Nutzung und Qualität sichern

Wasserstrategie auf den Weg gebracht

Ein Schiff fährt auf dem Rhein, darüber blauer Himmel und einige Wolken.
Der Bedarf an Wasser ist vielfältig, die Verfügbarkeit jedoch begrenzt. Höchste Zeit für eine umfassende Wasserstrategie, die ein vorsorgendes Konzept aus einem Guss zum Ziel hat. unsplash | Daniel Gimbel
22.07.2022
  • Die Nutzungsansprüche an Wasser sind vielfältig und hoch; das Wasserdargebot nimmt jedoch ab. Die Wasserqualität ist in Gefahr.
  • Es ist höchste Zeit für eine abgestimmte und nachhaltige Wasserstrategie des Bundes.
  • Das Bundesministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat einen Entwurf für eine Wasserstrategie vorgelegt und sorgt nun für umfassende Beteiligung der Ressorts, Länder und Verbände.

Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel, gleichzeitig Produktionsmittel für Industrie und Landwirtschaft, Lebensraum für unzählige Arten, Transportweg, Freizeitstätte und vieles andere mehr. Die Nutzungsansprüche sind hoch, die Verfügbarkeit jedoch sinkt.

Das so genannte Wasserdargebot (d. h. die Mengen an potentiell nutzbaren Grund- und Oberflächenwasser) nimmt kontinuierlich ab. Es regnet weniger, Extremwettersituationen wie Starkregen nehmen dagegen zu. Der Sommer 2022 zeigt erneut drastisch, wie knapp Wasser werden kann. Wasserstände sinken rapide; mancherorts trocknen Seen und Flüsse aus. Binnenschiffe können nur noch teilweise beladen fahren, Kraftwerken fehlt das Kühlwasser. Vielerorts dürfen Gärten nicht mehr mit Trink- oder Grundwasser beregnet werden.

Wasserstrategie erfüllt vielfältige Anforderungen

Ein guter Wasserhaushalt umfasst allerdings nicht nur die Frage der Wassermengen, sondern auch die der Wassergüte. Das wird beispielsweise an der in vielen Regionen zunehmenden Bedrohung des Grundwassers durch hohe Nitratmengen aus der Agrarindustrie deutlich. Die Gewährleistung der erforderlichen Wasserqualität erfordert viele Investitionen und kluge Entscheidungen.

Vor diesem Hintergrund brauchen wir jetzt erst recht eine Strategie aus einem Guss, die alle Nutzungen und Entscheidungsträger umfasst. Sie muss nachhaltig sein, damit nicht künftige Generationen auf dem Trockenen sitzen. Vor allem muss die Strategie Vorsorge treffen für eine sichere und bezahlbare Wasserversorgung der Menschen, für einen stabilen Wasserhaushalt in der Landschaft und eine wirtschaftliche Nutzung.

Meilenstein für den Umgang mit unserem Wasser

Der Entwurf des Bundesministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz für eine Wasserstrategie greift genau diesen Ansatz auf. Er setzt Prioritäten und fasst einen verantwortungsvollen und effizienten Umgang mit dem Wasser sowie einen ausgewogenen Interessenausgleich ins Auge.

Daher ist die jetzt beginnende Ressortabstimmung und die darauf folgende Beteiligung der Länder und Verbände für eine Wasserstrategie des Bundes ein Meilenstein für einen besseren Umgang mit unserem Wasser. Nach einer umfassenden Konsultation der wesentlichen Interessenvertreter und der Berücksichtigung ihrer Hinweise in der Wasserstrategie wird die Bundesregierung mit einem Kabinettsbeschluss dokumentieren, dass sie eine abgestimmte vorausschauende Wasserpolitik als gemeinsame Herausforderung ansieht.