Existenzgründungen

Gründungskultur fördern, damit jede gute Idee eine Chance hat

Zwei Personen sitzen an ihren Computer, diskutieren und machen sich Notizen
Mit Investitionen in die vielen mutigen und kreativen Gründerinnen und Gründer vor Ort fördern wir Innovationen, neue Arbeitsplätze und legen die Basis für den Mittelstand der Zukunft. Hier werden neue Geschäftsmodelle entwickelt und nachhaltiges Wachstum und Wohlstand geschaffen. Helloquence/unsplash
08.07.2019

Wir wollen wir die Gründungskultur in Deutschland mit neuem Leben erfüllen, denn trotz verschiedener Initiativen geht die Zahl der Gründungen in Deutschland zurück. Laut KfW-Gründungsmonitor nahmen 2017 fast ein Fünftel weniger Personen eine neue selbstständige Tätigkeit auf als im Jahr zuvor. Mit unserem Antrag „Gründungskultur fördern – Damit jede gute Idee eine Chance hat“ fordern wir bessere Rahmenbedingungen und liefern wichtige Impulse, um den Negativtrend zu brechen.

Gründungskapital erleichtert den Start

Keine gute Idee soll an zu wenig Eigenkapital scheitern, daher fordern wir eine einfache und unbürokratische Finanzierung. Das Gründerkapital wird als Einmalbetrag bis maximal 25.000 Euro am Anfang der Gründung ausbezahlt. Es soll unbürokratisch sein und allen offen stehen. Die Voraussetzung ist eine gute Beratung und eine Wirtschaftlichkeitsprüfung des Geschäftskonzepts durch eine Expertin oder einen Experten.

Weniger Bürokratie

Gründerinnen und Gründer sollen sich um ihre Gründung kümmern, nicht um Bürokratie und Behördengänge. Wir fordern zwei Jahre Befreiung von nicht unbedingt nötigen Melde- und Berichtspflichten. Gründungsberatung und -förderung soll aus einer Hand in „One-Stop-Shops“ erfolgen. Mehr Unternehmen sollen die Umsatzsteuer erst abführen, wenn der Kunde gezahlt hat (Ist-Versteuerungsgrenze auf zwei Millionen Euro vervierfachen) und kleine Anschaffungen sollen einfacher abgeschrieben werden können. So soll die Sofortabschreibungsgrenze für geringwertige Wirtschaftsgüter auf 1.000 Euro angehoben werden. Wir wollen, dass Selbstständige und Gründende gut abgesichert sind und die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steuerlich attraktiver machen..

Mehr Freiräume

Unternehmerinnen und Unternehmer sind insbesondere in der Gründungsphase auf ein gründerfreundliches Umfeld und preiswerte Büro- und Gewerberäume angewiesen. Sie brauchen eine gute Infrastruktur vom Gründerzentrum bis zum Co-Working-Space. Kooperationen von Gründern und Hochschulen sollen besser gefördert werden, damit diese zum Beispiel ihre Labore zur Mitnutzung öffnen.

Vielfalt unterstützen

Beratungsprogramme, Förderangebote und vor allem auch Finanzierungsinstrumente sollen so ausgestaltet werden, dass sie der Vielfalt der Gründungen gerecht werden und sich zum Beispiel auch gezielt an Frauen als Gründerinnen, an Social Entrepreneurs oder auch an Gründungen in der Green Economy richten. Gründungen bieten Integrationschancen: Jede fünfte Gründerin und jeder fünfte Gründer hat eine Einwanderungsgeschichte. Wir wollen eine Willkommens- und Gründungskultur, die ihnen den Einstieg erleichtert.

Europäisch und international denken

Mit einem europäischen Start-Up-Pass und einem Start-Up-Visum sollen Gründerinnen und Gründer aus der EU und anderen Drittstaaten die Möglichkeit haben, sich in Europa anzusiedeln und hier ihre innovativen Ideen umzusetzen. Gemeinsam können wir mehr bewirken, das gilt beispielsweise auch für einen europäischen Wagniskapitalfonds, der innovative Start-Ups finanziell unterstützt.

Rückschläge gehören dazu

Nicht jede Idee funktioniert beim ersten Versuch und so manches Leuchtturmprojekt führt erst über Umwege zum Erfolg. Deshalb braucht es faire Spielregeln bei einem Misserfolg, eine Gründungskultur der zweiten und dritten Chance und keine Stigmatisierung.