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Immobilienverwaltung - Weniger Papier, mehr Know-how

  • Immobilienverwalter*innen und Makler*innen tragen große Verantwortung: Sie verwalten hohe Vermögenswerte, beraten Verbraucher*innen bei weitreichenden Entscheidungen und prägen, ob unser Gebäudebestand sozial und klimagerecht modernisiert wird.
  • Die Bundesregierung wollte unter dem Label des Bürokratieabbaus die Weiterbildung für diese Berufe streichen. Das wäre kein Bürokratieabbau, sondern Qualitätsabbau.
  • Wir Grüne im Bundestag fordern stattdessen einen echten Sachkundenachweis, verbindliche Weiterbildung und digitale Verfahren, die wirklich entlasten, statt die Qualität von Verwaltung und Vermittlung für Eigentümer*innen und Mieter*innen zu schleifen.

Immobilienverwaltung und Immobilienvermittlung sind keine Nebensache. Wer Wohnungen verwaltet, trägt Verantwortung für das Eigentum vieler Menschen, für hohe treuhänderisch verwaltete Beträge, für die Umsetzung von Beschlüssen in Wohnungseigentümergemeinschaften und für die Frage, ob Gebäude gut instandgehalten und modernisiert werden. Wer Immobilien vermittelt, begleitet Menschen oft bei einer der größten finanziellen Entscheidungen ihres Lebens.

Gerade deshalb braucht es in diesen Berufen klare fachliche Standards. Rechtliche, kaufmännische, technische und organisatorische Kenntnisse sind unverzichtbar. Fehler in der Verwaltung können Eigentümer*innen teuer zu stehen kommen, Mieter*innen belasten und notwendige Investitionen in einen sozial- und klimagerechten Gebäudebestand ausbremsen. Fehlende Qualifikation in der Vermittlung kann Verbraucher*innen in wirtschaftlich schwierige Situationen bringen.

Die Bundesregierung hat beim Bürokratieabbau zunächst an der falschen Stelle angesetzt. Sie plante, die bisherige Weiterbildungspflicht für Immobilienverwalter*innen und Makler*innen ersatzlos zu streichen. Nach unserer Kritik und der Kritik des Fachverbands wurde dieser Fehler zumindest für die Immobilienverwaltung teilweise korrigiert. Das reicht aber nicht. Wer Qualität sichern will, darf Weiterbildung nicht abschaffen, sondern muss zusätzlich einen verbindlichen Qualifikationsstandard beim Berufszugang schaffen. Darum haben wir Grüne im Bundestag einen Entschließungsantrag für einen Sachkundenachweis und Bürokratieabbau in den Bundestag eingebracht. 

Sachkunde statt Qualitätsabbau

Wir Grüne im Bundestag fordern deshalb einen echten Sachkundenachweis für Immobilienverwalter*innen und Makler*innen in der Gewerbeordnung. Ein Sachkundenachweis ist eine Bescheinigung, die zeigt, dass eine Person genügend Wissen und praktische Fähigkeiten hat, um eine bestimmte Tätigkeit sicher und richtig auszuüben. 

Dieser soll mindestens drei Punkte umfassen: 

  1. eine verpflichtende berufliche Zertifizierung durch eine Sachkundeprüfung bei der IHK,
  2. eine jährliche Weiterbildung von mindestens 15 Stunden,
  3. verbindliche Qualitätsanforderungen an diese Weiterbildung. Dazu gehören die dokumentierte Teilnahme, Lernerfolgskontrollen bei Selbststudium, digital vorhaltbare Nachweise und ein aktueller Themenkatalog. 

Weiterbildung allein ersetzt keinen verbindlichen Qualifikationsstandard. Sie ist wichtig, damit Fachwissen aktuell bleibt. Aber sie stellt nicht sicher, dass beim Berufszugang überhaupt ein Mindestmaß an Fachkompetenz vorhanden ist. Genau das leistet ein Sachkundenachweis.

Damit stärken wir den Markt der Immobilienverwaltung und Immobilienvermittlung und wir schützen Eigentümer*innen und Mieter*innen vor den Auswirkungen mangelnder Fachkenntnis. Denn wer Immobilien verwaltet oder vermittelt, muss wissen, welche rechtlichen Pflichten gelten, wie Gelder ordnungsgemäß verwaltet werden und welche technischen Anforderungen Gebäude erfüllen müssen.

Bürokratieabbau muss wirklich entlasten

Bürokratieabbau ist richtig, aber er darf nicht zulasten von Qualität, Sicherheit und Vertrauen gehen. Entlastung entsteht nicht dadurch, dass Qualifikationsanforderungen gestrichen werden. Entlastung entsteht, wenn Verfahren einfacher, digitaler und einheitlicher werden. 

Deshalb fordern wir echten Bürokratieabbau in der Immobilienverwaltung und -vermittlung: 

  1. Nachweise sollen digital dokumentiert und künftig mit der EUDI-Wallet verknüpft werden können.
  2. Das Grundbuchregister muss schneller digitalisiert und Schnittstellen müssen standardisiert werden, damit Daten nicht immer wieder neu eingereicht werden müssen.
  3. Papierarchive sollen durch eine rechtssichere elektronische Aufbewahrung ersetzt werden und Aufsichtsbehörden sollen digital auf Unterlagen zugreifen können.
  4. Beim Wechsel einer Immobilienverwaltung braucht es ein verpflichtendes, einheitliches Format für die digitale Datenübergabe, damit Medienbrüche vermieden werden. 

Das ist der Unterschied zwischen symbolischem Bürokratierückbau und echter Modernisierung. Wer Papierpflichten abbaut, digitale Verfahren ermöglicht und Standards vereinheitlicht, entlastet Unternehmen und Verwaltungen tatsächlich. Wer dagegen Weiterbildung streicht, baut keine Bürokratie ab, sondern schwächt die Qualität am Markt.

Für einen verlässlichen Immobilienmarkt

Der Immobilienmarkt steht unter Druck. Viele Menschen suchen bezahlbaren Wohnraum. Eigentümer*innen müssen hohe Investitionen stemmen. Wohnungseigentümergemeinschaften treffen komplexe Entscheidungen über Sanierung, Energieeffizienz und Instandhaltung. Mieter*innen sind darauf angewiesen, dass Verwaltungen professionell handeln und Kosten nachvollziehbar bleiben. Gerade in dieser Lage brauchen wir mehr Verlässlichkeit, nicht weniger. Ein Sachkundenachweis schafft Vertrauen in die Arbeit von Immobilienverwalter*innen und Makler*innen. Er schützt Verbraucher*innen, stärkt seriöse Anbieter*innen und sorgt für faire Bedingungen auf dem Markt. 

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