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PISA-Studie: Mehr politische Power für Grundbildung und Bildungschancen

  • Die Ergebnisse der aktuellen PISA-Studie 2025 reihen sich ein in den Trend schlechter Bildungsergebnisse für Deutschland: Rund ein Drittel der Jugendlichen erreichen nicht mehr die Mindeststandards in Lesen oder Mathematik, ein Viertel in den Naturwissenschaften
  • Erstmalig wurden Daten zur Lernumgebung erhoben, z.B. die Nutzung digitaler Medien und ihre Auswirkungen
  • Wir fordern jetzt eine Nationale Bildungsoffensive mit einer besser datengestützten Bildungspolitik, konkreten nationalen Bildungszielen und mehr individueller Förderung, egal ob in der Ganztagsschule oder bei der Sprachentwicklung bereits in der Kita

Über 25 Jahre ist der erste „PISA-Schock“ her: Damals stellte sich heraus, dass etwa ein Viertel der Schüler*innen kurz vor dem Abschluss nicht über die notwendigen Mindeststandards in Deutsch und Mathematik verfügen. 25 Jahre später sind die Ergebnisse noch weniger zufriedenstellend. „PISA 2025“ stellt fest: Inzwischen können über ein Drittel der Schüler*innen die Mindestanforderungen nicht erfüllen. Damit liegt Deutschland zwar im internationalen Trend, denn weltweit sinkenden die Basiskompetenzen von Schüler*innen ab. Jedoch ist Deutschland bestenfalls im Mittelfeld, der Trend schlechter als in vielen anderen Staaten. Damit steht auch zur Debatte, ob die deutsche Bildungspolitik seit dem ersten PISA-Schock 2001 in die richtige Richtung geführt hat: Weiterhin hoher Leistungs- und Notendruck, ein Bildungssystem, das zu großen Teilen noch immer auf Abgrenzung, Silodenken und auswendig gelerntes Wissen setzt und ein bildungspolitischer „Wettbewerbsföderalismus“ der eben nicht zum Wettstreit um die beste Bildungspolitik geführt hat, sondern eine kooperative Bildungspolitik „aus einem Guss“ verhindert. Als Grüne im Bundestag setzen wir uns daher schon lange für eine neue Zusammenarbeit im Bildungsföderalismus ein: Wir wollen eine gemeinsame Bildungsoffensive von Bund und Ländern, die sich auch auf nationale Bildungsziele einigt.

Deutschland weit hinten bei Bildungsgerechtigkeit

Deutschland steht in puncto Bildungsgerechtigkeit schlecht da: Herkunft und Geldbeutel der Eltern entscheiden eher darüber, wer einen höheren Schulabschluss schafft als Talent, Neugier und Fähigkeiten. Gerade hier liegt Deutschland unter den OECD-Staaten weit hinten. Wir wollen mehr in Chancengerechtigkeit investieren. Dabei müssen wir bei unseren Kleinsten anfangen – der Grundstein für gute Bildung wird bereits in der Kita gelegt. Statt wie von der Bundesregierung geplant zu sparen, wollen wir den geplanten Bund-Länder-Pakt für die Kitas aufstocken, um damit in frühe Sprachförderung und Kitas in sozialen Brennpunkten zu investieren. Das Startchancen-Programm von Bund und Ländern, das Schulkindern in sozial benachteiligten Lagen helfen soll, wollen wir zudem deutlich ausbauen und auch in den ländlichen Raum bringen. Vor allem Ganztagsschulen bieten den Raum, um Lerndefizite aufzuarbeiten, aber auch besondere Talente zu entfalten. Wir wollen daher stärker in den Aufbau und Betrieb der Ganztagsschulen investieren als die Bundesregierung bisher bereit ist.

Lernen im digitalen Zeitalter im Fokus

Erstmalig trifft die PISA-Studie Aussagen zu Lernumgebungen, wie die Nutzung digitaler Endgeräte oder die soziale Umgebung. Dabei zeigt sich, dass die Nutzungsdauer digitaler Endgeräte einerseits hoch ist, andererseits Jugendliche durchaus offen sind für die Regulation der Handynutzung an Schulen. Nicht zuletzt, weil viele Schüler*innen über Erlebnisse von Cybermobbing und ähnlichem berichten. 

Als grüne Bundestagsfraktion setzen wir uns nicht nur für eine altersgerechte Regulierung von sozialen Medien ein sondern wollen über einen Nationalen Medienkompetenzfonds bundesweit Projekte und Inhalte digitaler Bildung und Medienkompetenzbildung unterstützen.

Brauchen mehr evidenz- und datenbasierte Bildungspolitik

Eine Lehre aus inzwischen einem Vierteljahrhundert PISA-Studien ist jedoch auch: Alleine vom Messen wird das Bildungssystem nicht besser. Wir brauchen eine datengestützte Bildungspolitik, die auch wirklich aus der Wissenschaft lernt und diese Daten für Schulen nutzbar macht. Wir unterstützen daher die Einführung einer Schüler-ID und eines Bildungsverlaufsregister, damit wir Bildungsbiografien nachvollziehen und bildungspolitische Schlüsse ziehen können, warum junge Menschen auf dem Bildungsweg scheitern.

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