Wollige Auf einem Feld stehen Kratzdistel (Cirsium eriophorum), bluehend mit Hummeln und Bienen |

Biologische Vielfalt Naturschutz

Für den Erhalt der Natur und unserer Lebensgrundlagen

  • Das Artensterben hat mittlerweile dramatische Auswirkungen angenommen. Täglich sterben über 100 Pflanzen oder Tierarten unwiederbringlich aus. Ohne eine intakte Natur gefährden wir unsere Lebensgrundlage. Saubere Luft, fruchtbare Böden, Nahrungsmittel und Trinkwasser brauchen funktionierende Ökosysteme. 
  • Wir Grüne im Bundestag stehen für eine Politik, die Schutz und nachhaltige Nutzung unserer natürlichen Lebensgrundlagen vereint. Das Naturerbe der Menschheit ist unveräußerbar und muss für nachfolgende Generationen erhalten werden.
  • Mit zahlreichen Initiativen haben wir uns im Bundestag immer wieder dafür eingesetzt, dass wir unseren Artenreichtum vor der Plünderung schützen. Wir kämpfen  für mehr Natur- und Artenschutz an Land und auf dem Meer, für eine Agrarwende weg von industriellen Agrarfabriken und maßlosem Gift auf den Äckern.

Wir Grüne im Bundestag kämpfen für den Erhalt der Natur und unserer Lebensgrundlagen.

Grüne Landwirtschaft: Mit der Natur statt gegen sie

Die industrielle Landwirtschaft vernichtet Artenvielfalt, denn wildlebenden Tieren raubt sie Rückzugsräume und Lebensgrundlagen, spritzt Ackerkräuter weg, zerstört so die Nahrungskette und damit letztendlich auch unsere Lebensgrundlage. Denn ohne die Wildbienen und deren Bestäubung wären unsere Supermarktregale deutlich leerer. Unsere Form der Agrarwirtschaft hat internationale Auswirkungen auf Mensch und Natur. Wir benutzen mehr Land, als wir in Deutschland bzw. Europa zur Verfügung haben. Das hat katastrophale Auswirkungen für die Menschen und Natur in Übersee. 

Wir fordern:

  • Eine Förderung des Ökolandbaus, damit er endlich den Sprung aus der Nische schafft.
  • Düngegesetze, die unser Wasser und unseren Boden vor Überdüngung schützen.
  • Eine Tierhaltung, die an die Fläche gebunden ist und ökologische Grenzen respektiert ohne massenhaften Import von Futtermitteln.
  • Eine faire Verteilung von Agrargeldern zugunsten von Umwelt- und Naturschutz.
  • Entwaldungsfreie Lieferketten für den Import von z.B. Soja oder Palmöl.

Mehr Informationen auch unter Agrar.

Wilderei: Ein Verbrechen an der Natur

Der Handel mit illegal erworbenen Ressourcen, seien es Elfenbein, exotische Reptilien für das Terrarium im Wohnzimmer oder abgeholzte Tropenbäume, floriert. Schon längst ist das Geschäft mit der Natur fest in der Hand von internationalen Verbrechersyndikaten und auf gleicher Stufe mit Drogen, Menschen- und Waffenhandel angekommen. Wilderei ist nicht nur ein Verbrechen an der Natur, ganze Staatengebilde werden destabilisiert, wenn aus den Einnahmen der Wilderei und Abholzung lokale Rebellengruppen finanziert werden.

Wir fordern:

  • Den Import von Wildfängen in die EU zu verbieten.
  • Ein konsequentes Handelsverbot für Elfenbein und Nashornhorn und auch die Binnenmärkte für den Handel zu schließen.
  • Illegalen Holzhandel konsequent einzudämmen und zu ahnden.
  • Die Unterstützung von internationalen Aktivitäten gegen die Umweltkriminalität.

Meeresschutz: Ökosystem in Gefahr

Wir verschmutzen unsere Meere durch Verklappung, Abfallstoffe, Chemikalien und Erdöl, fischen sie leer und vermüllen sie mit Plastik. Im Pazifik treibt ein Müllstrudel in der Größe von Mitteleuropa. Seevögel, Meeressäuger und Fische halten die Kunststoffteilchen für Nahrung, fressen sie und verhungern so mit vollem Bauch. Über die Nahrungskette gelangt das Plastik schließlich auch in unsere Mägen. Für mehr als eine Milliarde Menschen stellt das Meer die wichtigste Nahrungsquelle dar, die durch die Überfischung zu versiegen droht. Zudem beeinträchtigt die Klimakrise den Naturraum Meer. Die CO2-Emissionen aus fossilen Energieträgern versauern und erwärmen die Meere und gefährden das ökologische Gleichgewicht. Ein Fünftel der artenreichen Korallenriffe ist weltweit bereits verschwunden. Bislang stehen gerade einmal zwei Prozent der Meeresfläche unter Schutz. Gelingt es nicht, in den nächsten Jahren den Raubbau an den Ozeanen und ihre Verschmutzung zu stoppen, werden in naher Zukunft grundlegende Funktionen der marinen Ökosysteme zerstört sein.

Wir fordern:

  • Die marinen Ökosysteme zu bewahren und großflächige Meeresschutzgebiete – auch auf Hoher See – einzurichten .
  • Der Vermüllung und Verschmutzung der Meere Einhalt zu gebieten.
  • Den Klimaschutz zu verstärken und die Versauerung der Ozeane zu stoppen.
  • Die Überfischung zu stoppen, schädliche Fischereipraktiken zu untersagen und nachhaltige Fischprodukte durch transparente Kennzeichnung zu fördern.

Weitere Informationen auch unter Meeresschutz.

Biodiversität: Alle politischen Ressorts sind gefordert

Der Erhalt der Biodiversität muss als Querschnittsaufgabe alle Politikbereiche umspannen. Der klassische Natur- und Artenschutz spielt für den Schutz der biologischen Vielfalt eine unverzichtbare Rolle. Doch wir können die Biodiversität nur dann umfassend bewahren, wenn wir Anstrengungen in allen gesellschaftlichen Bereichen und in allen politischen Ressorts unternehmen und die Rettung der Vielfalt zu einer zentralen Aufgabe machen. Denn die Natur wird in der Landwirtschaft, durch falsche Siedlungs- und Verkehrspolitik oder durch die Klimakrise zerstört. Biodiversitätsschutz ist darum eine Aufgabe für den Staat, den Privatsektor und alle anderen Akteure – und zwar auf allen Ebenen, von der kommunalen bis zu internationalen.

Wir fordern:

  • Eine schnelle und konsequente Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie von allen Ressorts und ausgestattet mit deutlich mehr Haushaltsmitteln.
  • Ökologisch schädliche Subventionen abzuschaffen.
  • Den Einsatz auf der EU-Ebene für eine ökologische und nachhaltige Ausrichtung der gemeinsamen Agrar- und Fischereipolitik sowie eine ausreichende Finanzierung des Natura 2000 Schutzgebietsnetzwerkes sicherzustellen.
  • Den internationalen Biodiversitätsschutz konsequent in allen Bereiche zu integrieren wie z.B. der Handels- und Rohstoffpolitik, der Entwicklungszusammenarbeit sowie dem Klimaschutz.