Veröffentlicht am

EUNAVFOR MED IRINI: Fortsetzung des Beitrags zur Stabilisierung Libyens

  • Der Bundestag hat dem Antrag der Bundesregierung auf Fortsetzung des Einsatzes bewaffneter deutscher Streitkräfte an der EU-Operation EUNAVFOR MED IRINI um ein weiteres Jahr bis zum 30. November 2026 zugestimmt.
  • Die jetzige Bundesregierung hat die umstrittene Ausbildung der libyschen Küstenwache explizit wieder in den Mandatstext aufgenommen. Deshalb haben wir Grüne im Bundestag uns dieses Mal enthalten.
  • Angesichts systematischer Verbrechen gegen Flüchtende und Migrant*innen in Libyen ist die Mission menschenrechtlich problematisch. Es braucht ein klares Mandat für die Seenotrettung.

Seit fünf Jahren trägt die EU-Mission IRINI dazu bei, das VN-Waffenembargo gegen Libyen auf hoher See umzusetzen und auch den Schmuggel von Öl zu verhindern. Die Mission ist Teil eines größeren Ansatzes der EU-Mitgliedsländer, den Einigungs- und Transitionsprozess in Libyen zu begleiten. Die Lage im Land bleibt trotz des Waffenstillstands äußerst fragil und eine politische Einigung zwischen den Machthabern in Ost- und Westlibyen ist weiterhin offen. 

Gerade weil die Situation so schwierig ist, bleibt es eine wichtige Aufgabe, gemeinsam mit den europäischen Partnern den politischen Prozess sowie die Bemühungen der VN zu unterstützen. Die Mission dient auch der Stabilität des Landes und dem Schutz der Menschen vor Ort. Sie ermöglicht uns gleichzeitig auch ein besseres Lagebild über die Schifffahrt im Mittelmeer.

Bundesregierung dreht das Rad zurück

Seit Jahren steht das Verhalten der libyschen Küstenwache in der Kritik. Sie wird für schwerste Menschenrechtsverletzungen wie Folter, Erpressung, Menschenhandel und auch Korruption verantwortlich gemacht. Seenotrettungsorganisationen, berichten wie ihre Arbeit systematisch behindert wird. Sowohl von gefährlichen Manövern, die Menschenleben gefährden als auch von Schüssen auf Rettungsboote und Flüchtlinge ist immer wieder die Rede. Die Ampelregierung hatte deswegen nicht nur die Seenotrettung finanziell besser ausgestattet, sondern auch die Unterstützung der libyschen Küstenwache explizit aus dem Mandat gestrichen. Die Vereinten Nationen selbst haben in ihrer Überprüfungsmission festgehalten, dass die europäische Unterstützung für die libysche Küstenwache die Begehung von Verbrechen begünstigt hat. Anstatt bei den anderen europäischen Partnern dafür zu werben, dass die Unterstützung der libyschen Küstenwache nicht fortgeführt wird, nimmt die Bundesregierung diesen Teil wieder in den deutschen Mandatstext auf. Wegschauen und normalisieren kann für uns kein Maßstab sein, deswegen haben wir uns dieses Mal enthalten. Wir erwarten, dass die Bundesregierung das Mandat wieder korrigiert.

Weitere Texte und Dokumente zum Thema

UNMISS: Fortsetzung der Unterstützung im Südsudan

Der Bundestag hat der Verlängerung des UN-Einsatzes im Südsudan zugestimmt. Er hilft dabei, die notleidende Bevölkerung vor Ort zu unterstützen. Der politische Prozess kommt unterdessen nicht weiter und droht sogar zu scheitern.

Fachtext
Fachtext: UNMISS: Fortsetzung der Unterstützung im Südsudan
Internationalen Strafgerichtshof schützen, Völkerrecht verteidigen

Die USA sanktionieren den Internationalen Strafgerichtshof. Das ist ein beispielloser Angriff auf die völkerrechtliche Ordnung. Wir fordern in unserem Antrag die Aufhebung der Maßnahmen und einen entschlossenen Schutz des Völkerstrafrechts.

Fachtext
Fachtext: Internationalen Strafgerichtshof schützen, Völkerrecht verteidigen
EUNAVFOR ASPIDES: Fortsetzung der EU-Marinemission im Roten Meer

Die Bundeswehr beteiligt sich weiter an der riskanten EU-Mission ASPIDES im Roten Meer. Die Lage hat sich seit den US-Angriffen auf den Iran und das Vordringen der Houthi enorm verschlechtert. Wir Grüne haben uns enthalten.

Fachtext
Fachtext: EUNAVFOR ASPIDES: Fortsetzung der EU-Marinemission im Roten Meer
85 Jahre Massaker von Babyn Jar – Gedenken und Verantwortung

Wir Grünen im Bundestag gedenken der Opfer des Massakers von Babyn Jar 1941 in der Ukraine. Heute geht es darum, dass Deutschland seine historische Verantwortung für die Ukraine annimmt.

Fachtext
Fachtext: 85 Jahre Massaker von Babyn Jar – Gedenken und Verantwortung
Britta Haßelmann zum Jahrestag des Terrorangriffs der Hamas, Ex-BND-Chef Hanning, Zustand der Koalition und zu LT Sachsen-Anhalt

Morgen jährt sich zum dritten Mal der brutale Terrorangriff der Hamas auf Israel. Mehr als 1200 Opfer! Wir fühlen mit vielen, vielen Menschen in Israel.

Pressestatement der Fraktionsvorsitzenden
Pressestatement der Fraktionsvorsitzenden: Britta Haßelmann zum Jahrestag des Terrorangriffs der Hamas, Ex-BND-Chef Hanning, Zustand der Koalition und zu LT Sachsen-Anhalt
Es wurden keine Treffer gefunden.

Unsere Publikationen

Die grüne Fraktion im 21. Deutschen Bundestag

Hier lernen Sie uns und unsere Arbeit kennen.

Flyer & Broschüren
Zur Publikation: Die grüne Fraktion im 21. Deutschen Bundestag
Britta Haßelmann und Katharina Dröge auf der Fraktionsebene des Deutschen Bundestags

Blick nach vorn

profil:GRÜN 7/2025

Zeitschrift
Zur Publikation: Blick nach vorn
Das Logo für Menschenrechte, das die Silhouette einer offenen Hand mit der eines Vogels (Friedenstaube) vereint, in Blau auf grünem Hintergrund.

Im Auftrag der Zukunft: Grüne Außenpolitik

Wir treiben eine strategische Neuausrichtung und wertegeleitete Außen- und Sicherheitspolitik voran.

Flyer & Broschüren
Zur Publikation: Im Auftrag der Zukunft: Grüne Außenpolitik