Corona-Krise

Schnelle Hilfe für Kulturschaffende

Theater in Metz
Wegen der Corona-Krise sind kulturelle Einrichtungen geschlossen und viele Kulturschaffende in ihrer Existenz bedroht. Sie brauchen schnelle und unkomplizierte Hilfe. David Mark / Pixabay
25.03.2020
  • Die Corona-Krise trifft Kultureinrichtungen und freie Kulturschaffende hart. Diese brauchen schnelle und unkomplizierte Hilfe.
  • Wir fordern deshalb einen gut ausgestatteten Rettungsfonds für Kulturschaffende und Soloselbständige.
  • Das Zuwendungsrecht muss so gestaltet werden, dass bewilligte öffentliche Gelder nicht zurückgezahlt und gegebenenfalls unbürokratisch umgewidmet werden können.

Wegen der Corona-Krise sind Kultureinrichtungen bundesweit geschlossen. Niemand weiß, wie lange diese Situation anhalten wird. Für die vielen freiberuflichen Künstlerinnen und Künstler und andere Selbständige im Kulturbetrieb ist das eine mehr als Besorgnis erregende Situation. Denn mit der Absage von Aufführungen, Lesungen, Ausstellungen, Konzerten, DJ-Gigs et cetera bricht ein erheblicher Teil ihrer Einnahmen weg – und dies auf unbestimmte Zeit. Sie sind in ihrer Existenz bedroht. Hinzu kommt, dass öffentliche Kultureinrichtungen als Auftraggeber vielfach wegfallen. 

Rettungsfonds für Kulturschaffende und Soloselbständige

Soll unsere lebendige Kulturlandschaft langfristig auch nach der Corona-Krise erhalten bleiben, brauchen wir schnelle und unbürokratische Maßnahmen. Denn was jetzt an kultureller Vielfalt verloren geht, wird vermutlich für immer verloren sein.

Mit dem Maßnahmenpaket der Bundesregierung ist ein erster, wichtiger Schritt getan. Allerdings hilft der darin vorgesehene erleichterte Zugang zur Grundsicherung vielen Kulturschaffenden nicht. Gleiches gilt für Kredite und Darlehen. Kulturschaffende benötigen vielmehr eine schnelle Grundfinanzierung, um entgangene Honorare durch Veranstaltungsabsagen und ähnliches ausgleichen zu können. Wir fordern deshalb einen gut ausgestatteten Rettungsfonds für Kulturschaffende und Soloselbständige. Die Rückzahlung von Darlehen und Krediten wird vielen Kulturschaffenden nicht möglich sein – denn was jetzt ausfällt, ist als Einnahme unter anderem für SchriftstellerInnen, SchauspielerInnen, MusikerInnen, Bildende KünstlerInnen dauerhaft verloren und lässt sich nicht nachträglich erwirtschaften. Kulturveranstaltungen lassen sich nicht unbegrenzt nachholen. Was freischaffende Kreative brauchen, ist der unbürokratische und schnelle Zugang zu Direktzahlungen, um die laufenden Kosten decken und ihre Existenzen sichern zu können.

Klarstellungen im Zuwendungsrecht

Notwendig zum Erhalt der kulturellen Infrastruktur sind zudem rechtliche Klarstellungen im Zuwendungsrecht. Bereits bewilligte öffentliche Gelder für Einrichtungen und Projekte dürfen nicht zurückgefordert werden, weil Veranstaltungen wegen Corona nicht stattfinden konnten. Die Umwidmung bewilligter Gelder sollte erleichtert werden, etwa wenn sie für neue digitale Angebote verwendet werden.

Die Krise zeigt auch sehr deutlich, wie prekär viele Kulturschaffende leben und arbeiten. Langfristig bleibt deshalb zu wünschen, dass unser kulturelles Leben in Zukunft auf sicherere Beine gestellt wird. Denn ohne Kulturangebote würde etwas ganz Wesentliches in unserem Leben fehlen – auch das führt uns die derzeitige Krise vor Augen.