Künstliche Intelligenz als Chance für Wettbewerbsfähigkeit und europäische Souveränität

Wie kann Deutschland die Chancen Künstlicher Intelligenz nutzen und gleichzeitig technologische Souveränität, Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken? Mit dieser Frage beschäftigte sich die zweite Sitzung des Wirtschaftsbeirats der Grünen Bundestagsfraktion am 7. Juli. 

Gemeinsam mit den externen Expertinnen und Experten Aya Jaff, Florian Dohmann, Dr. Philip Fox und Kenza Ait Si Abbou diskutierten die Mitglieder des Beirats über die wirtschaftspolitischen Weichenstellungen, die jetzt notwendig sind. Neben den Mitgliedern des Fraktionsvorstandes Katharina Dröge und Dr. Andreas Audretsch sowie den regulären Mitgliedern aus der grünen Bundestagsfraktion Dr. Sandra Detzer, Sandra Stein und Julian Joswig war dieses Mal auch Rebecca Lenhard, Sprecherin für Digitales und Staatsmodernisierung, mit dabei.

Wettbewerb bei Künstlicher Intelligenz gelingt nur europäisch

Im Mittelpunkt stand die Erkenntnis, dass KI längst mehr ist als ein Technologiethema. Sie wird darüber entscheiden, wie innovativ, produktiv und resilient der Wirtschaftsstandort Deutschland und Europa künftig sein wird. Gleichzeitig wurde deutlich: Europas Antwort auf den globalen KI-Wettbewerb kann nur gemeinsam gelingen. Ein starkes europäisches KI-Ökosystem – mit leistungsfähigen Rechenkapazitäten, einer besseren Nutzung und Verfügbarkeit von Daten, offenen Standards und einer stärkeren Kapitalmobilisierung – ist Voraussetzung, um digitale Abhängigkeiten zu verringern und eigene Innovationskraft zu entfalten.

In den Arbeitsgruppen wurde intensiv darüber diskutiert, wie die richtigen Rahmenbedingungen für Unternehmen geschaffen werden können. Genannt wurden unter anderem mehr Reallabore und Testumgebungen, schnellere regulatorische Verfahren, gezielte Investitionsanreize, ein besserer Zugang zu Daten sowie der Ausbau der Rechen- und Energieinfrastruktur. Zugleich wurde deutlich, dass Europa seine Stärken insbesondere bei industriellen KI-Anwendungen und der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Start-ups ausspielen sollte.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die gesellschaftliche Dimension der Transformation. Der Wandel werde nur gelingen, wenn Menschen durch Bildung, Weiterbildung und Beteiligung mitgenommen werden. KI müsse ein Aufstiegsversprechen sein – für Beschäftigte, Unternehmen und den Wirtschaftsstandort insgesamt. Ebenso wurde diskutiert, wie Diskriminierung verhindert, Vertrauen geschaffen und Innovation mit einem klaren europäischen Werteverständnis verbunden werden kann.

Drei Leitlinien prägten die Diskussion:

  • Europäische Souveränität stärken: durch eigene Rechenkapazitäten, Dateninfrastrukturen und Investitionen sowie eine engere europäische Zusammenarbeit.
  • Innovation ermöglichen: mit besseren Rahmenbedingungen für Unternehmen, schnelleren Verfahren, Reallaboren und einer stärkeren Mobilisierung privaten Kapitals.
  • Transformation gemeinsam gestalten: mit Investitionen in Kompetenzen, gesellschaftlicher Beteiligung und einem klaren Fokus darauf, dass KI den Menschen dient.

Die Diskussion machte deutlich: Deutschland verfügt über hervorragende Voraussetzungen – starke Industrie, exzellente Forschung und innovative Unternehmen. Jetzt kommt es darauf an, den technologischen Wandel aktiv zu gestalten und Künstliche Intelligenz konsequent als Chance für Wettbewerbsfähigkeit, nachhaltige Wertschöpfung und Europas wirtschaftliche Zukunft zu nutzen.