Tempo 130: Weniger Sprit, weniger Unfälle, weniger Abgase

Auf deutschen Autobahnen darf gerast werden, so schnell der Motor es hergibt – als einziges westliches Land weltweit. Das kostet Menschenleben, treibt den Spritverbrauch in die Höhe und heizt die Klimakrise an. Wir Grüne im Bundestag haben einen Gesetzentwurf für Tempo 130 vorgelegt. Damit du sicherer ankommst und weniger an der Zapfsäule zahlst.

Kurz & Knapp: Sicherer unterwegs, weniger zahlen an der Zapfsäule

Wir haben einen Gesetzentwurf vorgelegt, der eine Höchstgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern auf Autobahnen einführt. Damit sinken dein Spritverbrauch und Deine Kosten an der Zapfsäule. Gleichzeitig werden weniger Menschen bei Unfällen getötet oder schwer verletzt. Und wir sparen jedes Jahr 3,5 Millionen Tonnen klimaschädliche Abgase ein. Das Gesetz kann schnell wirken – und kostet den Staat praktisch nichts.

Um was geht es?

Du merkst es jedes Mal an der Tankstelle: Sprit ist teuer. Der Krieg im Nahen Osten hat die Ölmärkte durcheinandergewirbelt. Öl wird knapper, die Preise steigen. Die Internationale Energieagentur empfiehlt deshalb: Länder sollten ihren Ölverbrauch gezielt senken. Das drückt die Preise und sichert den knappen Treibstoff für die Bereiche, die ihn wirklich brauchen. Und wo wird das meiste Öl in Europa verbraucht? Im Straßenverkehr – fast 60 Prozent. Der wirksamste Hebel dort: Langsamer fahren.

Das hat einen simplen Grund: Je schneller du fährst, desto mehr Luft muss dein Auto zur Seite drücken. Dieser Luftwiderstand wächst nicht gleichmäßig – er verdoppelt sich, wenn du doppelt so schnell fährst. Dein Motor muss also viel härter arbeiten, und dein Tank leert sich schneller.

Aber es geht nicht nur ums Geld. Im Jahr 2025 sind auf deutschen Straßen 2.770 Menschen gestorben. 48.400 wurden schwer verletzt. Auf Autobahnen gibt es jedes Jahr mehrere tausend Schwerverletzte. Oft trifft es völlig Unschuldige. Und hinter jeder Zahl stehen Familien, Freund*innen, Kolleg*innen, die jemanden verloren haben.

Deutschland ist das einzige westliche Land, das auf dem Großteil seiner Autobahnen unbegrenztes Rasen erlaubt. Das wollen wir ändern.

Unsere Maßnahmen im Überblick

Wir Grüne im Bundestag haben einen Gesetzentwurf vorgelegt, der das Straßenverkehrsgesetz und die Straßenverkehrsordnung ändert. Was bedeutet das konkret für dich?

  • Tempo 130 auf allen Autobahnen. Auf Autobahnen und autobahnähnlichen Straßen gilt künftig eine Höchstgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern für Autos und Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen. Auf anderen Straßen außerorts bleibt es bei 100 Stundenkilometern.
  • Weniger Sprit, weniger Kosten. Wer gleichmäßig 130 statt 160 oder 180 fährt, spart spürbar Kraftstoff. Das entlastet deinen Geldbeutel – gerade in Zeiten hoher Energiepreise.
  • 3,5 Millionen Tonnen weniger Abgase pro Jahr. Das entspricht etwa fünf Prozent aller Abgase von Autos und leichten Nutzfahrzeugen auf Autobahnen. So helfen wir, die Klimakrise zu bremsen.
  • Weniger Tote und Schwerverletzte. Wenn alle ähnlich schnell fahren, gibt es weniger gefährliche Situationen. Niemand muss abrupt bremsen, weil plötzlich ein Raser heranschießt.
  • Saubere Luft. Weniger Tempo bedeutet auch weniger Stickoxide und Feinstaub. Das tut deiner Gesundheit gut.
  • Kontrolle nach fünf Monaten. Die Bundesregierung muss nach fünf Monaten dem Bundestag berichten, wie sich das Tempolimit auf Spritverbrauch, Preise, Abgase und Unfallzahlen ausgewirkt hat.

