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Gemeinsam Moore schützen und Wasserrückhalt stärken

  • Wiedervernässte Moorflächen halten das Wasser in der Landschaft und speichern Kohlenstoff. Sie stabilisieren das ganze Jahr über den Wasserhaushalt in der ganzen Region. sichern dort die Ernteerträge und ermöglichen eine naturnahe und agrarökologische Bewirtschaftung von Böden und Wäldern.

  • Wir wollen Wiedervernässung, Klimaschutz und zukunftsfähige Wirtschaftsperspektiven für Land- und Waldwirtschaft ermöglichen. Das bedeutet: Betroffene zu Beteiligten machen, Einkommensperspektiven schaffen und Moorschutzverfahren beschleunigen.
  • Unser Ziel ist, resiliente, naturnahe und agrarökologische Bewirtschaftungssysteme zu ermöglichen und aktiv zu fördern. Wir wollen zusammen mit der Land- und Waldwirtschaft die Zukunft gestalten und mit der Natur leben. 

Moore gehören zu den wertvollsten Ökosystemen Deutschlands. Sie beherbergen eine einzigartige Artenvielfalt und sind die natürlichen Schwämme unserer Landschaft. Sie verbessern den Wasserhaushalt in der ganzen Region, sichern dort die Ernteerträge und leisten somit einen Beitrag zur Ernährungssicherheit in Deutschland. Wenn es zu viel Wasser gibt, speichern sie es, wenn es fehlt, geben sie es langsam wieder ab. Ein intaktes Moor speichert zudem pro Hektar deutlich mehr Kohlenstoff als ein Wald. Moore sind die effektivsten terrestrischen Kohlenstoffspeicher des Planeten. Nasse Moorflächen sind also gut fürs Klima, sie halten Wasser ganzjährig in der Landschaft und ermöglichen eine naturnahe und agrarökologische Bewirtschaftung von Böden und Wäldern. 

Während intakte Moorböden wichtige Kohlenstoffspeicher sind, kehrt sich ihr Vorteil im entwässerten Zustand ins Gegenteil um. Große Mengen an Treibhausgasen werden freigesetzt. Heutzutage befinden sich über 90 Prozent der Moorflächen in Deutschland in einem entwässerten Zustand und verursachen jährlich rund 53 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Dies entspricht etwa 7 Prozent der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen. Mit dauerhaft wiederhergestellten Mooren können in Deutschland bis 2045 die Emissionen um mindestens 28 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr reduziert werden. Moore wieder nass zu bewirtschaften, ist eine der wirksamsten Einzelmaßnahmen im Bereich der Landnutzung. Unser Ziel ist, bis 2045 50.000 Hektar Moorflächen pro Jahr wiederzuvernässen und nass zu bewirtschaften.

Nasse Moornutzung wirtschaftlich attraktiv gestalten

Land- und Forstwirtinnen sind die zentralen Akteure, wenn es um die Moore geht. Es ist uns besonders wichtig, sie von Betroffenen zu Beteiligten zu machen. Wir wollen sie unterstützen, indem wir die nasse Moornutzung wirtschaftlich attraktiv gestalten und frühzeitig verlässliche Perspektiven bieten. Zahlreiche Landwirtinnen sind bereit, neue Wege zu gehen – vorausgesetzt, sie erhalten verlässliche Rahmenbedingungen und faire wirtschaftliche Perspektiven. Da auf wiedervernässten Flächen keine Kartoffeln, Getreide und Mais oder kein Grünland mit Süßgräsern mehr angebaut werden können, kommen sogenannte „Paludikulturen“ wie Schilf, Rohrkolben, Torfmoos und Seggen zur Anwendung. Aus der Biomasse lassen sich unter anderem Verpackungsmaterialien, torffreie Gartenbausubstrate, Spanplatten oder Bau- und Dämmstoffe herstellen. Auch eine Weidehaltung wäre bei einem optimalen Wasserstand mit standortangepassten Nutztierrassen wie Wasserbüffeln möglich und ökologisch vorteilhaft. 

In unserem Antrag „Wasserrückhalt und Resilienz stärken – Einkommensperspektiven für Landwirte schaffen und Moorschutzverfahren beschleunigen“ fordern wir vereinfachte und standardisierte Verfahren, klare Ziele und Fristen und leicht umsetzbare Pilotmaßnahmen. Wir wollen dazu unter anderem im Wasserhaushaltgesetz den Schutz und die Wiedervernässung organischer Böden (insbesondere Moore) als eigenständiges wasserwirtschaftliches Ziel ergänzen. Im Klimaschutzgesetz und im Infrastruktur-Zukunftsgesetz sollen Wiedervernässungsmaßnahmen als gemeinwohlorientiertes Ziel festgeschrieben werden. Das Bodenschutzgesetz wollen wir zu einem Bundesbodengesundheitsgesetz weiterentwickeln.

In der letzten Legislatur hat das grüne Umweltministerium das „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ (ANK) und erhebliche Mittel für die Wiedervernässung von Mooren bereitgestellt. Kürzlich hat die Bundesregierung zudem die Paludikultur-Richtlinie veröffentlich. Diese wichtigen Schritte sollten dauerhaft verstetigt werden. Dennoch reichen diese Maßnahmen allein nicht aus. Es braucht eine gezielte Wirtschaftsförderung mit Marktanreizprogrammen, um Wertschöpfungsketten aufzubauen und zu skalieren. Mit einer Wiedervernässungsprämie sollten die Einkommensverluste landwirtschaftlicher Betriebe ausgeglichen und ihre Leistungen einkommenswirksam honoriert werden. Wir wollen zudem gemeinwohlorientierte Wasserentgelte harmonisieren, um Investitionen insbesondere in nachhaltige Gewässerbewirtschaftung zu ermöglichen.

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