Ein Bass-Toelpel mit Plastikmuell im Schnabel als Nistmaterial

Plastik

Plastikflut eindämmen!

  • Unser Planet ist voller Plastik, selbst an den entlegensten Orten der Welt lässt sich Plastik finden. Auch in Deutschland fällt viel zu viel Plastikmüll an, der oft einfach verbrannt und nicht hochwertig recycelt wird.
  • Wir Grüne im Bundestag wollen endlich die weltweite Plastikflut stoppen, während die Bundesregierung untätig bleibt. Deshalb setzen wir uns für ein globales Plastikabkommen unter dem Dach der Vereinten Nationen ein und fordern den Einstieg in eine echte Kreislaufwirtschaft.
  • Wir haben im Bundestag Initiativen für ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetika oder zum Stopp der Meeresvermüllung mit Plastik gestartet. In unserem Aktionsplan gegen Plastikmüll schlagen wir konkrete Maßnahmen vor, um die Plastikflut zu stoppen.

Wir Grüne im Bundestag wollen eine plastikfreie Umwelt. Der wichtige Werkstoff Plastik darf nicht zu einem billigen Wegwerfprodukt verkommen, das zu oft achtlos in der Natur entsorgt wird.

Einwegpackungen vermeiden: Plastikflut eindämmen

Jährlich fallen bei uns pro Kopf 220,5 Kilogramm Verpackungsabfall an, davon sind 37,6 Kilogramm Plastikmüll. Deutschland ist damit in Europa das Schlusslicht wenn es um die Vermeidung von Verpackungsmüll geht. Dabei lassen sich viele Einwegverpackungen schon heute einfach vermeiden - etwa durch Laser-Logos auf Obst und Gemüse oder ökologische Mehrwegalternativen.

Wir fordern:

  • Ein verbindliches Abfallvermeidungsziel, um den Verpackungsmüll in Deutschland bis 2030 auf 110 Kilogramm pro Kopf zu halbieren.
  • Eine Abgabe auf Wegwerfprodukte wie Plastiktüten, Coffee-to-Go-Becher oder Take-Away-Essensverpackungen.
  • Klare Vorgaben für Hersteller und Handel, um unnötige Doppelt- und Dreifachverpackungen oder überdimensionierte Schummelverpackungen abzuschaffen.

Weitere Informationen auch im Grünen Aktionsplan gegen Plastikmüll

Das Mehrwegsystem: Wieder stark machen

Wir haben in Deutschland ein einmaliges und gut ausgebautes Mehrwegsystem. Das wollen wir weiter stärken, denn Mehrweg schont Ressourcen und das Klima. Allerdings ist der Mehrweganteil in den letzten Jahren stark rückläufig und erreichte 2016 ein Rekordtief von nur noch 42,8 Prozent Das bedroht auch den Mittelstand, der das Mehrwegsystem trägt.

Wir fordern:

  • Eine verbindliche Mehrwegquote von 80 Prozent bis zum Jahr 2025.
  • Das Chaos beim Einwegpfand zu beenden und Pfandlücken zu schließen.
  • Eine Lenkungsabgabe auf Einweggetränkeverpackungen, damit der Handel wieder mehr Mehrwegverpackungen anbietet.

Weitere Informationen zum deutschen Mehrwegsystem:

Schadstofffreies Recycling: Eine echte Kreislaufwirtschaft gestalten

Von wegen Recyclingweltmeister Deutschland! Aus nur 17,3 Prozent des Plastikmülls werden tatsächlich neue, recycelte Kunststoffe hergestellt. Im Vergleich zur Neuware beträgt der Anteil von recycelten Kunststoffen an der gesamten Kunststoffverarbeitung nur 5,6 Prozent - damit liegt Deutschland sogar noch unter dem EU-Durchschnitt. Von einer echten Kreislaufwirtschaft sind wir noch weit entfernt. Höchste Zeit, die Weichen für hochwertiges und schadstofffreies Recycling zu stellen.

Wir fordern:

  • Ambitionierte und ehrliche Recyclingquoten, die messen, wie viele Wertstoffe tatsächlich im Kreislauf geführt werden.
  • Verbindliche Standards für recyclingfreundliches und schadstofffreies Produktdesign, damit bis 2030 alle Kunststoffprodukte einfach recycelt oder wiederverwendet werden können.
  • Den Markt für Kunststoffrezyklate zu beleben - etwa mit einer verpflichtenden Einsatzquote für recycelte Kunststoffe von 50 Prozent bis 2030.
  • Die flächendeckende Einführung einer Wertstofftonne in Deutschland, in die "Nichtverpackungen" wie Pfannen oder Plastikspielzeug entsorgt werden dürfen.

Weitere Informationen zum Kunststoffrecycling in Deutschland

Mikroplastik in der Umwelt: Folgen für Mensch und Natur noch nicht erforscht

Die zunehmende Belastung der Natur mit Mikroplastik selbst an den entlegensten Orten dieser Erde ist besorgniserregend und alarmierend. Auch in Deutschland wird Mikroplastik fast flächendeckend in Flüssen und Böden gefunden. Während die Verschmutzung der Ökosysteme bereits weit fortgeschritten ist, sind die Folgen für Natur und menschliche Gesundheit noch nicht ausreichend erforscht.

Wir fordern:

  • Dem Beispiel Schwedens zu folgen, und den Einsatz von Mikroplastik in Kosmetika zu verbieten.
  • Die Grenzwerte für Plastikpartikel in Bioabfall und Kompost zu verschärfen.
  • Forschungsvorhaben zu Auswirkungen von Mikro- und Nanoplastik auf Umwelt und menschliche Gesundheit zu fördern.

Weitere Informationen zur grünen Strategie gegen Mikroplastik

Wir brauchen: Ein globales Plastik-Vermeidungs-Abkommen

Die wachsende Vermüllung der Umwelt und der Meere mit Plastik ist ein globales Problem, das sich nicht allein über nationale Maßnahmen lösen lässt. Die EU-Kommission hat bereits konkrete Vorschläge gemacht und auch die Staaten der G7 und G20 haben Aktionspläne zur Reduzierung des Plastikmülls angestoßen. Doch diese sind unverbindlich und betreffen nur eine begrenzte Zahl an Ländern. Um die Plastikflut einzudämmen braucht es eine Kraftanstrengung aller Staaten.

Wir fordern: