Green Culture

Klimaschutz für eine zukunftsfähige Kulturpolitik

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Wir Grüne im Bundestag wollen den Kulturbetrieb ressourcenschonend und nachhaltig aufstellen. Mit einem "Green Culture Fonds" soll die ökologische Umgestaltung des Kulturbetriebes finanziert werden. Corbis
22.04.2021
  • Wir wollen den Kulturbetrieb ökologisch und ressourcenschonend aufstellen.
  • Dafür wollen wir mit einem „Green Culture Fonds“ die Finanzierung der ökologischen Umgestaltung des Kulturbetriebs sicherstellen.
  • Ein „Green Culture Desk“ soll als zentrale Anlaufstelle die konkrete Umsetzung koordinieren und begleiten.

In Zeiten der Klimakrise sollten alle Branchen ihren Beitrag leisten, um Ressourcen einzusparen. Auch der Kulturbetrieb. Viele Kulturschaffende und Kultureinrichtungen haben das erkannt und zeigen mit innovativen Ideen, wie eine ökologisch zukunftsfähige Kulturproduktion aussehen könnte. Diese Arbeit „von unten“ wollen wir würdigen, unterstützen und weiterentwickeln.

Die ökologische Umgestaltung des Kulturbetriebs ist ein zentrales Anliegen unserer Kulturpolitik. Wir wollen Akteur*innen und Initiativen, die ökologische Konzepte erarbeiten, vernetzen und langfristig unterstützen. Unsere Ideen dazu haben wir bereits im Fraktionsbeschluss der grünen Bundestagsfraktion "Green Cultures - Klimapolitik in den Mittelpunkt stellen" zusammengefasst. Nun bringen wir sie als Antrag in den Deutschen Bundestag ein.

„Green Culture Desk“: Beratung und Vernetzung

Mit dem „Green Culture Desk“ wollen wir eine zentrale Anlaufstelle für Beratung und Vernetzung einrichten.

Akteur*innen aus der Kulturszene und wissenschaftliche Fachleute haben in vielen Gesprächen eindringlich die Notwendigkeit eines solchen „Desks“ dargelegt. Unser „Green Culture Desk“ soll als zentrale Anlaufstelle für öffentliche und private Kultureinrichtungen und Kulturakteur*innen dienen, die die ökologische Transformation der jeweiligen Einrichtung oder Projekte angehen wollen.

Er soll vier Aufgaben erfüllen.

  • Erstens soll er als zentrale Anlaufstelle für den Kulturbetrieb dienen und Expertise für Interessierte bereitstellen.
  • Zweitens soll er dabei helfen, Green Consultants, also Expert*innen in diesem Bereich, zu identifizieren, zu vermitteln und zu qualifizieren.
  • Drittens soll er Daten zu Verbrauch und Einsparungen an Kultureinrichtungen sammeln und bereitstellen.
  • Viertens soll er den fachlichen und öffentlichen Diskurs zur ökologischen Transformation des Kulturbetriebs (mit-)gestalten.

„Green Culture Fonds“: Die ökologische Umgestaltung ist nicht umsonst 

Der Aufbau eines „Green Culture Desk“, der ökologische Umbau der Kultureinrichtungen und die Transformation hin zur ökologischen Kulturproduktion kosten Geld. Dies können die Einrichtungen und Kulturakteur*innen aufgrund der meist angespannten finanziellen Situation nicht selbst aufbringen. Es braucht öffentliche Förderung. Ziel ist, zeitnah messbare Einsparungen beim Ressourcenverbrauch in allen Einrichtungen und bei allen Kulturveranstaltungen zu erreichen. Unser „Green Culture Fonds“ stellt die dafür notwendigen Mittel aus den Etats der Umwelt-, Wirtschafts- und Bauministerien sowie der Kulturstaatsministerin zur Verfügung.

Die Klimakrise ist nur ressortübergreifend zu meistern, daher braucht es den Schulterschluss und gemeinsame Anstrengungen aus den verschiedenen Ministerien.

Aufgabe des „Green Culture Fonds“ ist es, unbürokratisch Einrichtungen und Projekte bei der ökologischen Transformation ihrer Arbeitsprozesse zu unterstützen. Antragsberechtigt sollen sowohl öffentlich geförderte Einrichtungen und Projekte wie auch private Akteure und Akteurinnen der Kultur- und Kreativwirtschaft und der freien Szene sein. Hierfür bedarf es der Ausarbeitung von Förderprogrammen sowie der Einrichtung von Förderstrukturen mit unabhängigen Jurys, die über die Mittelvergabe entscheiden. Der "Green Culture Fonds" soll den Desk finanzieren und beratend Mittel aus anderen Programmen vermitteln, aber auch mit eigenen Mitteln ausgestattet sein, um die notwendigen Instrumente zu entwickeln und Programme aufzusetzen.

Klimaschutz in der Kreativwirtschaft: Kein Luxusthema

Klimaschutz in der Kultur- und Kreativwirtschaft ist kein Luxusthema. Auch nicht in Zeiten von Corona. Die Bundesregierung hat es leider versäumt, die Coronahilfen für die Kultur, insbesondere bei den Umbaumaßnahmen, an ökologische Nachhaltigkeitskriterien zu knüpfen. Gerade weil die Krise die Kulturbranche in existenzielle Nöte bringt, müssen wir sie bei der unausweichlichen ökologischen Transformation unterstützen.

Unser Konzept der Green Culture fördert schon jetzt, was notwendig ist, um die Klimaziele zu erreichen. So wollen wir den Kulturbetrieb ökologisch zukunftsfähig machen, bevor es zu spät ist.