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Aktionsplan Barrierefreies Gesundheitswesen

  • Wir möchten die Teilhabe aller Menschen an der Gesundheitsversorgung verbessern.
  • Nun haben wir einen Aktionsplan für ein inklusives und barrierefreies Gesundheitswesen vorgelegt.
  • Der Aktionsplan ermöglicht einen verlässlichen und einfacheren Zugang und stärkt damit die Selbstbestimmung.

Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen sollen ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können. Dafür hat sich die Grüne Bundestagsfraktion lange eingesetzt und das Anliegen im Koalitionsvertrag bekräftigt. Dies soll sich im Gesundheitswesen widerspiegeln. Denn viele Menschen erleben im Verlauf ihres Lebens Einschränkungen, sei es durch Unfälle, Erkrankungen oder durchs Älterwerden.

So ist es beispielsweise wichtig, dass es beim Zugang zur Arztpraxis keine Barrieren gibt. Auch eine verständlichere Kommunikation macht es Patient*innen einfacher. Solche und andere Maßnahmen enthält nun der Aktionsplan, den die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit vielen Akteurinnen und Akteuren im Gesundheitswesen erarbeitet hat. Er wird nun Schritt für Schritt umgesetzt.

Barrierefreie und inklusive Versorgung und Pflege

Gesundheitsversorgung soll für alle Menschen barrierefrei und gut erreichbar sein. Der Strukturfonds der kassenärztlichen Vereinigungen unterstützt beispielsweise Arztpraxen beim Abbau baulicher Barrieren. Auch die Kommunikation mit den Patient*innen soll schrittweise verbessert werden.

Im Krankenhausbereich werden Hürden beseitigt, um eine gleichberechtigte Versorgung zu ermöglichen. Der Bundes-Klinik-Atlas (verfügbar seit Mai 2024) unterstützt die Patient*innen durch transparente Informationen. Dieses Angebot wird kontinuierlich erweitert und mit neuen Daten ergänzt. 

Barrieren bei der Versorgung in Einrichtungen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) werden ebenfalls abgebaut und Angebote zur Prävention sowie Gesundheitsförderung inklusiver gestaltet. Auch die Barrierefreiheit von Medizinprodukten und Medizintechnik soll systematisch erhöht werden. Außerdem soll das Fachpersonal im Gesundheitswesen besser geschult werden, um eine barriere- und diskriminierungsfreie Versorgung zu ermöglichen.

Die pflegerischen Angebote und Strukturen sollen ausgebaut werden, um Menschen den Zugang zu erleichtern. Die Verfügbarkeit barrierefreier Informationen und der Zugang zur Pflegeberatung sollen stetig verbessert werden. Darüber hinaus können ein Teil der Beratungsangebote auch digital per Videotelefonie erfolgen. 

Kultursensible Kommunikation wird gezielt gefördert und Maßnahmen gegen Rassismus und Diskriminierung werden konsequent umgesetzt. Ziel ist ein inklusives Gesundheitssystem, das Vielfalt anerkennt und stärkt.

 

Inklusive Gesundheitsförderung und Prävention

Krankenkassen sollen künftig passgenaue, barrierefreie und digitale Angebote bei der verhaltensbezogenen Prävention entwickeln. Die spezifischen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen werden dabei besonders berücksichtigt, um eine inklusive Gesundheitsförderung zu gewährleisten.

Die Selbsthilfe soll weiter ausgebaut und die Patientenbeteiligung im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gestärkt werden. Zielgruppengerechte Gesundheitsinformationen werden in barrierefreien, mehrsprachigen und inklusiven Formaten bereitgestellt, um alle Bevölkerungsgruppen besser zu erreichen. Betroffene Kinder und Jugendliche sollen verstärkt in Entscheidungsprozesse eingebunden werden, um ihre Mitbestimmung zu fördern.

Inklusive Digitalisierung

Bei der Digitalisierung sollen die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen besser berücksichtigt werden. Beispielsweise soll die Möglichkeit von digitalen Diensten wie Videosprechstunden verbessert werden. Zudem soll eine qualitativ hochwertige Datengrundlage geschaffen werden, die eine bessere Analyse des Gesundheitszustands der Bevölkerung ermöglicht.

 

Link zum Aktionsplan

Aktionsplan für ein diverses, inklusives und barrierefreies Gesundheitswesen

 

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