen Jahren fielen einzelne Abschnitte der Schwarzen Elster im Sommer immer wieder trocken.
Im Prinzip ist klar, was zu tun ist: Die Schwarze Elster braucht wieder mehr Raum. Wasser muss länger in der Landschaft gehalten werden, damit Böden, Grundwasser und der Fluss selbst besser durch Trockenzeiten kommen. Dafür braucht es mehr Renaturierung, wieder angeschlossene Altarme und Auenflächen, die Wasser aufnehmen können. Hochwasser- und Niedrigwasserschutz gehören an der Schwarzen Elster und an Binnengewässern generell zusammen gedacht.
Für die Schwarze Elster ist eine Lösung in Sicht: ein Projektvorhaben des Aktionsbündnisses Schwarze Elster zur Revitalisierung des Flusses mit Deichrückverlegungen, Altarmanschlüssen und der Rückgewinnung von Auenflächen. Das Projektgebiet umfasst rund 32.700 Hektar und etwa 100 Kilometer Fließgewässer an der Schwarzen Elster sowie an ihren Nebenflüssen. Ziel ist es, die Aufnahmefähigkeit der Landschaft für Wasser zu erhöhen und die Region besser gegen Dürre und Hochwasser zu schützen.
Die Vorhaben sollen aus Mitteln des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz der Bundesregierung gefördert werden. Wir Grüne im Bundestag setzen uns für die Verstetigung des Programms und eine schnelle Umsetzung der Maßnahmen vor Ort ein. Auch umfassende Gesetzesvorhaben zur gerechten Wasserentnahme wie der 6-Punkte-Plan zur Sicherung der Wasserversorgung wären Teil einer nachhaltigen Lösung – für Brandenburg und ganz Deutschland.
„Der niedrige Wasserstand an der Schwarzen Elster ist ein ernstes Warnsignal. Ein Fluss, der stellenweise nur noch wenige Dezimeter Wasser führt, zeigt, wie stark die Region unter Trockenheit und einem veränderten Wasserhaushalt leidet."