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Pressemitteilung 11.09.2018

OECD zeigt Bildungsnotstand auf - Bundesregierung gefordert

Zum heute vorgestellten OECD-Bericht "Bildung auf einen Blick 2018" erklärt Margit Stumpp, Sprecherin für Bildungspolitik:

Die OECD-Studie untermauert das Versagen der deutschen Bildungspolitik: Zum einen sind die Bildungsausgaben mit 4,2% der Wirtschaftsleistung noch unter dem OECD-Durchschnitt und weit entfernt von dem 7%-Ziel.  Zum anderen werden Nicht-Deutsche über die komplette Bildungskette hinweg diskriminiert, sie schneiden in allen Bildungsbereichen zum Teil signifikant schlechter ab.

Außerdem entscheidet das Elternhaus weiterhin überproportional über den Bildungserfolg bzw. -misserfolg. Sprich: Die soziale Selektion an deutschen Schulen verfestigt sich. Die OECD-ExpertInnen unterstützen in ihrer Analyse unsere Forderungen nach mehr Ganztagsschulen, mehr gemeinsamen Unterricht und früher Bildung in den Kitas. Und gerade Schulen in sozialen Brennpunkten brauchen endlich wirksame Hilfe: mehr LehrerInnen und SozialarbeiterInnen und Freiraum für individuelle Förderung.

Der Bund ist nun endlich gefordert, seinen Beitrag zum 7%-Ziel zu leisten. Dieses hatte die Kanzlerin 2008 auf dem Dresdner Bildungsgipfel bereits für 2015 ausgerufen. Während die Länder ca. 3/4 der Bildungsausgaben schultern, versteckt sich die Bundesregierung weiterhin hinter dem Kooperationsverbot. Auch den aktuellen Haushaltsentwurf bestimmen kleines Karo und ein Weiter-So, das heißt es wird trotz der enormen Herausforderungen weiter an der Bildung gespart.

Unser Vorschlag: Weg mit dem Kooperationsverbot, damit der Bund nicht nur in Beton (Infrastruktur) sondern auch Köpfe (Personal) investieren kann. Nur so entkoppeln wir den Lernerfolg vom Elternhaus, schaffen Integration durch Bildung und wirken dem Fachkräftemangel entgegen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher