Pressemitteilung 31.01.2018

Trotz guter Rahmenbedingungen bleiben Spaltungen am Arbeitsmarkt bestehen

Zu den Arbeitsmarktzahlen für den Monat Januar erklärt Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, Sprecher für Arbeitsmarktpolitik:

Auf den ersten Blick sehen die aktuellen Arbeitsmarktzahlen gut aus. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber, dass der Arbeitsmarkt weiterhin gleich mehrfach gespalten ist. Nach wie vor sind über zehn Millionen ohne eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung erwerbstätig. Die Zahl der Erwerbstätigen, die neben einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung einen Nebenjob haben, ist gegenüber dem Vorjahr sogar noch gestiegen, auf mittlerweile 2,8 Millionen.
Die Langzeitarbeitslosigkeit sinkt nur sehr langsam. 

Jeder zehnte Haushalt (9,8 Prozent) in Deutschland bezieht Leistungen zur Grundsicherung für Arbeitsuchende. Dabei sind 63 Prozent der „Hartz IV“-Beziehenden gar nicht arbeitslos. 1,15 Millionen Menschen sind sogar erwerbstätig und müssen aufstockend „Grundsicherung für Arbeitsuchende“ beziehen.

Statt sich wie bisher auf den guten Rahmenbedingungen auszuruhen, sind die Union und die SPD in den Koalitionsverhandlungen gefordert, endlich politische Antworten auf die Spaltungen am Arbeitsmarkt zu finden. Die niedrigen Arbeitslosenzahlen und die positive allgemeine Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt dürfen nicht über die bestehende Probleme hinwegtäuschen.

Es braucht endlich einen inklusiven Arbeitsmarkt, der gesellschaftliche Teilhabe für Alle ermöglicht, einen sozialen Arbeitsmarkt für die, die dauerhaft arbeitslos sind, einen Abbau von prekärer Beschäftigung und eine Sozialversicherungspflicht für alle Beschäftigungsformen.

 

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