Pressemitteilung 30.08.2017

Fachkräftemangel: Deutschland braucht ein Einwanderungsgesetz

Zu der Prognos-Studie zum drohenden Fachkräftemangel und dem Fortschrittsbericht 2017 der Bundesregierung, erklärt Brigitte Pothmer, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik:

Die Zahlen belegen eindeutig: Der Fachkräftemangel droht zum größten Risiko für den Wirtschaftsstandort Deutschlands zu werden. Um das zu verhindern, müssen wir in die inländischen Potenziale von Arbeitslosen, Frauen und Älteren investieren und mit einem Einwanderungsgesetz für ausländische Fachkräfte attraktiver werden. Denn auch die entschlossensten Anstrengungen in den Bereichen Bildung, Qualifizierung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden nicht ausreichen, um den zukünftigen Fachkräftebedarf zu decken. Deutschland ist zusätzlich auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Doch die Regeln zur Fachkräfteeinwanderung sind viel zu bürokratisch und kompliziert. Insbesondere die Möglichkeit zur Arbeitssuche nach Deutschland zu kommen läuft weitgehend ins Leere. Im Jahr 2016 nutzen nur etwas mehr als 200 ausländische Hochqualifizierte diesen Weg. Insgesamt über alle Regelungen hinweg kamen im letzten Jahr nur 84.000 Menschen nach Deutschland, um hier zu arbeiten. Wenn wir die Fachkräftelücke nur ansatzweise schließen wollen, dann müssen aber mindestens 200.000 ausländische Fachkräfte jedes Jahr einreisen. Ein Einwanderungsland wie Deutschland braucht ein Einwanderungsgesetz.

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