Pressemitteilung 09.12.2016

Trauer um Hildegard Hamm-Brücher

Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzende, zum Tod von Hildegard Hamm-Brücher:

Mit Hildegard Hamm-Brücher verliert Deutschland eine aufrechte Demokratin. Ihr gesellschaftliches Engagement war beispielhaft. Durch die bitteren Erfahrungen während der Nazi-Zeit, als sie bei ihrer jüdischen Großmutter aufwuchs, wurden Freiheit und Liberalismus zu Schlüsselbegriffen ihres Denkens und Handelns. „Demokratie muss erkämpft werden“, hat sie einmal gesagt. Ein Satz, der heute wieder ungeahnt aktuell ist. Hamm-Brücher war eine Liberale im besten Sinne: Tolerant, weltoffen und demokratisch. Die FDP von heute war dennoch schon lange nicht mehr ihre politische Heimat. Hildegard Hamm-Brücher war Bündnis 90/Die Grünen seit langem freundschaftlich und zugleich kritisch verbunden. Von den hessischen Grünen wurde sie in den Jahren 2010 und 2012 als Wahlfrau für die Wahl des Bundespräsidenten nominiert. Für sie waren die Parteien Teil der Demokratie, aber nicht die ganze Demokratie. Den Defiziten unserer Demokratie wollte sie mehr Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger entgegensetzen. Wir trauern um eine große Liberale und gute Freundin.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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