Sturmfluten, Hitzewellen, Starkregen: Klimakrise fordert besseren Schutz

An heißen Sommertagen wird die Straße vor der Tür zum Backofen. Nachts kühlt die Wohnung nicht mehr ab, ältere aber auch junge Menschen in der Nachbarschaft kämpfen mit dem Kreislauf, und die Feuerwehr rückt aus, weil wieder ein Wald brennt. Die Klimakrise ist längst bei uns angekommen. Wir Grüne im Bundestag wollen, dass unser Land den nächsten Sommer, die nächste Flut und den nächsten Sturm besser übersteht.

Kurz & Knapp: Ein Land, das Extremwetter standhält

Gegen die Folgen der Klimakrise brauchen wir einen doppelten Plan. Zum einen brauchen wir einen starken Bevölkerungsschutz, den Bund und Länder gemeinsam tragen. Dazu ein Frühwarnsystem, das im Ernstfall jeden erreicht, und Städte, die Hitze und Starkregen aushalten. Zum anderen finanzielle Hilfe für Betroffene von Katastrophen wie im Ahrtal 2021, möglichst bezahlt aus den Gewinnen der Konzerne, die die Krise mitverursacht haben. Und über allem steht: Nur wer die Erderhitzung bremst, macht die Katastrophen der Zukunft kleiner. Deshalb gehört konsequenter Klimaschutz zu jedem ehrlichen Schutzplan dazu.

Um was geht es?

Im Juli 2021 stieg im Ahrtal das Wasser in wenigen Stunden meterhoch. Häuser brachen weg, ganze Straßenzüge verschwanden in den Fluten, mindestens 185 Menschen starben. Wer damals sein Zuhause verlor, spürt die Folgen bis heute. Das Ahrtal hat uns gezeigt, wie schnell aus einem Regentag eine Katastrophe wird.

Seither werden die Auswirkungen der Klimakrise für immer mehr Menschen direkt spürbar. Europa heizt sich doppelt so schnell auf wie der Rest der Welt – schneller als jeder andere Kontinent. 2025 war das drittwärmste Jahr seit Beginn der Messungen, im Schnitt 1,47 Grad wärmer als vor der Industrialisierung. Was früher die Ausnahme war, wird zur Regel: lange Dürren, austrocknende Felder, dann wieder Starkregen, der Keller volllaufen lässt. Im Sommer 2025 brannten in Südeuropa die Wälder, während Hitzewellen Tausende das Leben kosteten. Solche Bilder sind keine ferne Nachricht mehr. Sie zeigen, was auch bei uns möglich ist.

Unsere Maßnahmen im Überblick

Wir Grüne im Bundestag haben einen klaren Plan, damit dich der nächste Extremsommer nicht unvorbereitet trifft:

  • Bund und Länder ziehen an einem Strang. Bisher endet die Zuständigkeit oft an der Landesgrenze, während sich das Hochwasser nicht darum schert. Wir wollen den Bevölkerungsschutz zur Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern machen. So werden Hilfe und Ausrüstung im Ernstfall über Ländergrenzen hinweg koordiniert, statt dass jeder für sich plant.
  • Eine Warnung, die jeden erreicht. Wir stärken den Deutschen Wetterdienst und die Technik dahinter, damit Warnungen früh und zuverlässig ankommen – auch übers Handy per Cellbroadcast, einer Nachricht, die ohne App direkt auf jedes Gerät in der Gefahrenzone geht. Und wir wollen jedes Jahr einen bundesweiten Übungstag, an dem Behörden, Helfer und Menschen vor Ort den Ernstfall gemeinsam durchspielen. Denn im Notfall zählt jede Minute, in der jeder weiß, was zu tun ist.
  • Mit der Natur gegen Hochwasser & Hitze. Der beste Hochwasserschutz ist der natürliche: Wir geben Flüssen wieder mehr Raum, renaturieren Auen und vernässen Moore – sie speichern Wasser wie ein Schwamm und binden CO2. Gesunde Wälder nehmen Regen auf und halten ihn zurück, statt ihn ins Tal schießen zu lassen. Daher wollen wir klimastabile Mischwälder und den Schutz alter Waldbestände. Unsere Städte machen wir zur Schwammstadt: entsiegelte Flächen, in denen Regen versickert, begrünte Dächer, mehr Stadtbäume und schattige Plätze. Das schützt bei Starkregen und kühlt im Hitzesommer. Wo Technik nötig bleibt, denken wir Natur und Technik systemisch zusammen: Deiche verlegen wir wo möglich zurück, Kanäle machen wir fit für Starkregen. So verbinden wir Sicherheit mit Klima- und Artenschutz.
  • Die Ursache bekämpfen: sauberer Strom, saubere Wärme. Jede Tonne Abgase, die wir vermeiden, macht die Katastrophen von morgen kleiner. Wir wollen erneuerbare Energien, Elektroautos und saubere Heizungen schneller voranbringen – statt fossiles Erdgas mit Steuergeld zu verbilligen und Geld aus dem Klimatopf für anderes abzuzweigen.

