ExistenzgründungenEine neue Gründungskultur schaffen

Eine junge Frau in einem roten Mantel sitzt mit gekreuzten Beinen auf dem Fußboden eines leeren Raumes und hat ein Laptop auf den Knien.
Existenzgründungen beleben die Wirtschaft. Sie sorgen für einen Wettbewerb der besten Ideen. Die grüne Bundestagsfraktion hat einen Antrag für eine neue Gründungskultur in den Bundestag eingebracht. Hier setzen wir uns für Rahmenbedingungen und Instrumente ein, die es GründerInnen ermöglichen, ihre Konzepte und Ideen umzusetzen.

Existenzgründungen sind das Lebenselixier einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft. Sie sorgen für frischen Wettbewerb in seiner kostbarsten Form: Wettbewerb um die besten Ideen. Neue Unternehmen sind häufig innovativ, sie erhöhen den Druck auf etablierte Firmen, in Forschung und Entwicklung zu investieren. Und sie schaffen Arbeitsplätze, 4,5 Millionen sozialversicherungspflichtige Jobs allein zwischen 2003 und 2014. Es ist deshalb höchste Zeit, den Trend zu immer weniger Gründungen zu stoppen und umzukehren. Mit unserem Antrag „Für eine neue Gründungskultur“ haben wir den Anfang gemacht. Wir schlagen Rahmenbedingungen und Instrumente vor, die es Gründerinnen und Gründer ermöglichen, ihre Ideen und Konzepte umzusetzen und ihr Geschäft aufzubauen. Klar ist aber auch: Für eine neue Gründungskultur muss schon bei der Berufsorientierung in den Schulen angesetzt werden.

Ein Gründerkapital soll unterstützen

Das Gründerkapital wird als Einmalbetrag bis maximal 25.000 Euro am Anfang der Gründung ausbezahlt. Es soll unbürokratisch zu haben sein und allen offen stehen. Die Voraussetzung ist eine gute Beratung und eine Wirtschaftlichkeitsprüfung des Geschäftskonzepts durch eine ExpertIn. Für einen besseren Zugang zu Wagniskapital sollen in einem Venture Capital Gesetz die bestehenden Rechtsunsicherheiten für Investoren beseitigt werden.

Bürokratisches soll abgebaut werden

Gründerinnen und Gründer sollen sich um ihre Gründung kümmern, nicht um Bürokratie und Behördengänge. Wir fordern zwei Jahre Befreiung von nicht unbedingt nötigen Melde- und Berichtspflichten. Gründungsberatung und –förderung soll aus einer Hand in „One-Stop-Shops“ erfolgen. Mehr Unternehmen sollen die Umsatzsteuer erst abführen, wenn der Kunde gezahlt hat (Ist-Versteuerungsgrenze auf zwei Millionen Euro vervierfachen) und kleine Anschaffungen sollen einfacher abgeschrieben werden können. So soll die Sofortabschreibungsgrenze für geringwertige Wirtschaftsgüter auf 1.000 Euro angehoben werden. Wir wollen, dass Selbstständige und Gründende gut abgesichert sind.

Freiräume mit gründerfreundlichem Umfeld schaffen

Unternehmerinnen und Unternehmer sind insbesondere in der Gründungsphase auf ein gründerfreundliches Umfeld und preiswerte Büro- und Gewerberäume angewiesen. Sie brauchen eine gute Infrastruktur vom Gründerzentrum bis zum Co-Working-Space. Kooperationen von Gründern und Hochschulen sollen besser gefördert werden, damit diese zum Beispeil ihre Labore und Büchereien zur Mitnutzung öffnen.

Gründen ist weiblich und ein Stück gelebte Integration

Jede fünfte Gründerin und jeder fünfte Gründer hat eine Einwanderungsgeschichte. Die Möglichkeit zur Existenzgründung war zu allen Zeiten gerade für gesellschaftliche Minderheiten ein essentielles Teilhaberecht. Deshalb soll es spezielle Beratungen und Coaches für Migrantinnen und Migranten geben. 2015 ließ sich zum dritten Mal in Folge ein Rekordniveau beim Frauenanteil der Existenzgründungen markieren. Um diesen Trend zu stärken, sollen die Kriterien in den Förderprogrammen gezielter auf gründungswillige Frauen ausgerichtet werden.

Rückschläge gehören zum Gründen dazu

Nicht jede Idee funktioniert beim ersten Versuch und so manches Leuchtturmprojekt führt erst über Umwege zum Erfolg. Deshalb braucht es faire Spielregeln bei einem Misserfolg, eine Gründungskultur der zweiten und dritten Chance und keine Stigmatisierung.

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