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Für eine zukunftssichere und nachhaltige maritime Wirtschaft
- Die maritime Wirtschaft ist systemrelevant. Klimakrise, internationale Konflikte und Weltwirtschaft stellen die maritime Branche vor vielfältige Herausforderungen.
- Für eine starke maritime Wirtschaft brauchen wir strategische und nachhaltige Investitionen in Werften und Häfen, für die Produktion von erneuerbaren Kraftstoffen und Offshore-Windanlagen sowie klimafreundlichen Transporten.
- Um unsere gute Ausgangsposition bei Spezialschiffbau, Logistik, Forschung und große Häfen zu stärken, brauchen wir eine konsequente „Made‑in‑Europe“-Strategie, den verlässlichen Ausbau erneuerbarer Energien und eine langfristige und solide finanzielle Unterstützung der maritimen Infrastruktur.
Stärke mit Tradition
Traditionsreiche und innovative Werften und Reedereien, Zulieferbetriebe bis tief in den Süden unseres Landes, international vernetzte Häfen: Die maritime Wirtschaft in Deutschland ist stark. Doch die Klimakrise, das aggressive Auftreten der USA, der harte Wettbewerb mit China und der russische Angriffskrieg in der Ukraine verändern den Welthandel und Handelsrouten. All das trifft diese Branche besonders hart. In der letzten Legislatur haben wir deshalb schon wichtige Weichen für eine strategische Hafenpolitik gestellt (siehe Nationale Hafenstrategie), durch Werftenrettungen wichtiges Know-How erhalten und unsere Energiesouveränität durch den beschleunigten Ausbau der Offshore-Windenergie verbessert.
Bundesregierung verpasst den Zukunftskurs
Die aktuelle Bundesregierung stellt die in der Verfassung verankerten Klimaziele und den Ausbau erneuerbarer Energien immer wieder infrage. Sie verhindert so wichtige Investitionen, zum Beispiel in den Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur und verlangsamt den Offshore-Ausbau. Die fehlende langfristige Finanzsicherung und unklare Zielvorgaben erzeugen Investitionsunsicherheit und schwächen unsere strategische Autonomie.
Auch bei der Hafenpolitik weigert sich die Bundesregierung aktiv zu werden. So verwies sie auf die Zuständigkeit der Länder für die Hafenentwicklung und dass Impulse von den Ländern ausgehen müssten, statt aktiv Gespräche einzuleiten. Wir fordern von der Bundesregierung, dass sie Verantwortung übernimmt, denn Koordinierung von Ausbaubedarfen geht am besten national, in Zusammenarbeit mit den Ländern und am besten auch in Kooperation mit unseren europäischen Nachbarn.
Eine echte Investitionsinitiative scheint die Bundesregierung trotz Sondervermögen Infrastruktur nicht zu planen. Die für die nächsten vier Jahre ins Schaufenster gestellten 400 Millionen Euro für Häfen und grüne Schifffahrt bleiben weit hinter den echten Bedarfen zurück (siehe DENA-Studie ). Unser Zukunftsstandort braucht Zukunftsinvestitionen in Mindesthöhe von 500 Millionen Euro pro Jahr.
Chancen ergreifen und Sicherheit stärken
Investitionen müssen verlässlich, planbar und strategisch sein. Dafür wollen wir die Einnahmen aus der Schifffahrt aus dem europäischen Emissionshandel wieder in Schiffbau, Häfen und Co. stecken. Unsere Häfen sind die Türen zur Welt, wir wollen sie in Stand halten und jährlich zuverlässig Geld dafür in die Hand nehmen.
Die Bundesregierung muss sich auch massiv für eine bessere Verfügbarkeit von grünen Schiffstreibstoffen einsetzen, anstatt Wasserstoff für den Heizungssektor oder E-Fuels in Autos zu verschwenden. Wir fordern den Ausbau der Importinfrastrukturen für grünes Methanol und Ammoniak, denn wir brauchen sie als Treibstoffe für nachhaltige Schifffahrt und für die Energiewende.
Gleichzeitig eröffnet die Energiewende neue Chancen: Auslaufende Kohleverstromung schafft freie Binnenschiff‑Kapazitäten, Offshore‑Wind liefert günstigen Strom und benötigt den Bau von Konverterplattformen – ein neues Standbein für die Werften. Jetzt wäre es dringend notwendig, dass sich die Bundesregierung für starke Made-in-Europe-Vorgaben für kritische maritime Technologien und Infrastrukturen einsetzt, wie sie im Industrial Accelerator Act (IAA) verhandelt werden.
In unserem Antrag „Bedeutung der maritimen Wirtschaft für ganz Deutschland anerkennen – Maritime Wirtschaft nachhaltig stärken und absichern“ führen wir auf, was jetzt dringend ansteht.
Angesichts der vielen Herausforderungen ist es jetzt wichtiger denn je, Kurs auf die maritime Souveränität zu halten: Mit erneuerbaren Energien werden wir unabhängiger, mit strategischer innerdeutscher und europäischer Zusammenarbeit können wir gezielt investieren und mit unserem starken maritimen Know-How die Antriebswende in der Schifffahrt umsetzen.
Nur mit diesen Weichenstellungen kann die deutsche maritime Wirtschaft ihre ganze Kraft entfalten und zu einem starken Motor für Klimaschutz, wirtschaftliche Stärke und europäische Souveränität werden
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