Warum setzen wir uns dafür ein?

Wir wollen, dass alle Menschen sicher an ihr Ziel kommen. Dass Familien keine Angst haben müssen, wenn sie auf die Autobahn fahren. Dass du dir das Tanken leisten kannst. Und dass wir unseren Kindern und Enkeln eine Welt hinterlassen, in der die Luft sauber ist und das Klima nicht weiter aus den Fugen gerät.

Eine Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen ist dafür der einfachste Schritt. Fast alle unsere Nachbarländer haben das längst. Und die Erfahrung dort zeigt: Der Verkehr fließt besser, es gibt weniger Staus, und die Menschen kommen sicherer an. Auch der ADAC und die Gewerkschaft der Polizei sprechen sich dafür aus. Und die Mehrheit der Bevölkerung wünscht sich ein Tempolimit – besonders Frauen und ältere Menschen.

Tempo 130 hilft auch der Zukunft der Mobilität: Elektroautos fahren mit gleichmäßigem Tempo deutlich weiter. Und automatisiertes Fahren funktioniert besser, wenn nicht einzelne Autos mit 250 Stundenkilometern über die Autobahn rasen.

Was die schwarz-rote Regierung macht – und warum das nicht reicht

Die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD blockiert ein Tempolimit seit Jahren. Dabei ist die Lage im Verkehr alarmierend: Die Abgase im Verkehr sind zuletzt wieder gestiegen. Bis 2030 wird der Verkehr voraussichtlich 187 Millionen Tonnen zu viel ausstoßen – so viel wie kein anderer Bereich. Die Regierung verfehlt ihre eigenen Klimaziele und tut nichts dagegen.

Gleichzeitig sterben jedes Jahr tausende Menschen auf unseren Straßen. Das Ziel, die Zahl der Verkehrstoten auf null zu senken, rückt immer weiter weg. Warum nimmt die Bundesregierung das hin? Es gibt eine Maßnahme, die sofort wirkt, nichts kostet und Menschenleben rettet. Stattdessen ignoriert die Koalition den Wunsch der Bevölkerung und verschleppt den Wandel.

Wir Grüne im Bundestag sagen: Dieser deutsche Sonderweg muss enden. Andere Länder zeigen, dass es besser geht. Unser Gesetzentwurf liegt auf dem Tisch. Die Koalition muss nur zustimmen.

Weiterführende Informationen und parlamentarische Initiativen

Unser Gesetzentwurf für Tempo 130: Wir haben einen konkreten Gesetzentwurf vorgelegt, der das Straßenverkehrsgesetz und die Straßenverkehrsordnung ändert. Hier findest du alle Details. → Gesetzentwurf 

Zahlen des Umweltbundesamtes zu Abgasen im Verkehr: Das Umweltbundesamt zeigt: Der Verkehr ist der Bereich mit der größten Lücke bei den Klimazielen. Tempo 130 kann 3,5 Millionen Tonnen Abgase pro Jahr einsparen. → Umweltbundesamt: Umweltwirkung von Tempolimit

Unfallzahlen auf deutschen Straßen: Im Jahr 2025 wurden 2.770 Menschen im Straßenverkehr getötet und 48.400 schwer verletzt. → Statistisches Bundesamt: Unfallzahlen 2025

Wofür wir noch stehen

Zwei Polizisten stehen nebeneinander, sie sind von hinten zu sehen und schauen in einen Park, in dem sich Personen aufhalten.

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Tausende Menschen demonstrieren am Brandenburger gegen Rechts. Eine Person hält im Vordergrund ein Schild hoch auf dem steht Kein Platz für nazis

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Eine junge Frau bei einer Demonstration, sie hat ein Megafon in der Hand und blickt in die Kamera. Im Hintergrund weitere protestierende Personen.

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Wir Grüne im Bundestag sagen: Menschenrechte sind universell und unteilbar. Sie sind für uns ein roter Faden grüner Politik.

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