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Unser Modell für ein zukunftsfähiges Elterngeld

  • Die Bundesregierung will beim Elterngeld massiv einsparen: Künftig sollen Eltern nur noch zwölf Monate Elterngeld erhalten, und das nur, wenn beide Elternteile mindestens drei Monate übernehmen. Die Zeit bis zum Abschluss der Kita-Eingewöhnung wäre nicht mehr abgedeckt. Was als Anreiz für mehr Gleichstellung verkauft wird, ist in Wahrheit ein Sparvorhaben auf dem Rücken von Eltern und insbesondere Müttern.
  • Es braucht ein zukunftsfähiges Elterngeld: Fehlende Anpassungen bei Mindest- und Höchstbetrag sowie bestehende Fehlanreize erschweren eine gleichberechtigte Aufteilung. Gleichzeitig ist Flexibilität erforderlich: Mütter, deren Partner keine Elternzeit nehmen, müssen im ersten Lebensjahr des Kindes abgesichert werden.
  • Wir fordern ein modernes Elterngeld mit höheren Leistungen, sechs exklusive Monate für jedes Elternteil, einer Ausweitung der Bezugsdauer auf 18 Monate, mehr gemeinsamer Zeit, unter anderem durch die Umsetzung der Familienstartzeit, sowie besseren Regelungen für Alleinerziehende, Pflegeeltern und Selbstständige. 

Für ein zukunftsfähiges Elterngeld: Familien stärken und Gleichstellung fördern

Gerade angesichts niedriger Geburtenzahlen und des demografischen Wandels braucht es eine starke und verlässliche Unterstützung von Familien. Das Elterngeld ist dabei eine der wichtigsten familienpolitischen Leistungen in Deutschland. Es hilft Eltern dabei, Zeit mit ihrem Kind zu verbringen, ohne in finanzielle Nöte zu geraten und Familie und Beruf besser miteinander zu vereinbaren. Doch seit seiner Einführung 2007 wurde es nicht ausreichend weiterentwickelt.

Immer mehr Eltern wünschen sich eine gleichberechtigte Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit. Die Realität sieht jedoch häufig anders aus: Frauen bezogen im Jahr 2025 durchschnittlich 11,5 Monate Basiselterngeld, Männer lediglich 2,8 Monate. Eine ungleiche Verteilung von Sorgearbeit führt für Frauen häufig zu Nachteilen bei Einkommen, beruflicher Entwicklung und Alterssicherung. Gleichzeitig wünschen sich viele Väter mehr Zeit mit ihren Kindern.

Die Bundesregierung setzt die falschen Prioritäten

Statt das Elterngeld angesichts dieser Herausforderungen zu stärken, kürzt die Bundesregierung nicht nur die Gesamtzahl der Elterngeldmonate. Sie geht in ihrem Haushaltsentwurf davon aus, dass viele Väter die für sie reservierten Elterngeldmonate nicht in Anspruch nehmen werden. Das ist keine Gleichstellungspolitik, denn es verschlechtert die Situation von Familien und insbesondere von Müttern.

Wir unterstützen das politische Ziel einer gleichmäßigeren Aufteilung der Monate, allerdings darf ein Sparmodell nicht als Gleichstellung verkauft werden. Die Reduzierung der maximal möglichen Monate für ein Elternteil auf neun Monate betrifft de facto Mütter. Viele bleiben im ersten Lebensjahr zu Hause und können dabei künftig nicht mehr durchgehend Elterngeld beziehen. Dabei stehen Betreuungsplätze häufig erst ab dem ersten Lebensjahr zur Verfügung. 

Seit 2007 wurden weder Mindest- noch Höchstbetrag des Elterngeldes erhöht. Dadurch hat die Leistung real an Wert verloren. Daran ändern auch die geplanten marginalen Erhöhungen wenig.

Ein zukunftsfähiges Elterngeld muss Familien finanziell absichern und zugleich eine gleichberechtigte Aufteilung von Sorgearbeit fördern.

Unser Modell: Mehr Zeit und mehr Gleichstellung

Wir wollen das Elterngeld modernisieren und die maximale Bezugsdauer von 14 auf 18 Monate ausweiten. Künftig sollen jedem Elternteil sechs Monate Basiselterngeld zustehen, sechs weitere Monate können flexibel aufgeteilt werden. Alleinerziehende sollen die vollen 18 Monate nutzen können.

Gleichstellung gelingt nur mit den richtigen Rahmenbedingungen. Deshalb wollen wir stärkere Anreize für eine partnerschaftliche Aufteilung schaffen: Eltern, die sich die Elterngeldmonate gleichmäßig teilen, sollen durch eine höhere Einkommensersatzrate finanziell am stärksten unterstützt werden. Der Partnerschaftsbonus für Eltern, die gemeinsam in Teilzeit gehen und Verantwortung übernehmen, soll erhalten bleiben.

Gleichzeitig wollen wir Familien mehr Flexibilität geben. Der parallele Bezug von Elterngeld bei vollständigem Ausstieg aus der Erwerbstätigkeit beider Elternteile soll von einem auf zwei Monate ausgeweitet werden. Das erleichtert Familien den gemeinsamen Start und unterstützt insbesondere in herausfordernden Situationen im ersten Lebensjahr. Außerdem soll das Elterngeld künftig bis zum 14. Geburtstag des Kindes genutzt werden können, damit Familien auch in späteren Lebensphasen mehr Zeit und Unterstützung erhalten können.

Auch die Familienstartzeit muss endlich umgesetzt werden: Väter und Co-Mütter sollen sich nach der Geburt zwei Wochen bezahlt freistellen lassen können. So können Familien gemeinsam in diese wichtige neue Lebensphase starten.

Familien finanziell stärken

Wir wollen den Mindestbetrag des Basiselterngeldes auf 500 Euro und den Höchstbetrag auf 2.400 Euro erhöhen. Zusätzlich braucht es zukünftig eine automatische Anpassung an die Preisentwicklung, damit Familien nicht erneut durch steigende Lebenshaltungskosten belastet werden.

Ein modernes Elterngeld muss außerdem unterschiedliche Familienrealitäten berücksichtigen. Deshalb wollen wir bessere Regelungen für Alleinerziehende, einen Anspruch für Pflegeeltern und eine fairere Berechnung für Selbstständige.

Mit unserem Antrag „Für ein zukunftsfähiges Elterngeld – Familien stärken und Gleichstellung fördern“ legen wir einen konkreten Gegenvorschlag zu den Kürzungen der Bundesregierung vor: für mehr Verlässlichkeit, mehr Gleichstellung und mehr Zeit für Familien.

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