Statement vom 09.09.2020

Renate Künast und Friedrich Ostendorff zum Töten männlicher Küken

Zum Töten männlicher Küken erklären Renate Künast, Sprecherin für Tierschutzpolitik und Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Renate Künast:

„Der Ausstieg aus dem Kükentöten ist überfällig und nach der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts von 2019 besteht höchster Zeitdruck, das Elend zu beenden. Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass auch ungeschlüpfte Küken ab dem 7. Tag Schmerzen fühlen können, weshalb die Erlaubnis noch bis Ende 2023 bis zum 9. Tag eine Geschlechtsfeststellung machen zu dürfen, schon wieder nur wirtschaftlichen Interessen folgt.

Es fehlt auch eine Kampagne und die Unterstützung des Ministeriums zur der Zucht des so genannten Zweitnutzungshuhns. Denn die ganze Misere mit den millionenfachen Küken töten oder späterer Verwendung der angebrüteten Eier zu anderen Zwecken, ist nur entstanden, weil man als Legehennen eine bestimmte Zuchtlinie will. Ethisch vertretbar ist das auf die Dauer nicht.

Wenn der Ausstieg aus dem Kükentöten und der Einstieg in neue Zuchtlinien, bei denen Henne und Hahn genutzt werden, gelingen soll, dann müssen Verbraucherinnen und Verbraucher klar erkennen, wie produziert wurde. Eine Kennzeichnung von tierischen Erzeugnissen muss also immer Klarheit schaffen, auch bei Pasta und Kuchen.“

 

Friedrich Ostendorff:

„Den richtigen Zeitpunkt für einen Ausstieg aus dem massenhaften Kükentöten hat Bundesministerin Julia Klöckner völlig verschlafen. Im Koalitionsvertrag war ein Ende des Kükentötens schon für 2019 vereinbart worden.  Zum wiederholten Mal haben sich ihre Hoffnungen, dass es die Geflügelindustrie schon selber Regeln wird, nicht bewahrheitet.

Ihr Gesetzentwurf sieht ein Ende des Kükenschredderns nun erst für Ende 2021 vor. In dem Gesetz sollte klargestellt sein, dass die Geschlechtsbestimmung im Ei vor dem 7. Tag nötig ist. Denn vor dem siebten Bebrütungstag liegt keine Empfindungsfähigkeit der Embryonen vor. Wir erwarten außerdem, dass Alternativen, wie das Zweinutzungshuhn und Bruderhahnaufzucht zusätzlich gefördert werden. Denn das System der spezialisierten Hochleistungszucht geht auf Kosten der Tiere und ist moralisch zweifelhaft.“

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Renate Künast MdB
Renate Künast
Sprecherin für Ernährungspolitik Sprecherin für Tierschutzpolitik