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Biodiversität braucht höchsten politischen Stellenwert

  • Die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt 2030 setzt die internationalen Vorgaben zum Naturschutz in Deutschland um.
  • Wir fordern die Bundesregierung auf, ihr den zentralen politischen Stellenwert einzuräumen, den die ökologische Krise erfordert. Sie muss zum verbindlichen Leitfaden für alle Ressorts werden.
  • Doch die Bundesregierung ist vom Weg abgekommen und baut Umweltstandards ab, anstatt für echten Natur- und Artenschutz zu arbeiten. 

Am 18. Dezember 2024 hat die damalige Bundesregierung die modernisierte Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt 2030 beschlossen.  Sie wurde zum Beispiel um die Ergebnisse der Weltnaturkonferenz in Montreal sowie um die Ziele der europäischen Biodiversitätsstrategie ergänzt. Die Biodiversitätsstrategie bleibt gemeinsam mit einem Aktionsplan eine feste Richtschnur für die aktuelle Bundesregierung zum Schutz und zur Wiederherstellung der Natur.

Ein Jahr später hat die Dringlichkeit der Biodiversitätskrise noch zugenommen. Biodiversität bedeutet nicht nur Vielfalt der Arten, sondern auch Vielfalt der Beziehungen, der Ökosysteme, der Funktionen, die unser Überleben sichern: sauberes Wasser, fruchtbare Böden, widerstandsfähige Wälder. Die Frage ist längst nicht mehr, ob wir handeln müssen, sondern ob wir es rechtzeitig tun. 

Die Biodiversitätskrise ist neben der Klimakrise und Verschmutzung eine der größten Herausforderungen für den Erhalt unserer ökologischen - und ökonomischen Lebensgrundlagen. Rund fünf Milliarden Euro der jährlichen landwirtschaftlichen Erzeugung in der EU hängen direkt von der Bestäubung durch Insekten ab. 

Schluss mit widersprüchlicher Politik – Natur darf nicht länger zweitrangig sein

Die Biodiversitätsstrategie 2030 umfasst insgesamt 64 Ziele in 21 Handlungsfeldern. Damit ist diese Strategie wie ein Kursbuch auf dem Weg zu einer gesunden stabilen Natur. Doch die Bundesregierung ist vom Weg abgekommen. Die Dringlichkeit der Biodiversitätskrise wird verkannt – besonders dort, wo politische Prioritäten vor allem auf kurzfristige wirtschaftliche Interessen ausgerichtet werden. Beschleunigung zum Beispiel für Straßenbau darf jedoch nicht auf Kosten von Umwelt- und Naturschutzstandards gehen. Gerade hier zeigt sich, wie schnell die Natur unter die Räder gerät, wenn politische Entscheidungen einseitig getroffen werden.

Wir fordern die Bundesregierung auf, der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt 2030 endlich den zentralen politischen Stellenwert einzuräumen, den die ökologische Krise erfordert. Sie muss zum verbindlichen Leitfaden für alle Ressorts werden – ohne widersprüchliche Entscheidungen zulasten der Natur.

Dazu gehört eine ambitionierte Umsetzung des ersten Aktionsplans, eine transparente und ehrliche Bilanzierung im Jahr 2027 sowie die Verabschiedung eines ressortübergreifend abgestimmten, deutlich nachgeschärften zweiten Aktionsplans, der konsequent auf Zielerreichung bis 2030 ausgerichtet ist.

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