Pressemitteilung 18.11.2016

Bundesrechnungshof-Bericht: Betreuung von Arbeitsuchenden muss neu aufgestellt werden

Zu dem Bericht des Bundesrechnungshofes über die mangelhafte Betreuung von Arbeitsuchenden in den Jobcentern erklärt Brigitte Pothmer, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik:

Die Befunde des Bundesrechnungshofes müssen Konsequenzen haben. Es darf nicht dem Zufall überlassen werden, ob Arbeitsuchende gut betreut werden oder nicht. Dafür sind allerdings andere Rahmenbedingungen in den Jobcentern notwendig. Die Beschäftigten müssen sich derzeit um erheblich mehr Arbeitsuchende kümmern als es die offiziellen Betreuungsschlüssel aussagen. Schuld daran ist die strukturelle Unterfinanzierung der Jobcenter. Daran hat Arbeitsministerin Nahles genauso wenig geändert wie an der überbordenden Regelungsdichte und Bürokratie bei der Verwaltung der Arbeitsuchenden. Hätte sie hier für Entlastung gesorgt, hätte die Betreuung der Arbeitsuchenden sofort verbessert werden können.

Arbeitsuchende sind auf passgenaue Unterstützung angewiesen, um wieder in Arbeit zu kommen. Das Verfrachten in irgendwelche Maßnahmen reicht nicht. Erforderlich sind individuelle Integrationsstrategien, die kontinuierlich fortgeschrieben und angepasst werden müssen. Damit das tatsächlich passiert, muss auch die Steuerungslogik in den Jobcentern umgestellt werden. Das Erreichen von Zwischenzielen auf dem Weg zur Beschäftigungsaufnahme wird bisher nicht ausreichend im Erfolgsranking der Jobcenter honoriert.

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