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Igel schützen – Mähroboter sicherer machen
- Mähroboter verletzen nachts Igel tödlich. Obwohl Länder, Städtetag und über 160.000 Menschen die Bundesregierung zum Handeln auffordert, bleibt sie tatenlos. Die ehrenamtlichen Auffangstationen sind bereits völlig überlastet.
- Der nützliche Igel droht auszusterben. Da Igel sich bei Gefahr einrollen statt zu fliehen, sind nächtliche Mähfahrten lebensgefährlich. Das Problem muss durch klare rechtliche Rahmenbedingungen zügig gestoppt werden.
- Wir Grüne im Bundestag fordern ein sofortiges gesetzliches Nachtfahrverbot, ab 2027 eine technische Tageslicht-Pflicht für Geräte und ab 2030 einen verbindlichen „Igelschutz-TÜV“. Zudem wollen wir Auffangstationen gezielt stärken.
Wer kennt ihn nicht, den stacheligen Gartenbewohner? Igel fressen Schnecken und Schädlinge und sind natürliche Verbündete beim umweltfreundlichen Gärtnern. Doch ihre Population ist in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch gesunken – durch Straßenverkehr, den Rückgang von Insekten, Klimafolgen und den Verlust naturnaher Lebensräume.
Nun kommt eine neue Gefahr hinzu: Mähroboter. Diese weit verbreiteten Geräte mähen oft nachts – genau dann, wenn Igel aktiv sind. Das Problem: Igel fliehen nicht, sie rollen sich bei Gefahr ein. Die scharfen Klingen fügen ihnen schwere bis tödliche Verletzungen zu. Ehrenamtliche Igel-Auffangstationen sind bereits überlastet, viele verhängen Aufnahmestopps. Selbst leicht verletzte Tiere können an Infektionen sterben.
Wenn wir nichts tun, könnten Igel bald ausgestorben sein!
Wir sind nicht allein mit dieser Sorge. Umwelt- und Tierschutzorganisationen, der Deutsche Städtetag und die Umweltminister der Länder haben den Bund bereits zum Handeln aufgefordert. Über 160.000 Menschen haben eine entsprechende Petition unterzeichnet.
Mit unserem Antrag im Deutschen Bundestag greifen wir diese Forderungen auf und fordern wirksame Maßnahmen auf drei Ebenen:
- Sofort: Nutzung nur tagsüber — Ein bundesweites Gesetz soll sicherstellen, dass Mähroboter nur bei Tageslicht betrieben werden dürfen. Das schafft Bewusstsein bei Nutzerinnen und Nutzern und setzt ein klares politisches Signal. Einige Kommunen haben dies bereits per Satzung geregelt.
- Ab 2027: Technische Pflicht — Hersteller sollen verpflichtet werden, ihre Geräte so zu programmieren, dass sie technisch nur bei Tageshelligkeit fahren können. Einige Hersteller haben solche Grundeinstellungen bereits integriert.
- Ab 2030: Igelschutz-TÜV — Ein verbindliches Zertifizierungsverfahren soll sicherstellen, dass Mähroboter Igeln zuverlässig ausweichen. Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Technikexpertinnen und -experten arbeiten bereits an entsprechenden Tests mit Igel-Dummys. So können die praktischen Geräte künftig genutzt werden – ohne Gefahr für Igel oder andere Tiere.
Auffangstationen stärken & Bevölkerung aufklären
Neben technischen Lösungen wollen wir die ehrenamtlichen Igel-Auffangstationen besser unterstützen und entlasten. Gleichzeitig braucht es mehr Aufklärung: Wie gestalte ich meinen Garten igelfreundlich? Verzicht auf Pestizide, wilde Ecken und Reisighaufen können Igeln entscheidend beim Überleben helfen. Auch Kommunen haben Möglichkeiten, Grünflächen so zu gestalten und zu pflegen, dass sie Igeln und vielen anderen Tieren Nahrung und Lebensraum bieten.
Artenschutz beginnt direkt vor unserer Haustür. Schon kleine Veränderungen im eigenen Garten machen einen echten Unterschied: So erleichtert der Einbau von Durchschlupfmöglichkeiten in Gartenzäunen (Igeltore) den Tieren die gartenübergreifende Nahrungssuche. Damit steigt auch die Chance, die Stacheltiere im eigenen Garten beobachten zu können. So schützen wir die Igel und unsere bunt blühenden Gärten.
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