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Organisierte Kriminalität endlich wirksam bekämpfen!
- Die Organisierte Kriminalität nimmt jedes Jahr hohe Milliardensummen ein und unterwandert damit Staat und Gesellschaft.
- Die Bundesregierung tut bisher viel zu wenig, um diesem Problem wirklich zu begegnen. Ihr Aktionsplan gegen Organisierte Kriminalität ignoriert zentrale Problemfelder.
- In unserem Antrag „Organisierte Kriminalität systematisch zerschlagen“ zeigen wir, wie es besser geht und schlagen einen detaillierten Maßnahmenkatalog vor, um das Problem ganzheitlich anzugehen.
Eine Gefahr für uns alle
Organisierte Kriminalität zählt weltweit zu den größten Bedrohungen für die öffentliche Sicherheit, den Rechtsstaat und die Bevölkerung. Gruppen Organisierter Kriminalität (OK-Gruppierungen) beuten Menschen aus, infiltrieren legale Wirtschaftsbereiche, zerstören die Umwelt und unterwandern Demokratien. Dabei begehen sie massive Menschenrechtsverletzungen bis hin zu Menschenhandel und Mord. Die meisten Aktivitäten finden jedoch im Verborgenen fernab der breiten Öffentlichkeit statt. Die meisten OK-Gruppierungen agieren hochprofessionell, bauen betont bürgerliche Fassaden auf und versuchen, den Anschein legitimer Geschäftsleute zu erwecken und nicht aufzufallen.
Schätzungen zufolge nehmen die Ok-Gruppierungen jährlich dreistellige Millionenbeträge ein. Allein die italienische Mafia-Organisation „Ndrangheta“ hat einen geschätzten Jahresumsatz, der mit der Größe eines deutschen Automobilhersteller vergleichbar ist. Diese Erlöse werden reinvestiert in legale Unternehmen, Immobilien, Wertgegenstände sowie in den Ausbau krimineller Strukturen. Die OK-Gruppierungen sind vielerorts bereits tief verwurzelt in Gesellschaft, Wirtschaft, Justiz und Politik und richten massiven Schaden an.
Die Hauptaktivität der meisten OK-Gruppierungen ist aufgrund hoher Lukrativität bis heute die Rauschgiftkriminalität. Rekordfunde wie die 2024 am Hamburger Hafen entdeckten 35 Tonnen Kokain im Wert von mehreren Milliarden Euro geben winzige Einblicke in einen stark zunehmenden Drogenhandel und die zunehmende Abwicklung auch über deutsche Seehäfen.
Doch die Organsierte Kriminalität entwickelt sich stetig weiter und erobert neue Betätigungsfelder. Zunehmend gewinnen dabei flache, flexibel strukturierte Zusammenschlüsse und ad hoc Allianzen an Bedeutung, die nach dem Prinzip „Crime-as-a-service“ arbeiten. Ein weiteres oft unterschätztes zentrales Betätigungsfeld Organisierter Kriminalität ist die Umweltkriminalität.
Eine zusätzliche Herausforderung stellt die internationale Dimension der Organisierten Kriminalität dar. Laut Bundeslagebild Organisierte Kriminalität für das Jahr 2025 hat das Bundeskriminalamt (BKA) in 70 % der polizeilichen Ermittlungen eine transnationale Zusammenarbeit von OK-Gruppierungen festgestellt. Durch weltweite Vernetzungen weiten OK-Gruppierungen ihren Markt für kriminelle Tätigkeiten aus. Gleichzeitig nutzen sie gezielt die Grenzen nationaler Zuständigkeiten und den teils fehlenden Informationsaustausch zwischen den Staaten aus, um sich der Strafverfolgung zu entziehen. Hinzu kommen digitale Technologien und künstliche Intelligenz, die in den letzten Jahren wie ein Brandbeschleuniger für Organisierte Kriminalität gewirkt haben.
Gezielte Maßnahmen statt Symbolpolitik und Massenüberwachung
Deutschland muss sich angesichts dieser Entwicklungen im Bereich der Organisierten Kriminalität sehr viel wehrhafter aufstellen. Es braucht dringend eine Sicherheitsoffensive gegen Organisierte Kriminalität.
Der am 25. Februar 2026 durch die Bundesregierung beschlossene Aktionsplan gegen Organisierte Kriminalität ist bisher nur ein Flickenteppich aus Maßnahmenankündigungen, die eine ganzheitliche Strategie und Umsetzung schmerzlich vermissen lassen. Die Verbesserung internationaler Zusammenarbeit und Informationsaustausch werden wenig konkret oder nur inselartig angegangen, obwohl ein europäisch und international abgestimmtes Vorgehen eine der wichtigsten Stellschrauben für die Bekämpfung Organisierter Kriminalität ist. Die ebenfalls dringend notwendige Intensivierung der Förderung von Forschung, Zivilgesellschaft, Entwicklungszusammenarbeit und Prävention Organisierter Kriminalität wird nicht als wesentlicher Baustein im Vorgehen gegen OK erkannt und findet keinerlei Berücksichtigung.
In unserem Antrag „Organisierte Kriminalität systematisch zerschlagen“ zeigen wir detailliert auf, welche Maßnahmen nötig sind, um die organisierte Kriminalität endlich wirksam in den Griff zu bekommen, statt nur Symbolpolitik zu betreiben. Zentral ist dabei, eine ganzheitliche nationale Strategie gegen Organisierte Kriminalität unter Einbindung aller Ressorts zu entwickeln, die Ressourcen national und international, in Staat und Zivilgesellschaft effektiv bündelt und stärkt. Unseren detaillierten Maßnahmenkatalog findest du hier.
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