Pressemitteilung vom 03.12.2019

PISA-Studie muss Weckruf sein

Zur heute veröffentlichten PISA-Studie erklärt Margit Stumpp, Sprecherin für Bildungspolitik:

Die aktuelle PISA-Studie muss ein Weckruf sein. Sie zeigt deutlich, dass der Bildungserfolg in Deutschland nach wie vor stark vom Elternhaus abhängt. Das ist beschämend. Bei der Lesekompetenz ist der Unterschied zwischen privilegierten und benachteiligten Kindern sogar noch größer geworden. Notwendig sind eine bessere Förderung der schwächeren Schülerinnen und Schüler, die am stärksten unter dem segregierten Schulsystem und Lehrkräftemangel leiden, sowie grundsätzliche Qualitätsverbesserungen. Statt Absichtsbekundungen und Lippenbekenntnissen braucht es jetzt endlich eine konzertierte Aktion von Bund, Ländern und Kommunen. Alle Beteiligten müssen an einem Strang ziehen für gute Bildung, gerechte Zukunftschancen und einen modernen Bildungsföderalismus, der einen echten Mehrwert schafft. Hier ist vor allem der Bund gefordert, seine Anstrengungen deutlich auszubauen. PISA untermauert auch unsere Kritik am Digitalpakt. Wir müssen der Gefahr aktiv begegnen, dass der 'digital gap' die Chancenungerechtigkeit nicht noch weiter vergrößert. Dafür müssen die Nachfolgefinanzierung und der Einsatz von IT-Fachkräften gesichert werden.

Höhere Bildungsanstrengungen und -ausgaben sind sowohl individuell als auch gesamtgesellschaftlich zwingend. Denn bessere Leistungen von Schülerinnen und Schülern können den künftigen Wohlstand Deutschlands enorm erhöhen, wie eine aktuelle Ifo-Studie zeigt. Es ist Zeit für einen bildungspolitischen Aufbruch. Dafür braucht es ein Ende des Kooperationsverbotes, eine besondere Förderung der Schwächeren, eine größere Verantwortung des Bundes und mehr länderübergreifende Zusammenarbeit. Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren. Das OECD-Urteil "Durchaus akzeptabel" darf nicht der Anspruch unserer Bildungspolitik bleiben.

 

Margit Stumpp
Sprecherin für Bildungspolitik Sprecherin für Medienpolitik