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Internationale Freiwilligendienste stärken – „kulturweit“ erhalten
- Freiwilligendienste sind ein wichtiges Lern- und Orientierungsangebot insbesondere für Jugendliche. Sie werden pro Jahr von mehr als 80.000 jungen Leuten geleistet.
- Drei vom Bund (mit-)geförderte Freiwilligendiensten können im Ausland absolviert werden.
- Die Bundesregierung plant, das vom Auswärtigen Amt finanzierte und seit 2009 bestehende Programm „kulturweit“ 2027 zu beenden. Die Grüne Bundestagsfraktion will dieses wichtige Projekt der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik Deutschlands erhalten.
Internationale Freiwilligendienste unter starkem Druck
Der Deutsche Bundestag hat im Rahmen der Debatte um das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz Ende 2025 die Bundesregierung aufgefordert die Plätze für Freiwilligendienste auszubauen. Außerdem sollten die Rahmenbedingungen für Freiwilligendienstleistende attraktiver ausgestaltet werden. Dagegen kürzt die Bundesregierung bei internationalen Freiwilligendienste wie „weltwärts“ oder plant „kulturweit“ zu streichen. Wir haben Anfang 2026 die Kleine Anfrage „Förderung internationaler Freiwilligendienste durch den Bund“ eingebracht um darauf aufmerksam zu machen, dass der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) (2025 gut 2.100 Freiwillige), „weltwärts“ (2025 etwas 2.350 outgoing und rund 700 incoming) sowie „kulturweit“ (2025 etwa 300 Freiwillige) unter großem Druck stehen. So kritisieren die Träger, dass beim IJFD der vom Bund finanzierte Pro-Platz-Fördersatz von 350 Euro im Monat schon lange nicht mehr ausreicht. Seit der Festlegung von 350 Euro/Monat im Jahr 2011 sind die Reise-, Unterbringungs- und pädagogische Kosten erheblich gestiegen.
Fehlentscheidung „kulturweit“ einzustellen
Die Anfang März 2026 bekannt gewordene Entscheidung der schwarz-roten Koalition, den etablierten und funktionierenden internationalen Freiwilligendienst „kulturweit“ ab 2027 einzustellen, steht im Widerspruch zum politischen Kurs der Bundesregierung, von jungen Menschen mehr gesellschaftliches Engagement und Einsatz einzufordern.
„kulturweit“ ermöglicht es jungen Menschen aus Deutschland, sich in rund 50 Ländern, insbesondere in Europa und Asien, in Kultur, Bildungs- und Natureinrichtungen zu engagieren. Zugleich bietet das Incoming-Programm seit 2015 jungen Menschen aus ausgewählten Ländern die Möglichkeit, für mehrere Monate in Kultur-, Bildungs-, Natur- und Sporteinrichtungen in Deutschland mitzuarbeiten. So wird ein aktuelles Deutschlandbild im Ausland vermittelt, sowie internationale Perspektiven und Erfahrungen in Institutionen und die Gesellschaft in Deutschland hineingetragen.
Viele der „kulturweit“-Freiwilligen engagieren sich auch nach ihrem Freiwilligendienst weiter gesellschaftlich - oft bei den „kulturweit“-Partnern - oder schlagen berufliche und akademische Wege mit internationalem Bezug ein. Mit der Einstellung des Programms droht somit nicht nur der Verlust zukünftiger Austauschformate, sondern auch die Schwächung bereits bestehender internationaler Partnerschaften.
„kulturweit“ und andere internationale Freiwilligendienste erhalten und ausbauen
Daher fordern wir in unserem Antrag „„kulturweit“ erhalten – internationalen Freiwilligendienst sichern und stärken“ die Bundesregierung auf:
- sich für die Stärkung und verlässliche Finanzierung aller internationaler Freiwilligendienste einzusetzen.
- die Entscheidung zur Einstellung von „kulturweit“ umgehend zurückzunehmen und im Bundeshaushalt 2027 die erforderlichen Mittel für eine dauerhafte Finanzierung und Weiterentwicklung von „kulturweit“ zu verankern.
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