29 Mär 2021

Online-Fachgespräch Afrikapolitik nur mit afrikanischer Perspektive!

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Aufzeichnung des Livestreams vom 29. März 2021
  • Afrikanische Perspektiven müssen in der deutschen Afrikapolitik stärker berücksichtigt werden.
  • Nur gemeinsam können wir die globalen Herausforderungen meistern und koloniale Kontinuitäten überwinden.
  • Wir Grüne im Bundestag wollen Diaspora-Gruppen in der Neuausrichtung einer Afrikapolitik einbeziehen und ihr Wissen sowie ihre Perspektiven als Ressource für eine friedliche, nachhaltige und global gerechte Beziehung zwischen Europa und Afrika nutzen.

Die  afrikanische Diaspora in Deutschland ist eine wichtige Ressource für den politischen Erfahrungsaustausch, die Identifikation gemeinsamer Ziele und Werte und für die Kursbestimmung deutscher Afrikapolitik. Ottmar von Holtz (Sprecher für Zivile Krisenprävention der grünen Bundestagsfraktion) und Omid Nouripour (Außenpolitischer Sprecher der grünen Bundestagsfraktion) sprachen mit unseren Gästen Wadzanai Motsi-Kathai (API) und Alhaji Allie Bangura (ADAN e.V.) in einem öffentlichen Fachgespräch über ungenutzte Ressourcen, vielfältige Perspektiven und mögliche Schritte bei der Einbindung der Diaspora in eine Neuausrichtung der deutschen Afrikapolitik.

Schritt 1: Austausch

Um Perspektiven einzubeziehen, braucht es einen institutionalisierten Austausch, der auf gegenseitigem Interesse, Offenheit und Respekt beruht. "Politik darf bei einem Kontinent wie Afrika kein Einheitsbrei sein.", forderte Allie Bangura mit Verweis auf die vielfältigen Lebensrealitäten der Menschen auf dem Kontinent und innerhalb der Diaspora. Partizipative Dialogformate, die Vertrauen stärken und Gespräche über gemeinsame Interessen und Ziele ermöglichen, sind daher der erste Schritt zu einer veränderten Beziehung. Sie sind notwendig, um koloniale Kontinuitäten zu beenden und ein differenzierteres Bild von Afrika zu zeichnen. Der Austausch mit Vertreter:innen unterschiedlicher Diaspora-Organisationen war ein erster Schritt, der von unseren Gästen sehr begrüßt wurde.

Schritt 2: Verständnis

„Afrika verändert sich mit rasender Geschwindigkeit!“, betonte Wadzanai Motsi-Kathai und verwies auf die Notwendigkeit, diese Dynamiken zu erkennen und sie mit wissenschaftlicher Forschung für politische Entscheidungen verständlich und nutzbar zu machen. Wir müssen besser verstehen, welche Regeln, Strukturen und kulturellen Institutionen in afrikanischen Gesellschaften existieren und wie diese für eine gemeinsame sozial-ökologische Transformation und zur Erreichung der Agenda 2030 berücksichtigt werden können, anstatt sie pauschal abzuwerten, weil sie nicht "westlichen" Vorstellungen entsprechen. Das Wissen der Diaspora muss aufgewertet und zugänglich gemacht werden. Nur so kann ein gegenseitiges Verständnis für Unterschiede und Gemeinsamkeiten entstehen. Grundlage ist für uns die Anerkennung und Verteidigung der universellen Menschenrechte.

Schritt 3: Gemeinsame Lösungen

Europa und Afrika sind regional sowie historisch eng verbunden und teilen gemeinsame Interessen. Nur wo Interessen ehrlich benannt werden, können auch gemeinsame Lösungen für globale Herausforderungen gefunden werden. Auch ist der ehrliche Austausch ein wichtiger Schritt, um die Beziehungen zwischen Europa und Afrika aus der bestehenden Abhängigkeit zu lösen und koloniale Kontinuitäten abzubauen. Das gelingt jedoch nur, wenn konsequent afrikanische Perspektiven mit am Tisch sitzen. Ein Bereich, in dem innerhalb der Diaspora bereits viele Ideen und Kompetenzen existieren, ist die Entwicklungszusammenarbeit. Unsere Gäste plädierten für einen stärkeren Fokus auf die Zusammenarbeit mit Zivilgesellschaften, der Förderung von Unternehmertum und Knowhow sowie die Umsetzung lokaler Lösungsansätzen, gepaart mit einer klugen Außenpolitik auf staatlicher Ebene. Hier werden Menschen in den Mittelpunkt gestellt und grüne Werte umgesetzt.

Für uns ist einmal mehr klar: Vielfältige Perspektiven bereichern den Austausch und die Politik. Die afrikanische Diaspora ist eine Ressource, von der wir lernen und mit dessen Perspektiven wir bessere politische Entscheidungen treffen können. Der erste Schritt ist gemacht, viele weitere werden folgen.

Uhrzeit Programm
15.30

Begrüßung

Claudia Roth MdB
Bundestagsvizepräsidentin
Sprecherin für Auswärtige Kulturpolitik
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

Politische Einführung:
Omid Nouripour, MdB

Sprecher Außenpolitik
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

Bericht aus dem internen Stakeholder-Gespräch mit Vertreter:innen der afrikanischen Diaspora
Ottmar von Holtz, MdB

Sprecher für Zivile Krisenprävention
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

Diskussionsrunde mit:

Wadzanai Motsi-Khatai

African Policy Initiative

Alhaji Allie Bangura
Afro Deutsches Akademiker Netzwerk (ADAN e.V.)

Moderation: Ottmar von Holtz, MdB

Schlusswort: Omid Nouripour, MdB

17.00 Ende der Veranstaltung