18 Jan 2021

Online-Reihe "Zukunft der Landwirtschaft" Ernährungswende jetzt!

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Aufzeichnung der Veranstaltung
  • Wie wir unsere Lebensmittel produzieren und konsumieren, ist eine zentrale Frage unserer Zeit.
  • Die derzeit fortschreitende Industrialisierung der Lebensmittelproduktion geht auf Kosten von Umwelt, Klima und unserer Gesundheit.
  • Deshalb brauchen wir neben der Agrar- auch eine Ernährungswende für gutes, gesundes und bezahlbares Essen für alle, mehr Nachhaltigkeit und konsequenten Verbraucherschutz.

Eine Ernährungswende ist dringend notwendig – darin waren sich alle Experten in unserem digitalen Fachgespräch „Zukunft der Landwirtschaft – Ernährungswende jetzt!“ am 18. Januar 2021 einig. Wie sie gelingen kann, wurde mit und zwischen den Experten diskutiert.

Prof. Dr. Achim Spiller (Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des BMEL), der am Gutachten „Nachhaltige Ernährung“ mitgearbeitet hat, stellte vier Ziele in den Mittelpunkt der Ernährungspolitik: Gesundheit, Soziales, Umwelt und Tierwohl. Daher müssten die verschiedenen Ressorts (Ernährung, Gesundheit, Soziales und Umwelt) übergreifend zum Thema Ernährung zusammenarbeiten.

Wichtig seien auch verbindliche Maßnahmen, um die Ernährungsumgebung zu verbessern - dazu gehöre eine Lenkungssteuer, die nachhaltige Produkte günstiger macht. Man brauche eine faire Ernährungsumgebung, bei der auch Menschen mit weniger Geld und Bildung eine Chance für eine gute Ernährung erhielten. Das derzeitige Ernährungssystem sei übersteuert und würde zu Lasten der Natur gehen. Eine Ernährungswende könne nur mit einem Instrumentenmix gelingen.

Antje Schubert von Iglo Deutschland stellte fest, man sei bereits mitten in einer Ernährungswende. Iglo würde sie unterstützen durch einen ganzheitlichen Ansatz. Wichtig sei dabei jedoch, dass die Verbraucher*innen die freie Wahl hätten.

Als Maßnahme für eine Ernährungswende nannte sie beispielhaft den Nutriscore als transparente Nährwertkennzeichnung auf Fertiglebensmitteln, damit Verbraucher*innen sich bewusst für die gesündere Variante entscheiden könnten. Außerdem müsse der Fleischkonsum reduziert werden, Iglo wolle deshalb vermehrt auf Pflanzenproteine setzen. Die derzeitige Diskussion um ein Klimalabel auf Fertiglebensmittel, wie es das Gutachten fordere, würde Iglo mit Interesse verfolgen. Verbraucher*innen sollen wissen, woher ihr Essen kommt.

Peter Röhrig vom BÖLW machte klar, dass es nicht darum gehe ob, sondern wie eine Ernährungswende ausgestaltet werden müsse. Dafür sei es etwa wichtig, dass Lebensmittelpreise die ökologische Wahrheit sagen und Kantinenessen nach dem Vorbild des House of Food in Kopenhagen auf Bio umgestellt würden.

Die Vorschläge des Gutachtens für eine Nährwertkennzeichnung in Form des Nutriscore und ein Klimalabel auf Fertiglebensmitteln sah er hingegen kritisch, weil sie sehr eng gefasst wären und beim Nutriscore wichtige Aspekte wie den Verarbeitungsgrad von Lebensmitteln oder Artenvielfalt zu wenig berücksichtigen würden.

Renate Künast plädierte ebenfalls für eine dringend notwendige Ernährungswende, die verbindliche Maßnahmen zur Umsetzung erfordern würde. Ernährungspolitik müsse als Politikfeld mehr Relevanz haben. Abschließend fasste sie die Diskussion zusammen: Man sei sich einig, dass man einen Paradigmenwechsel beim Thema Ernährung brauche. Lediglich bei den dafür notwendigen Maßnahmen seien unterschiedliche Meinungen deutlich geworden.

Weitere Veranstaltungen der Online-Reihe „Zukunft der Landwirtschaft“:

15.01.2021 Gutes Essen ist grün!
19.01.2021 Bäuerliche Strukturen erhalten, Flächenfraß stoppen! 
22.01.2021 Agrarökologie statt Gentechnik!
25.01.2021 Nachhaltig produzieren, nachhaltig vermarkten!

Uhrzeit Programm
16.00

Begrüßung und politische Einführung:

Renate Künast MdB
Sprecherin für Ernährungspolitik
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

16.05

Podiumsdiskussion:

Antje Schubert
Iglo Deutschland GmbH
Vorsitz der Geschäftsführung

Prof. Dr. Achim Spiller
Georg-August-Universität Göttingen
Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des
Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

Peter Röhrig
Geschäftsführer
Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW)

Renate Künast MdB
17.25

Zusammenfassung

Renate Künast MdB
17.30 Ende der Veranstaltung