Pressemitteilung vom 21.10.2019

Gesamtgesellschaftlicher Diskurs für eine zukunftsfähige Landwirtschaft

Zu den für morgen angekündigten Demonstrationen der Initiative „Land schafft Verbindung“ erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Obwohl seit Jahren offensichtlich ist, dass in der Landwirtschaft drastisch umgesteuert werden muss, haben sich Landwirtschaftsminister von CDU und CSU lieber mit Symbolpolitik aufgehalten, statt das Umsteuern in gezielte und verträgliche Bahnen zu lenken. Die Bauern wurden schlecht und einseitig beraten und stehen nun ratlos einer Gesellschaft gegenüber, die in weiten Teilen ihre Art zu Wirtschaften nicht gut heißt. Der dadurch entstandene Unmut wird sich morgen entladen.

In dieser Situation erweisen die Organisatoren von „Land schafft Verbindung“ ihrem Stand jedoch einen Bärendienst. Statt in der Sache um einen gesellschaftlichen Konsens zu ringen, skizzieren sie populistische Zerrbilder. Bauern seien der „Buhmann der Politik“, Kritik an der aktuellen Landwirtschaft „Bauernbashing“. Fakten zu Umweltauswirkungen der intensiven Landwirtschaft – wie etwa das Insektensterben – werden infrage gestellt. Damit ziehen die Organisatoren ihre Wagenburg enger und enger, statt an einer gemeinschaftlichen Vision mitzuarbeiten, wie Landwirtschaft in Zukunft aussehen soll.

Umgerechnet zahlt jede Steuerzahlerin und -zahler pro Person und Jahr 114 Euro in die Landwirtschaft. Daher ist die Forderung, man möge den Landwirten nicht reinreden, nicht haltbar. Dass sich die Art des landwirtschaftlichen Wirtschaftens ändern muss ist zudem wissenschaftlich unstrittig. Es geht also nicht um das Ob, sondern um das Wie. Die Branche wäre hier gut beraten, an konstruktiven Lösungen mitzuarbeiten, statt auf Totalblockade zu stellen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher