Rückblick: Unser Wasser-Schwerpunkt im Sommer 2026
Für uns ist klar: Sauberes Wasser darf kein Luxus sein.
Deswegen haben wir Grüne im Bundestag in diesem Sommer einen besonderen Fokus auf sauberes Wasser gelegt - vom sauberen und bezahlbaren Trinkwasser aus dem Wasserhahn über den Schutz von Nord- und Ostsee oder der Frage, wie ein gerechter Umgang mit unserem Grundwasser aussehen kann – besonders wenn Deutschland immer heißer und trockener wird.
Unsplash / Samara Doole
Eine Zwischenbilanz: Hitze, Dürre und neue Pegeltiefststände
Unsere Abgeordneten waren vor Ort bei Klärwerken, Bürgerinitiativen, oder in ausgetrockneten Flussbetten. Wir haben Anträge zum besseren Wasserschutz in den Bundestag eingebracht, Fachgespräche und Webinare organisiert und gezeigt, was man beispielsweise mit Abpflastern auch vor Ort tun kann.
Mit unserer Pressearbeit und Social Media haben wir darüber aufgeklärt, wie stark sauberes Wasser in Deutschland unter Druck steht und mit eigenen Vorschlägen Druck auf die Bundesregierung gemacht. In der letzten Legislatur waren es Grüne in der Bundesregierung, die erste Wasserstrategie für Deutschland vorgelegt und mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz das größte Förderprogramm für Natur- und Wasserschutz in der Geschichte der Bundesrepublik aufgelegt haben.
Wasserpolitik ist spätestens mit dem Hitzesommer 2026 im Zentrum der politischen Debatte angekommen. Auf den Erfahrungen mit unserem Wasserschwerpunkt 2026 bauen wir auf – für einen noch energischeren politischen Kampf für sauberes und bezahlbares Wasser auch in den nächsten Jahren.
Wasserthemen in den Parlamenten
- Autorinnenpapier “Gerechter Umgang mit Wasser: 6-Punkte-Plan zur Sicherung der Wasserversorgung” von Britta Haßelmann, Julia Verlinden und Steffi Lemke
- Unser Aktionsplan gegen den Hitze-Sommer von Katharina Dröge
- Unser Antrag zu einem Verbot von Ewigkeitschemikalien wurde im TS Background aufgegriffen.
- https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1174614
- https://www.gruene-bundestag.de/fileadmin/dateien/downloads/autor_innenpapiere/AP_Wasser_07-2026.pdf
- Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Europa. https://www.gruene-fraktion-bayern.de/themen/umwelt-natur/gefaehrlichen-blindflug-bei-pfas-endlich-beenden/
Sauberkeit und Ewigkeitschemikalien
Themenblock 1 (Mai-Anfang Juli): Chemikalien wie PFAS & Kosten für sauberes Wasser
Immer mehr Menschen sorgen sich über Schadstoffe im Wasser. Lass uns gemeinsam rausfinden, wie gesund und sauber unser Wasser ist und was wir tun können, um das kostbare Nass auch langfristig sauber, gesund und günstig zur Verfügung zu haben! Egal ob das Wasser, das aus der Leitung kommt oder im Badesee, in dem du mit der Familie im Sommer schwimmen gehst. Wir wollen mit dir dafür kämpfen, dass die PFAS-Verschmutzung von Wasser und Natur endlich verringert wird und die steigenden Kosten für sauberes Wasser von der Industrie, nicht den Bürgerinnen und Bürgern getragen werden. Denn eins ist klar: Sauberes Wasser darf kein Luxus sein.
Darum geht's
Sauberes Wasser steht unter Druck. Sauberes Wasser war nie einfach da. Erst in den letzten Jahrzehnten hat sich die Wasserqualität in Deutschland und Europa verbessert. Doch genau diese Erfolge stehen jetzt auf dem Spiel. Weil seit etlichen Jahren neue Schadstoffe wie PFAS unser Wasser verschmutzen. PFAS finden sich unter anderem in der Antihaftbeschichtung von Pfannen und Waffeleisen oder in wasserabweisender Kleidung, in Zahnseide und Kosmetika. Inzwischen enstehen aber immer mehr Alternativen. Wir setzen uns dafür ein, dass PFAS und verwandte Stoffe so schnell wie möglich europaweit verboten werden und die Industrien (vor allem Pharma und Kosmetika), die einen Großteil dieser Schadstoffe über ihre Produkte in die Welt setzen, auch einen Großteil der steigenden Kosten für die Reinigung von Wasser übernehmen. Genau eine solche Regelung zur Kostenbeteiligung der Industrie hat sich die EU vorgenommen, doch jetzt will die Union diese Regel kippen - die Folge wären steigende Wasserkosten für alle Bürger*innen. Auch für ein europaweites PFAS Verbote setzt sich die Bundesregierung viel zu wenig ein. Zeit, Druck zu machen, dass sich das ändern - und gleichzeitig viel mehr in die Erforschung von Alternativen investiert wird. Denn viele Initiativen oder Tüftler*innen versuchen längst, Verschmutzung oder die Gründe für Verschmutzung zu reduzieren, von schmutzigen auf saubere Produktionsprozesse oder biologisch abbaubare Alternativen umzustellen. Je mehr Verschmutzung wir verhindern, desto weniger muss teuer gesäubert werden.
Hitze, Dürre und Grundwasserknappheit
Themenblock 2 (Juli-August): Hitze, Dürre und knappes Grundwasser
Der Sommer fängt gerade erst an und schon sprengen die Temperaturen alle Rekorde und werden zur gesundheitlichen Belastung für immer mehr Menschen. Zubetonierte Städte heizen sich immer weiter auf und in immer mehr Regionen rufen Kommunen zum Wassersparen auf, weil Grundwasserspiegel sinken. Die Klimakrise ist damit voll bei uns angekommen - aber wir können vieles tun, um die Folgen abzumildern und dafür sorgen, dass unsere Familien, Freund*innen und die kommenden Generationen besser durch Hitzewellen oder Phasen knapperen Grundwassers kommen. Dazu gehört, dass wir zubetonierte Böden reduzieren, ein Stück kühlende Natur in die Städte und Ortskerne zurückbringen und Grundwasser gerechter managen, anstatt es durch Großkonzerne unreguliert und auf Kosten aller anderen abpumpen zu lassen.
Darum geht's
Deutschland wird immer heißer und trockener, was für Mensch, Tier und Natur zur immer größeren Belastung wird. An vielen Stellen wird dieses Problem durch falsche Politik und Nicht-Handeln verschärft. Natur muss wieder mehr Raum gegeben und geheilt werden, damit Wasser in Böden besser gespeichert werden kann. Nicht nur durch mehr Auen und Moore auf dem Land, sondern auch durch die Entsiegelung von zubetonierten und voll-gepflasterten Flächen in den Städten, die ansonsten in der heißen Sommersonne immer weiter aufheizen und die ganze Nachbarschaft gleich mit. Deswegen gilt es, ein Stück Natur in die Kommunen zurückzubringen und neben mehr kühlenden Stadtbäumen auch Initiativen wie Abpflastern zu unterstützen. Diese Initiative regt Bürger*innen überall in Deutschland dazu an, Böden in den Städten von Stein und Beton zu befreien und zu begrünen, damit sie Wasser wieder speichern können und weniger Hitze reflektieren. Ein kleiner aber einfacher Schritt hin zu mehr Natur, Kühlung und Wasserschutz, bei dem alle mitmachen und Spaß haben können.
Gleichzeitig stehen wir vor der Herausforderung, dass mit unserem Grundwasser auch besser umgegangen wird. Spätestens jetzt in Zeiten von Hitze und Dürre braucht Deutschland ein besseres Grundwassermanagement, damit nicht große Konzerne unreguliert und maßlos Wasser abpumpen und Bürger*innen oder Landwirtschaft unter Knappheit leiden oder Badeseen überall im Land austrocknen. Für uns ist klar: es muss endlich nachvollziehbar und transparent werden, welche Firmen - egal ob Konzerne wie Redbull, Industrie oder das neugebaute KI-Rechenzentren - wieviel Grundwasser verbrauchen und es braucht klare und faire Gebühren für solche Großverbraucher, damit am Ende nicht andere sprichwörtlich auf dem Trockenen sitzen. Viele Bürgerinitiativen in ganz Deutschland setzen sich genau dafür ein und wir stehen dabei politisch an ihrer Seite.
Unsere Anträge und Papiere
- Mehr Grün in den Städten und 50 mal so viele Trinkbrunnen wie bisher: Unser Aktionsplan gegen den Hitze-Sommer
- Weitere parlamentarische Initiativen werden laufend ergänzt!
Pressestimmen zu unseren Wasser-Themen
- “Temporäre Dürren und Wasserknappheit sind ein Problem in Deutschland”, sagt Andreas Marx vom Helmholtzzentrum für Umweltforschung im Deutschlandfunk Nova. Auch Umweltminister Schneider warnt im Spiegel: “Wir werden ernsthafte Konflikte um Wasser haben – auch in Deutschland”
- Die heute-show thematisierte Wasserknappheit in Brandenburg
- https://www.fr.de/wirtschaft/gruene-fordern-pfas-verbot-wegen-hoher-belastung-im-trinkwasser-94294625.html
- https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_101284088/antibiotika-im-wasser-hasselmann-warnt-vor-lobbydruck-gegen-eu-richtlinie.html
- https://www.tagesspiegel.de/politik/trinkwasser-fur-menschen-hat-vorrang-grune-fordern-strengere-regeln-fur-grosse-wasserverbraucher-15848946.html
Infografik zum Thema: Verschmutzung durch PFAS
Grüne Bundestagsfraktion
Auswertung: Sommer-Umfrage zu Badegewässern
An unserer Umfrage zu eurem Lieblingsbadegewässer haben über hundert Personen aus 10 Bundesländern mitgemacht. Danke für die zahlreichen Reisetipps von der Holsteinischen Schweiz über die Seen in Feldberg und Carwitz in Mecklenburg-Vorpommern bis zur Talsperre Lingese in NRW und an den Bodensee. Ganz oben auf unserer Wunschliste steht nun die blaue Adria in Crosta bei Bautzen in Sachsen!
Wenig überraschend: Mit 58,5% macht sich eine klare Mehrheit große Sorgen um den Wasserstand an diesen Gewässern, 26,4% ein wenig. Nur 15% machen sich derzeit darüber keine Sorgen, etwa an der Ostsee oder bei Berlin an Oranke- und Tonsee.
Machst du dir Sorgen um den Wasserstand deiner Lieblingsbadestelle?
Umfrage zum Sommerthema Wasser (Juni-August 2026)
| nein - derzeit nicht (15%) | ja - sehr (58.5%) | ein wenig (26.4%) |
|---|---|---|
| 8 | 31 | 15 |