Warum setzen wir uns dafür ein?

Gute Vorsorge entscheidet darüber, ob eine Flut ein Schrecken bleibt oder ein ganzes Leben zerstört. Sie rettet Menschen aus dem Wasser, hält Strom und Trinkwasser am Laufen und hilft, dass ein Ort nach der Katastrophe wieder auf die Beine kommt. Und sie warnt rechtzeitig, damit Menschen sich in Sicherheit bringen können, bevor die Welle kommt.

Wie viel auf dem Spiel steht, zeigen die Zahlen. Der Rekordsommer 2024 forderte europaweit über 60.000 vorzeitige Todesfälle. Allein im ersten Halbjahr 2026 zählte das Robert Koch-Institut in Deutschland über 5.000 Hitzetote. Und ohne Gegensteuern wird es mehr: Forschende erwarten für Europa bis 2030 rund 68.000 Hitzetote pro Sommer, bis 2050 weit über 120.000. Auch die Schäden wachsen. Zwischen 2000 und 2021 kosteten Extremwetter Deutschland fast 145 Milliarden Euro. Bis 2050 könnten es 900 Milliarden werden – Geld, das für Schulen, Pflege und bezahlbares Wohnen fehlt.

Am Ende geht es um mehr als Zahlen. Es geht um gesunde Wälder, saubere Flüsse und darum, dass unsere Kinder gut durch den Sommer kommen. ebenso ältere und gesundheitlich beeinträchtigte Menschen. Wir wollen ein Land, das nicht erst handelt, wenn das Wasser schon in der Straße steht.

Was die schwarz-rote Regierung macht und warum das nicht reicht

Die Bundesregierung redet zwar über Klimaanpassung und Katastrophenschutz, doch warme Worte retten keine Menschenleben. Zu oft beschwichtigt sie und verwaltet den Stillstand, statt entschlossen voranzugehen. Während die Krise Jahr für Jahr näher rückt, wandern die wichtigen Entscheidungen in Kommissionen und werden vertagt. Das ist ein gefährlicher Weg. Wir können es uns nicht leisten, den Schutz der Menschen auf später zu verschieben und erst zu handeln, wenn die nächste Katastrophe schon da ist. Und beim Klimaschutz darf die Regierung nicht nachlassen, wie sie es mit ihren Haushaltsentscheidungen längst tut.

Wir halten dagegen. Jeder Euro, der heute in Deiche, Warnsysteme und saubere Energie fließt, spart morgen ein Vielfaches an Schäden – und rettet Leben. Diesen Plan haben wir. Jetzt ist die Regierung am Zug.

Wofür wir noch stehen

Zwei Polizisten stehen nebeneinander, sie sind von hinten zu sehen und schauen in einen Park, in dem sich Personen aufhalten.

Innen

Freiheit und Demokratie: Wir kämpfen für einen starken Rechtsstaat, der Sicherheit für alle gewährleistet.

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Tausende Menschen demonstrieren am Brandenburger gegen Rechts. Eine Person hält im Vordergrund ein Schild hoch auf dem steht Kein Platz für nazis

Bürgerrechte

Für einen starken, freiheitlichen Rechtsstaat, der Sicherheit für alle bietet und dabei stets die Wahrung der Freiheitsrechte gewährleistet.

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Eine junge Frau bei einer Demonstration, sie hat ein Megafon in der Hand und blickt in die Kamera. Im Hintergrund weitere protestierende Personen.

Menschenrechte und humanitäre Hilfe

Wir Grüne im Bundestag sagen: Menschenrechte sind universell und unteilbar. Sie sind für uns ein roter Faden grüner Politik.

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