Corona-Krise

Kulturrettungsfonds und Soforthilfen

Straßenansicht des SO 36 in Berlin Kreuzberg.
Viele Kulturschaffende bekommen aufgrund der Corona-Krise keine Aufträge mehr und können ihrer Arbeit nicht oder nur sehr eingeschränkt nachgehen. In unserem Antrag fordern wir Maßnahmen zur Rettung der kulturellen Infrastruktur. picture alliance/Bildagentur-online
22.04.2020
  • Als erstes geschlossen, als letztes wieder geöffnet – das sind die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Kultur.
  • Was bisher fehlt, ist die Unterstützung der Bundesregierung für den Erhalt unserer Kultur in all ihrer Vielfalt.
  • In unserem Antrag fordern wir einen eigenen Kulturrettungsfonds aufzusetzen, Soforthilfen auch für die Deckung der Lebenshaltungskosten und eine zentrale Not-Anlaufstelle für Informationen und Hilfen einzurichten.

Als erstes geschlossen, als letztes wieder geöffnet – das sind die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Kultur. Konzerthäuser, Theater, Museen, Kinos, Clubs, Soziokulturelle Zentren – alles bleibt weiterhin zu. Große Festivals vom Wacken Open-Air bis Fusion-Festival sind abgesagt, ebenso die Lit.Cologne und das Theatertreffen in Berlin. Auch Tourneetheater können nicht arbeiten, Lesungen, Ausstellungen und viele Veranstaltungen fallen aus.

Es ist unbestritten, dass die Pandemie eingedämmt werden muss. Die Maßnahmen sind notwendig. Das Kontaktverbot trifft Kultureinrichtungen wie KünstlerInnen und Kulturschaffende aber existenziell und unmittelbar. Viele Kulturschaffende bekommen keine Aufträge mehr und können ihrer Arbeit nicht oder nur sehr eingeschränkt nachgehen. Zudem wird die Kulturbranche in einem Exit-Szenario weiter von Veranstaltungsverboten und damit massiven wirtschaftlichen Einbußen betroffen sein.

Kulturrettungsfonds – passgenau für Kulturschaffenden

Was bisher fehlt, ist die Unterstützung der Bundesregierung für den Erhalt unserer Kultur in all ihrer Vielfalt. Wir haben uns in den Verhandlungen zu den ersten Rettungspaketen für den Fonds für Solo-Selbständige und Kulturschaffende stark gemacht, stellen aber fest, dass die Hilfsmaßnahmen nur bedingt greifen. Zu viele werden zurückgelassen. Deshalb brauchen wir jetzt dringend einen eigenen Kulturrettungsfonds, der passgenau auf die Probleme der Kulturschaffenden eingeht. Außerdem sollten Soforthilfen auch zur Deckung von Lebenshaltungskosten dienen können, da viele freischaffende Kreative keine relevanten Betriebskosten haben. Und um den Kulturschaffenden die notwendigen Informationen und Hilfen anbieten zu können, setzen wir uns für eine Not-Anlaufstelle ein.

Kultur ist demokratierelevant für eine freie, weltoffene und pluralistische Gesellschaft. Sie ist ihr Korrektiv, bietet Inspiration, Irritation und ist für viele Menschen so etwas wie ein Lebenselixier. Um einen irreparablen Schaden an unserer kulturellen Infrastruktur abzuwehren, brauchen wir jetzt weitere umfangreiche Hilfsmaßnahmen.