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Deutschland braucht endlich eine wirksame Drohnenabwehr
- Drohnen stellen seit längerem eine ernsthafte Gefahr für die innere Sicherheit Deutschlands dar.
- Statt wirksame Gegenmaßnahmen aus einem Guss zu ergreifen, betreibt die Bundesregierung bisher überwiegend Symbolpolitik.
- In unserem Antrag „Deutschland umgehend besser gegen Drohnen sichern – bundeseinheitliche Regelungen für effektive Gefahrenabwehr“ zeigen wir Wege auf, der Gefahr durch Drohnen durch klare Zuständigkeiten, einheitliche Standards und robuste Abwehrmaßnahmen wirksam und effektiv zu begegnen.
Symbolpolitik der Bundesregierung statt wirksamer Abwehrmaßnahmen
Spionage und Sabotage, auch mit Hilfe von Drohnen, stellen seit Langem eine sehr ernste sicherheitspolitische Herausforderung und ernste Gefahr für die innere Sicherheit dar. Die Gefahr geht dabei sowohl von bewaffneten als auch unbewaffneten Drohnen aus. So hat das Bundeskriminalamt allein im Jahr 2025 über 1000 verdächtige Drohnenflüge registriert. Auch stören Drohnenüberflüge den Flugverkehr schon seit längerem massiv: Im letzten Jahr mussten Flughäfen in Deutschland aber auch in unseren Nachbarländern immer wieder ihren Flugverkehr einstellen. Im ersten Halbjahr des Jahres 2026 wurden an deutschen Flughäfen unbekannte 166 Flugobjekte gemeldet, was einem Anstieg um 64 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Außerdem berichten Betreiber von Kritischer Infrastruktur (KRITIS) seit langem vermehrt von Drohnensichtungen. Eine neue Qualität erreichte diese Bedrohungslage durch einen mutmaßlich russischen Anschlagsversuch im August 2026: Eine mit militärischem Sprengstoff bestückte Drohne wurde auf dem Flughafen Leipzig/Halle entdeckt, mit der wohl ein ukrainisches Frachtflugzeug gesprengt werden sollte.
Vor diesem Hintergrund ist ein bundeseinheitliches und entschlossenes Vorgehen zur Drohnenabwehr ein elementarer Bestandteil der notwendigen Sicherheitsoffensive gegen hybride Bedrohungen. Nachdem Bundeskanzler Merz im Herbst 2025 angekündigt hatte, entschlossen und umfassend gegen hybride Kriegsführung vorzugehen, bestehen auf dem Gebiet der Drohnenabwehr indes weiter zahlreiche Schutzlücken. Anstatt Verantwortung zu übernehmen, Schutzlücken umgehend zu schließen und substanzielle Maßnahmen zur Erhöhung der Luftsicherheit in Deutschland schnellstmöglich im Zusammenspiel mit allen relevanten Akteur*innen entschlossen anzugehen, erschöpfen sich die meisten Maßnahmen des zuständigen Bundesinnenministers Dobrindt in Symbolpolitik.
Maßnahmen für eine wirksame Drohnenabwehr
In unserem Antrag Deutschland umgehend besser gegen Drohnen sichern – bundeseinheitliche Regelungen für effektive Gefahrenabwehr zeigen wir Wege auf, der Gefahr durch Drohnen wirksam und effektiv zu begegnen. Zentral dabei ist, das aktuelle Zuständigkeits-Wirrwarr durch eine klare Zuständigkeitskonzentration bei der Bundespolizei aufzulösen. Durch die Übertragung der Aufgabe auf die Bundespolizei wird sichergestellt, dass eine starke Behörde jederzeit den Überblick hat und die Verantwortung trägt. Ein wirksames Schutzkonzept erfordert darüber hinaus eine effektive Detektion von Drohnen. Die zuständigen Stellen müssen in Echtzeit Zugriff auf ein Lagebild haben, das, vor allem an kritischen Standorten, sämtliche Flugobjekte abbildet und durch Identifikationssysteme erkennen kann, ob und inwieweit ein Objekt berechtigt ist, sich innerhalb eines bestimmten Flugraums zu bewegen und von wo es gesteuert wird.
In einem zweiten Schritt müssen unbekannte oder unberechtigte Flugobjekte abgewehrt werden. Die Bundesregierung muss nun zügig die notwendigen technischen Investitionen für eine flächendeckende Detektions- und Abwehrfähigkeit tätigen und die Bundespolizei personell in die Lage zu versetzen, die Aufgabe der federführenden Stelle für die Drohnenabwehr angemessen wahrzunehmen. Außerdem muss die Bundesregierung schnellstmöglich die vollständige Einsatz- und Arbeitsfähigkeit des Drohnenabwehrzentrums herstellen und die Länder angesichts ihrer unterschiedlichen finanziellen, personellen und technischen Ressourcen beim Aufbau und Ausbau eigener Fähigkeiten zur Drohnendetektion und -abwehr finanziell und technisch unterstützen.
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