Pressemitteilung 02.11.2016

Langzeitarbeitslose profitieren nicht genug von guter Lage am Arbeitsmarkt

Zu den Arbeitsmarktzahlen für den Monat Oktober erklärt Brigitte Pothmer, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik:

Die Zahlen vom Arbeitsmarkt im Oktober sind erfreulich. Einziger Wermutstropfen bleibt die anhaltend hohe Langzeitarbeitslosigkeit. Auch wenn die Bundesagentur für Arbeit erste Erfolge vermeldet, zeigt ein genauer Blick auf die Zahlen, dass das Knacken der Eine-Million-Marke ein rein statistischer Effekt ist. Über 161.000 Arbeitslosengeld-II-Bezieher über 58 Jahre, die ein Jahr kein Arbeitsangebot bekommen haben, fallen nach wie vor einfach aus der Statistik. Trotz guter konjunktureller Rahmenbedingungen liegt die tatsächliche Zahl der Langzeitarbeitslosen immer noch bei über einer Million. Daran werden auch die Sonderprogramme der Ministerin nichts ändern, die nur einen Bruchteil der Langzeitarbeitslosen erreichen und zudem nur kurzfristige Effekte hervorrufen. De facto wird seit Jahren immer weniger in Arbeitslosengeld-II-Bezieher investiert. Während im Jahr 2011 noch durchschnittlich 964 Euro je erwerbsfähigem Leistungsbeziehenden für Fördermaßnahmen ausgeben wurden, waren es im Jahr 2015 nur noch 741 Euro. Darunter leiden vor allem die, die Unterstützung am dringendsten brauchen.

Es ist höchste Zeit, dass die Arbeitsministerin die Förderung für Langzeitarbeitslose auf eine verlässliche Grundlage stellt. Anstatt kurzfristig angelegter Sonderprogramme braucht es langfristige Unterstützungsmaßnahmen wie den Sozialen Arbeitsmarkt und mehr Investitionen in die Qualifikationen der Menschen - egal ob geflüchtet oder in Deutschland aufgewachsen. Nahles muss das letzte Jahr ihrer Amtszeit nutzen und diese strukturellen Verbesserungen endlich angehen. Nur mit ausreichend finanziellen Mitteln und nachhaltigen Unterstützungsstrategien werden sich die Chancen von Langzeitarbeitslosen und Geringqualifizierten am Arbeitsmarkt verbessern. Denn mit der im kommenden Jahr – auch im Zuge der Fluchtmigration – erwarteten steigenden Arbeitslosigkeit wird es für sie noch schwieriger werden.

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