Veröffentlicht am

Kein Export von gesundheitsschädlichen Pestiziden

  • Untersuchungen belegen, dass Menschen im Globalen Süden, die auf dem Land arbeiten, massiv unter Pestiziden leiden. Die Zahl der Krebsfälle und Fehlgeburten bzw. Missbildungen steigt.
  • Doch noch immer dürfen auch Pestizide, deren Einsatz in der EU bereits verboten ist, in Deutschland hergestellt und exportiert werden.

Auch wenn es schwer zu glauben ist: Bis jetzt ist es erlaubt, Pestizide, die in der Europäischen Union nicht oder nicht mehr zugelassen sind, weil sie sich als gesundheitsschädlich erwiesen haben, hierzulande herzustellen und in Drittländer zu exportieren. In Südamerika, Asien und Afrika werden die giftigen Chemikalien dann unter zudem meist schlechten Schutzbedingungen ausgebracht, zum Schaden der dortigen Bäuerinnen, Landarbeiter und Anwohnerinnen.  Es kommt  zum Beispiel Hautreizungen, Atemnot und Fehlgeburten. 

Auch in Suizidabsicht werden diese hochgiftigen, leicht zugänglichen Chemikalien viel zu oft eingenommen. Der wissenschaftliche Dienst des Bundestags schätzt in einer von Karl Bär MdB angefragten Expertise die Zahl der Selbsttötungen mit Hilfe von Pestiziden auf 168.000 jährlich – das sind fast 20 Prozent der Suizide weltweit (Wissenschaftlicher Dienst des Bundestags, 2022).

Keine gefährlichen Gifte „Made in Germany“ mehr

Derzeit wird eine Vielzahl verschiedener, in der EU verbotener Pestizide exportiert, 2020 laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit  im Umfang von rund 8.250 Tonnen reiner Wirkstoffmenge.

Wir Grüne im Bundestag wollen, dass diese mehr als fragwürdige Praxis, die Profite vor Schutz von Leib und Leben stellt, beenden. 

Das Recht auf körperliche Unversehrtheit der Menschen in den Importländern soll endlich unabhängig vom dortigen Behördenhandeln geschützt werden und Vorrang genießen vor den wirtschaftlichen Interessen von Unternehmen wie Bayer und BASF. Dafür kämpfen zahlreiche Nichtregierungsorganisationen seit vielen Jahren.

Deutschland und Frankreich als Vorreiter für ein faires Europa

Die Bundesrepublik könnte dem Beispiel Frankreichs folgen, das ein solches Verbot bereits erlassen hat und ein wichtiger Partner ist, um das längerfristige Ziel zu erreichen: Ein Export-Verbot auf EU-Ebene. Wünschenswert wäre, auch besonders umweltschädliche Pestizid-Wirkstoffe einzubeziehen, die das Grundwasser kontaminieren und bestäubende Insekten töten.

Es geht auch um Fairness unseren eigenen Bäuerinnen und Bauern gegenüber. Wenn Pestizide, die hierzulande verboten wurden, anderswo noch eingesetzt werden dürfen, dann konkurrieren die Produkte unter ungleichen Bedingungen auf globalen Märkten. Deshalb ist es im Interesse der heimischen Landwirtschaft, hier nicht länger mit zweierlei Maß zu messen.

Und nicht zuletzt geht es natürlich auch um Verbraucherschutz: Pestizide, die anderswo noch eingesetzt werden dürfen, landen oft als Rückstände über importierte Lebensmittel wieder auf unseren Tellern.

Weitere Meldungen zum Thema

Reformen angehen statt Stillstand verwalten - Für ein Sofortprogramm Zukunft

Die Rente reicht oft nicht, Arzttermine sind Mangelware und gute Pflege ist extrem teuer geworden. Wir schlagen deshalb ein „Sofortprogramm Zukunft“ vor, um unseren Sozialstaat endlich gerechter, digitaler und fit für morgen zu machen.

Autor*innenpapier
Autor*innenpapier herunterladen: Reformen angehen statt Stillstand verwalten - Für ein Sofortprogramm Zukunft
Wir geben der Tierhaltung eine Zukunft

Wir Grüne im Bundestag wollen, dass Tiere in Zukunft besser gehalten werden. In der vergangenen Legislatur haben wir den Anfang gemacht, dass immer mehr Tierhalter*innen Tiere besser halten und sich zukunftsfähig aufstellen.

Fachtext
Fachtext: Wir geben der Tierhaltung eine Zukunft
Weniger Antibiotika in der Tierhaltung

Als Grüne im Bundestag ist uns sehr wichtig, dass weniger Reserveantibiotika in der Nutztierhaltung eingesetzt werden, weil sie Menschenleben retten können.

Fachtext
Fachtext: Weniger Antibiotika in der Tierhaltung
Der Ökolandbau schützt unsere Natur

Der Ökolandbau ist zukunftsweisend. Er setzt auf gesunde Böden, vielfältige Fruchtfolgen und geschlossene Nährstoffkreisläufe. Bio-Lebensmittel werden gänzlich ohne chemisch-synthetische Dünger und Pestizide produziert.

Fachtext
Fachtext: Der Ökolandbau schützt unsere Natur
Gemeinsame Agrarpolitik: Ein schwarzer Tag für die Umwelt

Die EU-Kommission hat am 16. Juli 2025 ihre Pläne für die Gemeinsame Agrarpolitik nach 2028 vorgestellt. Das Ergebnis ist ein katastrophaler Rückschritt für die Umwelt und die EU.

Fachtext
Fachtext: Gemeinsame Agrarpolitik: Ein schwarzer Tag für die Umwelt
Es wurden keine Treffer gefunden.

Unsere Publikationen

6 Postkarten liegen auf einem Tisch

Postkarten-Set

Grüne Grüße aus dem Bundestag

Sonstiges
Zur Publikation: Postkarten-Set

Die grüne Fraktion im 21. Deutschen Bundestag

Hier lernen Sie uns und unsere Arbeit kennen.

Flyer & Broschüren
Zur Publikation: Die grüne Fraktion im 21. Deutschen Bundestag
Zwei Hände halten die Weltkugel in ihrer Mitte.

Im Auftrag der Zukunft: Klima- und Naturschutz gestärkt

Dank uns ist Deutschland erstmals auf dem Weg, seine Klimaziele zu erreichen.

Flyer & Broschüren
Zur Publikation: Im Auftrag der Zukunft: Klima- und Naturschutz gestärkt