Grüne Woche

Agrarwende anpacken, Klima schützen

Ein Schwein schaut in die Kamera
Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche wird über die Zukunft der Landwirtschaft diskutiert. Für uns Grüne im Bundestag ist klar: Wir brauchen die Agrar- und Ernährungswende – für Klima, Umwelt und Tiere. Pascal Debrunner / unsplash
20.01.2020
  • Am 17. Januar startete die Internationale Grüne Woche (IGW). Deshalb werden jetzt die Themen Landwirtschaft und Ernährung wieder stark diskutiert.
  • Für eine bessere Landwirtschaft zogen am Samstag 27.000 Menschen durch das Regierungsviertel in Berlin.
  • Im Anschluss diskutierten rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einer Konferenz der grünen Bundestagsfraktion, wie die Landwirtschaft klimafreundlicher und klimarobuster werden kann.

Wir brauchen die Agrar- und Ernährungswende

Bereits zum zehnten Mal rief „Meine Landwirtschaft“ – ein Netzwerk aus Natur-, Umwelt- und TierschützerInnen, BäuerInnen, LebensmittelhandwerkerInnen und Aktiven der Entwicklungszusammenarbeit – zur „Wir haben es satt!“-Demo auf. Das Bündnis forderte die Bundesregierung auf, sich 2020 agrarpolitisch klar zu positionieren: für eine grüne und gerechte EU-Agrarreform, ein Veto gegen das Mercosur-Freihandelsabkommen und für echten Klimaschutz. Es wurde dabei von 27.000 Bürgerinnen und Bürgern unterstützt.

kurzgefragt zur Grünen Woche

Grüne Bundestagsfraktion ackert fürs Klima

Im Anschluss an die Demo lud die grüne Bundestagsfraktion unter dem Titel „Ackern fürs Klima - Ernährung und Landwirtschaft in Zeiten der Klimakrise“ zu einer Konferenz in den Bundestag. Mit der Unterstützung von 400 Unterstützenden und ExpertInnen wie Vandana Shiva oder Volker Quaschnig wurden Lösungsansätze dafür ausgelotet:

  • Was sich bei Bodenbewirtschaftung und Tierhaltung ändern muss, um Ernten in der Klimakrise zu sichern.
  • Welche neuen Rahmenbedingungen wir für eine zukunftsfähige Landwirtschaft brauchen, die auch Artenvielfalt und Grundwasser schützt.
  • Was eine klimaschonende Ernährung und Lebensmittelerzeugung bedeutet.
  • Wie wir bäuerliche Betriebe und die regionale Lebensmittelversorgung stärken können.

Ernährung & Landwirtschaft in Zeiten der Klimakrise

Kaum ein Bereich ist so unmittelbar auf den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen angewiesen wie die Landwirtschaft und unser Ernährungssystem. Wir haben auf einer Konferenz am 18. Januar 2020 mit fachkundigen Expertinnen und Experten Lösungsansätze diskutiert. Hier gibt es die Aufzeichnung unseres Livestreams.

Impressionen von unserer Konferenz "Ackern fürs Klima"

Diskussionen um Zukunft der Landwirtschaft gehen weiter

Auch in den kommenden Tagen werden die Diskussionen um die Zukunft der Landwirtschaft die Grüne Woche dominieren. Wir Grüne im Bundestag wollen uns der Aufgabe stellen, den Bäuerinnen und Bauern einen klaren Weg zu schaffen, wie eine nachhaltige Landwirtschaft im Jahr 2030 oder 2040 aussehen kann und muss.

Wir fordern:

  • Eine Reform der EU-Agrarförderung: Die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass Bäuerinnen und Bauern für umwelt-, natur-, klima- und tiergerechtes Wirtschaften finanzielle Unterstützung erhalten.
  • Für den dringend notwendigen umfassenden Umbau der Tierhaltung brauchen die Bäuerinnen und Bauern ein ganzheitliches Konzept aus Ordnungsrecht, Finanzierung, Erkennbarkeit durch Kennzeichnung und wachsender Nachfrage.
  • Die Bundesregierung muss Bäuerinnen und Bauern bei der dringend gebotenen Senkung des Pestizideinsatzes zu Seite stehen, statt sie wie bisher damit allein zu lassen. Eine Pestizid-Reduktionsstrategie mit dem verbindlichen Ziel einer Halbierung des Einsatzes bis 2025 muss dazu umfassende Beratung und Forschung zu nicht-chemischen Alternativen vorsehen.

Zu einer Neuausrichtung der Agrarpolitik gehört zwingend auch eine Ernährungswende. Ein entscheidender Hebel, um die Nachfrageseite zu stärken und damit auch Respekt zu zeigen, ist eine aktive Ernährungspolitik, die beispielsweise dafür sorgt, dass in der Gemeinschaftsverpflegung (von Kita, Schule, Kantinen bis zum Seniorenheim) regionale und ökologischere Lebensmittel und Produkte mit anspruchsvollem Tierhaltungsstandard eingesetzt werden.