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Fußball-Fanrechte stärken

  • Die friedliche Fußball-Fankultur in Deutschland bedarf mehr Unterstützung. Wir setzen auf mehr Prävention durch Zusammenarbeit aller Beteiligter und höhere Förderung für die sozialen Fanprojekte.
  • Wir sind gegen einseitige Maßnahmen der Konferenz der Innenminister*innen der Länder (IMK).
  • Wir wollen das Zeugnisverweigerungsrecht (§53 StPO) auf die Beschäftigten in der sozialen Fanarbeit erweitern und damit die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Fans erleichtern. 

Die Fußball-WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada steht unmittelbar vor dem Anpfiff. In Deutschland beginnen zeitgleich in den Fußball-Bundesligen die Vorbereitungen auf die kommenden Spielsaisons. Wir legen rechtzeitig vor beiden wichtigen sportlichen Ereignissen unsere Konzepte im Deutschen Bundestag für eine weiterhin friedliche Fankultur und mehr Fanrechte vor (Antrag 21/4293). Mit einem Gesetzentwurf zur Ausweitung des Zeugnisverweigerungsrechts wollen wir das für die Fanprojektarbeit unverzichtbare Vertrauensverhältnis zu den Fans stärken und zugleich für die notwendige Rechtssicherheit sorgen (Gesetzentwurf 21/4290). Damit setzen wir deutlich stärker auf Prävention als die bevorstehende Konferenz der Innenminister*innen der Länder (IMK), die zum wiederholten Mal einseitig die Sanktionsschrauben gegenüber Fans dreht.

Friedliche Fankultur ausbauen – Sozialarbeit in Fanprojekten stärken

Mit zahlreichen Maßnahmen wollen wir die Fußballkultur voranbringen. Dazu gehört in gemeinsamer Verantwortung mit Ländern, Kommunen sowie dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) eine erhöhte Förderung für die über 70 Fußball-Fanprojekte in Deutschland. Denn diese soziale Arbeit ist ein einzigartiger Präventionsbaustein im Profifußball und unterstützt Fußball und Fanszenen vor allem an den Bundesliga-Standorten. Das bedeutet auch: Sozialarbeit benötigt gesetzlichen Schutz und geeignete Verfahrensregeln. Daher wollen wir durch eine Erweiterung des § 53 StPO ein Zeugnisverweigerungsrecht für die sozialpädagogischen Fachkräfte in den Fanprojekten schaffen, um die vertrauensvolle Präventionsarbeit mit Fans zu stärken. Damit schaffen wir Rechtssicherheit für die Beschäftigten und sichern das für ihre Arbeit zentrale Vertrauensverhältnis. Bislang bewegen sich Sozialarbeiter*innen in Fanprojekten in einem rechtlichen Spannungsfeld zwischen Aussagepflicht und möglicher Strafbarkeit wegen Strafvereitelung. Diese Unsicherheit wollen wir beenden – wie es auch ein breites gesellschaftliches Bündnis fordert.

Vor-Ort-Entscheidung bei Stadionverbotsverfahren statt Bundeslösung

Die polizeilichen Bilanzberichte der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) der letzten Jahre belegen: Der Stadionbesuch in Deutschland ist sehr sicher. Dennoch, bei 25 Millionen Zuschauenden in den Fußball-Profiligen wurden 2024/2025 knapp über 1.100 Personen verletzt. Vor Ort in den Bundesligastädten muss daher noch viel umfassender in gemeinsamer Absprache zwischen Polizei, Vereinen und Fanprojekten an der Wahrung einer friedlichen Fankultur und an Rahmenbedingungen gearbeitet werden, die Sicherheit und gegenseitigen Respekt stärken. Daher sehen wir auch die Debatte um die neue DFB-Richtlinie zur bundeseinheitlichen Ausweitung der Stadionverbote überwiegend kritisch. Wir setzen uns dafür ein, dass die Verhängung eines Stadionverbots weiterhin vor Ort abschließend geprüft und nicht in einer bundeseinheitlichen Kommission ausgesprochen werden soll. Dabei müssen Betroffene ein Anhörungsrecht erhalten und es bedarf eines rechtsstaatlich einwandfreien Verfahrens. Gleichzeitig muss eine transparente Evaluierung der polizeilichen Datei „Gewalttäter Sport“ durchgeführt werden, damit nicht Betroffene ohne eigene Kenntnis und Einspruchsmöglichkeiten in der Datei gelistet sind.

Fußball-WM 2026 der Männer in den USA, Mexiko und Kanada

Unsere Linie ist klar: Wir freuen uns auf den Fußball und wir schauen genau hin. Wer Lust auf diese WM hat, soll sie genießen können. Fußball lebt von Emotionen, Gemeinschaft, Fankultur und den Momenten, die Menschen miteinander teilen. Gleichzeitig ist eine WM kein politikfreier Raum. Wenn das Reisen von Fans oder das unabhängige Berichten durch Journalist*innen beschränkt wird und Freiheitsrechte unter Druck geraten, müssen Fragen erlaubt sein. Kritik an den Rahmenbedingungen ist keine Kritik an den Fans oder den einzelnen Spielern. Wir wollen eine WM, auf die sich Menschen freuen können: mit großen Spielen, Fankultur und klarer Verantwortung für Sicherheit, Freiheit, Vielfalt, Bezahlbarkeit und Faninteressen.

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